1. Home
  2. Body & Health
  3. Food
  4. Food Waste: Mit diesen Tipps vermeiden wir es

Weg mit der Wegwerfgesellschaft

5 Tipps für weniger Food Waste

In der Schweiz wird rund ein Drittel aller produzierten Lebensmittel verschwendet. Für die Hälfte davon sind wir selbst verantwortlich: Food Waste den Kampf anzusagen, ist deswegen wichtig. Wir verraten, was ihr tun könnt.

5 Tipps für weniger Foodwaste

Essen wegwerfen ist nie eine gute Entscheidung – und kann in vielen Fällen vermieden werden. 

Getty Images

320 Gramm einwandfreie Lebensmittel – das entspricht fast einer ganzen Mahlzeit. Genau diese Menge schmeisst jeder Schweizer Tag für Tag in den Müll. Wieso? Naja, meist schlicht und einfach, weil wir keine Lust mehr auf die letzten Pommes auf dem Teller haben. Weil wir etwas zu viel Reis gekocht haben, aber zu wenig Gemüse, um es noch zu einem kompletten Gericht vermischen zu können. Weil der neue O-Saft doch nicht so gut schmeckt. Ab und an auch, weil das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist. Zusammengefasst: Weil wir es uns leisten können. Denn während etwa in Kamerun 45 Prozent des Haushaltseinkommens für Lebensmittel draufgehen, sind es bei uns gerade mal 7 Prozent. Das macht sich auch am Ende der Kette bemerkbar: In der Schweiz beträgt der Anteil an Food Waste, der in Haushalten entsteht, 45 Prozent, in Kamerun sind es nur 5. 

Warum sollten wir Food Waste vermeiden?

Mit dieser Entwicklung belasten wir nicht nur unnötig unser Budget (by the Way, pro Haushalt sind es etwa 10’000 Franken im Jahr. Fürs wegwerfen!), sondern auch die Umwelt. Es verbraucht Unmengen an Land und Wasser und lässt CO2 entstehen, das es überhaupt nicht gebraucht hätte. Und an dieser Stelle müssen wir wirklich mal die Moralkeule rausholen und unsere Mütter zitieren: Das alles passiert, während anderswo auf der Welt Millionen von Menschen hungern! 

Was können wir tun?

To Good To Go Zurich Campaign

Apps wie Too Good To Go können helfen, Food Waste zu reduzieren.

Too Good To Go

Dass wir etwas gegen Food Waste tun müssen, steht also ausser Frage. Das dafür umso grössere Fragezeichen folgt beim «wie». Mit unseren fünf Tipps geht ihr einen Schritt in die richtige Richtung. 

1. Planen

Alright, fangen wir ganz vorne an: beim Einkaufen. Planen wir vorab, was und wie viel wir die Woche über essen, kaufen wir keine Unmengen mehr ein, als wir brauchen. Eine Einkaufsliste hilft für den Überblick. Ausserdem lohnt es sich zu checken, ob die Currypaste wirklich schon leer ist, ob es hinten im Schrank nicht doch noch Mehl hat und ob die Sojasosse effektiv nicht mehr geniessbar ist. Und: Wer gesättigt einkaufen geht, lässt sich nicht so einfach zu Spontankäufen verleiten.

2. Einfrieren

Der Klassiker, wenn man Mitte der Woche doch merkt, dass es schwierig werden dürfte, den Lachs rechtzeitig aufzubrauchen: einfrieren. Tiefgefroren halten sich Lebensmittel deutlich länger – wenn auch nicht ewig. Fisch und Fleisch sollten nicht länger als drei Monate lagern, Gemüse und Obst halten sich bis zu einem Jahr.

3. Verwerten

Klingt etwas banal? Trotzdem ist gerade das unbedachte Wegwerfen von noch geniessbaren Produkten das Grundproblem in Sachen Food Waste. Dabei eignen sich dunkle Bananen noch wunderbar für Oatmeal oder Smoothies, Beeren lassen sich mit Chiasamen fix zu Marmelade verarbeiten. Auch für Kompott eignet sich überreifes Obst super. Bei Milchprodukten gilt: Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist nur ein Richtwert. Joghurt, Quark und Frischkäse können ungeöffnet noch Wochen später einwandfrei sein. Stimmen Geruch, Konsistenz und Farbe, ist meist nichts zu befürchten.

4. Richtig lagern

Ganz wichtig, um die Haltbarkeit von Lebensmitteln nicht unnötig zu verkürzen, ist die richtige Lagerung. Was in den Kühlschrank darf und was besser nicht, haben wir schon für euch zusammengefasst. Kartoffeln und Zwiebeln mögen es kühl und dunkel, Südfrüchte hingegen stehen gar nicht auf Kälte.

5. Digitalisieren

Ihr wollt noch mehr tun? Verschiedene Apps und Anbieter haben Food Waste ebenfalls den Kampf angesagt und unterstützen uns dabei, alles sinnvoll zu verbrauchen. Ein Paar Beispiele: Mit «To Good To Go» könnt ihr für einen Mini-Preis Mahlzeiten aus Restaurants retten, die sonst im Müll landen würden. Mit «Foodsharing» könnt ihr selbst Lebensmittel verschenken, die ihr nicht aufbraucht, oder andere abholen, die nicht mehr benötigt werden. Und «MyFoodways» sagt euch nach Eingabe der Zutaten, was ihr aus eurem scheinbar nicht zusammenpassenden Sammelsurium bei euch daheim noch zu Essen zaubern könntet. Kein Neueinkauf nötig.

Von Malin Mueller am 22. August 2019