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Kochen, fotografieren, wegschmeissen?

Das passiert wirklich mit dem Essen der Foodblogger

Gesunde Brownies, Banana Bread, Smoothie-Bowls in rauen Mengen: Was die Foodblogger auf ihren Accounts posten macht gluschtig – und uns ratlos. Essen die meist topfitten Blogger das wirklich alles selbst? Wir haben nachgefragt. 

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Der ausgiebige Sonntagsbrunch gehört bei den meisten Foodbloggern zum festen Ritual. Essen sie das wirklich alles selbst?

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Achtung, es folgt eine wichtige Warnung: Während des Zmittags sollten wir tunlichst die Finger von unserem Smartphone lassen und uns davor hüten, Instagram zu öffnen. Denn während wir mittelmässig begeistert unsere Tupperdose in die Mikrowelle stellen, posten die Schweizer Foodblogger perfekt arrangierte Buddha-Bowls, cremige Pasta-Kreationen oder selbstgemachte Schokoriegel auf ihren Accounts. Tagtäglich müssen wir mit ansehen, wie gut und vielfältig unsere Mahlzeiten aussehen könnten, würden wir nur etwas mehr Zeit in die Zubereitung investieren – und in welchen Mengen wir essen könnten. Denn scrollt man sich so durch die Feeds, scheint es, als ob die Blogger nonstop und ganz ohne Reue geniessen würden. Kalorien? Wen interessiert das schon. Doch wie sieht das eigentlich im echten Leben, abseits der schönen Insta-Welt aus? Landet all das Essen wirklich auf den Tellern der Foodblogger? Wir haben mal genauer nachgefragt.

Weniger Glanz, mehr Nachhaltigkeit

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Auch Nadja Mathis zeigt ihren Followern auf dem Instagram-Account mylifeisdelicious regelmässig, was bei ihr auf dem Teller landet. Sie weiss um die Problematik die entsteht, wenn man in den sozialen Netzwerken täglich unzählige Food-Accounts sieht, die schwere Hungergefühle wecken. Ihr eigener Account hat sich über die Jahre allerdings verändert: «Früher habe ich an einer öffentlichen Schule gearbeitet und konnte meine Kreationen im Lehrerzimmer ‘testen’ lassen. Auch meinem damaligen Freund konnte ich alles auftischen und es war in kürzester Zeit weg.» Täglich neue Rezepte? Für Nadja damals kein Problem, auch wenn sie selbst nicht alles essen konnte. Heute sieht es etwas anders aus: «Ich arbeite mittlerweile an einer jüdischen Privatschule und kann somit keine ‘unkosheren’ Snacks mitbringen. Zudem ist mein jetziger Freund kein Fan von süssen Desserts.» Gerichte nur für Instagram vorzubereiten und dann wegzuschmeissen, ist für die Bloggerin keine Option. «Mein Instagram-Account glänzt nicht mehr täglich mit neuen Kuchen, Desserts und Rezepten, wie das mal der Fall war. Nachhaltigkeit ist mir aber wichtiger, als meine Follower zu beglücken.»

Ab in die Biotonne? Kann passieren

Dass es ab und an auch anders laufen kann, gesteht Unternehmerin und Bloggerin Sabrina Stierli von sabrina_healthy_happy: «Klar musste ich schon mal was wegschiessen. Entweder habe ich einen Smoothie kreiert und hatte dann keinen Appetit oder ein Rezept hat einfach nicht geschmeckt. Dann gehts halt ab in die Biotonne.» Das sei aber die absolute Ausnahme – bei ihr und bei ihren Kollegen. «Für die Blogger, die ich kenne, und mit denen ich zusammenarbeite, hat Qualität und Nachhaltigkeit oberste Priorität. Ich schenke meine Kreationen gerne meinem Umfeld oder lade am Wochenende Freunde zu mir ein, um zusammen zu geniessen. Die Rezepte sind viel zu schade, um sie zu entsorgen.» Kollegin Jeannette Ruh von jea.ruh pflichtet ihr bei «Ich bereite immer nur so viel zu, dass ich es essen oder verschenken kann. Wegwerfen kommt für mich nicht in Frage.» Die Konsequenz aus dieser Einstellung heisst meist, das tägliches Posten nicht möglich ist. Der Umwelt zuliebe ein paar Tage auf die nächste Inspiration zu warten, sollte aber selbstverständlich sein.

Von Malin Mueller am 20.02.2019
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