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Pille abgesetzt, und jetzt?

«Als wäre meine Pubertät unterdrückt worden»

Jahrelang hat Redaktorin Laura die Antibabypille «eingeworfen». Dann setzte sie das Präparat ab. Die Folge? Ein Hormonchaos.

Pille Laura

Redaktorin Laura erlebte durchs Absetzen der Pille eine zweite Pubertät. Statt mit 15 musste sie mit 30 gegen Pickel und Hautunreinheiten kämpfen.

Pauline Broccard

Für Style-Redaktorin Laura war es selbstverständlich mit der Antibabypille zu verhüten. Die tägliche Einnahme wurde schnell zur Routine. Als sie die Pille absetzte, passierte so einiges.

«Abgesehen von dem kleinen Vermögen, das man – nein Moment, frau – jedes Jahr dafür ausgibt, hatte ich ehrlich gesagt nie merkliche Probleme mit der Pille. Zweimal musste ich anfangs wechseln, aber irgendwann hatte ich dieses Produkt gefunden, das hielt, was es versprach und wie selbstverständlich zu meiner täglichen Routine gehörte.

Zurück zur Normalität: Redaktorin Carla merkte nach dem Absetzen plötzlich, dass Stimmungsschwankungen gar nicht zu ihrem Charakter gehören >

Klar, jahre-, bald jahrzehntelang hab ich das Ding eingeworfen, wohlwissend, dass meinem Körper jeden Monat mithilfe einer Überversorgung an Hormonen eine Schwangerschaft vorgegaukelt wird. Aber das macht man – nein Moment, frau – eben einfach so. Oder?

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Vor etwa eineinhalb Jahren war genau das plötzlich allgegenwärtiges Thema in meinem (weiblichen) Freundeskreis und wir alle fanden nach und nach: Es reicht. Also hab ich die Pille abgesetzt – und dann erst gemerkt, was das Verhütungsmittel jahrelang mit meinem Körper gemacht hatte. Plötzlich kamen nämlich Pickel. Und zwar reichlich und hartnäckig. Als wäre meine Pubertät etwa 15 Jahre unterdrückt worden und jetzt – mit Anfang 30 – endlich ausgebrochen. Yay, da kommt Freude auf!

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Positive Veränderungen gab es aber auch: Meine Periode dauert jetzt nicht mehr ganz so lange wie noch zu Zusatz-Hormon-Zeiten und ist viel, wirklich viel weniger schmerzhaft. Das Teenie-Hautbild habe ich inzwischen mithilfe meiner Hautärztin in den Griff bekommen (alles in allem hatte ich aber rund ein Jahr damit zu kämpfen). Über die kürzere, weniger schmerzhafte Periode – die übrigens auch gleichzeitig sehr viel weniger Stimmungsschwankungen bedeutet – freue ich mich dafür noch heute.»

Von Pauline Broccard am 18. April 2019