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Der ganz normale Wahnsinn

Wie bringt Sandra C. Kids und Job unter einen Hut? Easy! Oder doch nicht?

Das, liebe Männer, ist Feminismus!

Kürzlich beim Zappen: Sandra C. «stolpert» am TV über einen Typen, der zu Protokoll gibt, Männer seien Frauen erwiesenermassen überlegen und letztere hätten darum weder in der Arbeits- noch in der akademischen Welt oder in der Politik etwas zu suchen. Seltsamer Typ, fand die Familienbloggerin, und zappte weiter. Später kam sie dann aber doch ins Grübeln.

«Das Eintreten für die Rechte und Bedürfnisse von Männern mit einer Ideologie der naturbedingten männlichen Überlegenheit.» So definiert Wikipedia Maskulinismus. Ich muss sagen, dass ich beim Googeln ein bisschen erschrecke: Ich hätte nicht erwartet, so viele Seiten zu finden, auf denen sich Männer zu dem Thema austauschen, und in denen so viel Schrott erzählt wird (aus diesem Grund nenne ich bewusst keine Beispiele). Was allen gemeinsam ist: Sie nennen den Feminismus als Grund allen Übels, gegen den es sich mit allen Mitteln zu wehren gilt.

Womit wir wiedermal beim Thema wären. Liiiiiebe Männer, zum wiederholtesten mal: Feministinnen sind keine Männerhasserinnen. Sie – wir! – verlangen keine Vorherrschaft des weiblichen Geschlechts und wir fühlen uns euch auch nicht überlegen.

Mein Selbstverständnis als Feministin:

  • Ich sehe mich nicht in einer Opferrolle und agiere auch nicht aus einer solchen heraus.
  • Ich bin mir bewusst, dass Männer und Frauen unterschiedlich sind, und finde diese Unterschiede nicht negativ.
  • Ich bin der tiefsten Überzeugung, dass jeder Mensch auf diesem Planeten gleich viel wert ist, unabhängig von Hautfarbe, Herkunft, sozialem Status, Geschlecht, sexueller Orientierung und politischer Gesinnung.
  • Aus dieser Überzeugung heraus finde ich, jeder Mensch sollte nach Möglichkeit die gleichen Rechte, Chancen und Pflichten haben. (Ja, ich weiss, dass das an gewissen Orten der Erde wohl immer unmöglich sein wird, aber in einem Land wie unserem sollte es doch nicht so schwierig sein.)
  • Weder Frauen noch Männer sollten aufgrund ihres Geschlechtes irgendwo diskriminiert werden – weder in der Arbeitswelt, noch in der Familie noch in der Politik noch in der Gesellschaft.
  • Ich bin mir durchaus bewusst, dass auch Männer Diskriminierung und Gewalt erleben.
  • Ja, es gibt in unserer Gesellschaft noch immer klassische «männliche» oder «weibliche» Domänen – und wir sollten Frauen und Männer feiern, welche sich trauen, in diese «einzubrechen»!
  • Männer sind genausowenig die besseren Geldverdiener wie Frauen die besseren Familienmenschen sind.
  • Kinder brauchen weibliche und männliche erwachsene Bezugspersonen, auch wenn das nicht zwingend leibliche Elternteile sein müssen.

Das, liebe Männer, ist Feminismus. Alles andere ist Bullshit. So erziehe ich meine Kinder. Sowohl meine Tochter als auch meinen Sohn. Was sie dereinst daraus machen, liegt an ihnen.

Das Gegenstück dazu nennt sich übrigens Maskulismus – und ist im Grunde genommen das genau gleiche wie Feminismus (get it?). Denn eigentlich gibt es für jeden halbwegs vernünftigen und selbstbewussten Menschen auf Erden keinen einzigen Grund, Frauen und Männer unterschiedlich zu behandeln. Oder können Sie mir einen nennen, Mister President? (Und dafür, dass Männer Frauen intellektuell überlegen sein sollen, sind Sie selbst ja wohl der beste Gegenbeweis. Es gibt überall solche und solche...).

Ach, und ihr, liebe Maskulinisten, die ihr überzeugt seid, alle Feministinnen – oder grundsätzlich jede Frau, die nicht daheim am Herd steht – sei ein sexuell frustriertes, unansehnliches Miststück – habt ihr eigentlich schon mal in den Spiegel geschaut?