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Joëlle schaut fern

Entschleunigen mit Paola Felix und ihren lieben Freunden

Wie ein Ausflug in die Vergangenheit fand unsere TV-Kolumnistin Joëlle Weil die Sendung «100% Schweizer Musik - Paola & Friends». Das lag aber nicht nur daran, dass die Gäste in Erinnerungen schwelgten, sondern hing vor allem mit dem Tempo der Sendung zusammen. 

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Paola und ihre Freunde von damals und heut schwelgen in Erinnerungen. 

Screenshot SRF1

Als ich mir vor einigen Jahren einen der neuen «James Bond»-Filme angeschaut habe, sassen hinter mir ein junger Mann und seine Mutter. Ich weiss nicht, wie ihm der Film gefallen hat, aber an die Worte seiner Mutter kann ich mich erinnern: «Das sind so schnelle Szenen, da kommt man mit Schauen gar nicht nach.» Sie hatte nicht Unrecht: In der Tat bewegte sich das Bild rasant, die Handlungen waren auch in meinem Empfinden hastig und irgendwann taten mir etwas die Augen vom schnellen Szenenwechsel weh.

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Ein Gläschen zum Warmwerden. Paola hat ihre Unterhaltungs-Freunde um sich versammelt, der Spass kann losgehen. 

Screenshot SRF1

Super-Groupie von der Heide

Am Samstagabend habe ich mich an diese Anekdote erinnert, als ich auf SRF1 «100% Schweizer Musik – Paola & Friends» geschaut habe. In der Sendung begrüsste Paola Felix, 67, ihre Schlager- und Musikfreunde Beatrice Egli, 30, Luca Hänni, 23, Pepe Lienhard, 72, Peter Kraus, 79, Pino Gasparini, 72, Peter Reber, 69, und ihr offensichtlicher Busenfreund und grösster Groupie Michael von der Heide, 46.

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Trägt Michael von der Heide da eine Paola-Felix-Jacke? 

Screenshot SRF1

Alle erinnerten sich zusammen mit Paola an ihre grössten Hits, ihre Karriere, ihre unvergessenen Momente. Nebst dem In-Erinnerungen-Schwelgen wurde auch gesungen: Jeder der Gäste sang seinen Lienlings-Paola-Hit und interpretierte ihn etwas moderner, als er eigentlich war.

Eine Sendung ohne Raum und Zeit

Warum ich mich während dieser Sendung an die James Bond-Anekdote erinnerte? Weil diese Sendung so ziemlich alles war, nur nicht hektisch. Wie eine Feder, die über der Autobahn schwebt. Da sassen die Gäste im Kreis zusammen, erinnerten sich, warfen Geschichten in den Erinnerungs-Topf, lachten, sangen... Es war wie ein Ausflug in ein TV-Paralleluniversum, ohne Raum und Zeit.

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Ein Blick zurück auf die Paola von damals. Attraktiv war sie damals, attraktiv ist sie noch heut, das muss man neidlos anerkennen. 

Screenshot SRF1

Paola, die Gute, strahlte von Anfang bis zum Schluss durch. Da ging mir als Zuschauer richtig das Herz auf. Man hat gemerkt, wie viel ihr dieser Abend bedeutete und wie eng sie mit manch einem Gast befreundet ist. Zum Beispiel mit Michael von der Heide, der teilweise die Moderation an sich riss und Paola als Lexikon beiseite stand. Der königliche Berater von der Heide.

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Wenn ich mit knapp 70 nur halb so gut ausschaue wie Madame Felix, klopfe ich mir selbst auf die Schulter. 

Screenshot SRF1

Egli und Hänni für frischen Wind

Die beiden Jünglinge Egli und Hänni brachten etwas frischen Wind in die Geschichte, auch wenn deren Anwesenheit natürlich nicht der Sendebezeichnung «... & Friends» entsprach. Natürlich sind die beiden keine Freunde der Paola, aber mir solls recht sein. Dafür hat man den Hänni zum ersten Mal Deutsch singen gehört, als er Paolas Hit «BlueBayou» zum Besten gab. Ein Herziger, dieser Hänni. Der war doch einst so ein Bravo-Poster-Bub und jetzt ist er so bisschen erwachsener geworden, aber schnusig geblieben.

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Ob die beiden gerne einmal am ESC mitmachen wollen würden, wurden sie gefragt. Ein klares Ja hat man von keinem der beiden gehört. (Schauen Sie sich bitte den Hänni an. Der ist doch zum Fressen.)

Screenshot SRF1

Ich habe mich aber vor allem für Paola gefreut, die sichtlich gerührt auch hin und wieder ein paar Tränen verdrückt hat, unter anderem dann, als sie sich an ihren verstorbenen Mann Kurt Felix erinnert hat.

Es war ein TV-Abend in netter Gesellschaft. Unaufgeregt, ohne erwähnenswerte Zwischenfälle, ohne Skandale, ohne Stress, ohne provokative Ausrutscher. Wie damals eben: Einfach nur nette Menschen mit netten Gesichtern und netten Stimmen zur Prime-Time. Harmlose Unterhaltung mit Herz.

Von Joëlle Weil am 16.12.2018
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