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Vegane Milchalternativen

Das steckt hinter dem Kuhmilch-Mobbing

Ob aus Mandeln, Kokos oder Hafer: Vegane Milchalternativen sind mittlerweile aus kaum einem Supermarkt mehr wegzudenken und stehen der Kuhmilch in nichts nach – oder? Wir haben mal genau hingeschaut.

Wie gut sind vegane Milchalternativen wirklich?

Längst ist Sojamilch nicht mehr die einzige Milchalternative.

Getty Images/Westend61

Die gute, alte Kuhmilch hat in der letzten Zeit ordentlich zu kämpfen. Ob aus gesundheitlichen oder ethischen Gründen – immer mehr Verbraucher verzichten auf die traditionelle Variante und stellen stattdessen auf Alternativen um. Und das Regal wird immer voller: Wo vor einigen Jahren nur eine müde Sojamilch zu finden war, steht sie heute in bester Gesellschaft von Mandel-, Kokos-, Hafer-, Haselnuss- und Reismilch, und sie alle haben ihre Liebhaber. Doch wo die sind, lassen meist auch die Kritiker nicht lange auf sich warten. Wir haben mal genau hingeschaut und herausgefunden, wie gut die veganen Milchalternativen wirklich sind.

Vegane Milch für die Umwelt?

Ein grosser Kritikpunkt für die Kuhmilch ist die schlechte Ökobilanz: Ein Liter in Europa produzierte Kuhmilch belastet das Klima mit etwa 1,3 kg Kohlendioxid; etwa soviel wie die Verbrennung von einem halben Liter Benzin. 

Doch sieht es mit Pflanzenmilch tatsächlich so viel besser aus? Für den industriellen Anbau von Soja werden in Brasilien Regenwaldflächen gerodet und Böden und Grundwasser belastet. Tatsächlich kommt der Grossteil der Sojabohnen, der für die Milch verwendet wird, allerdings aus anderen Gefilden: Die Big Player Alpro, Provamel und Sojade setzen fast vollständig auf Soja aus Europa. 

Ein ähnliches Problem herrscht bei Mandelmilch vor: Der Anbau in Kalifornien verbraucht Unmengen an Wasser, verdrängt die natürliche Vegetation vor Ort und muss den weiten Weg bis nach Europa auf sich nehmen. Auch hier setzen einige Anbieter auf Mandeln aus mediterranen Gebieten – der Wasserverbrauch dürfte aber immer noch bedenklich sein. 

Hafer hingegen hat den Heimvorteil. Im Vergleich zu Kuhmilch belastet das Getreide die Umwelt um 70 Prozent weniger, kommt mit 80 Prozent weniger Land aus und braucht für die Herstellung nur etwa 40 Prozent der Energie. 

So gut tut uns die vegane Alternative

Über die gesundheitlichen Aspekte von Milch scheiden sich bis heute die Geister. Die einen schwören auf das viele Kalzium und das enthaltene Eiweiss, die anderen nehmen aus Angst vor Wachstumshormonen und zum Wohl der Tiere lieber Abstand. Auch wenn die Schweizer Milchkühe im internationalen Vergleich gut dastehen: Laut Vier Pfoten steht eins von sechs Tieren sein ganzes Leben lang nicht auf der Weide. Im Umkehrschluss heisst das aber auch, dass die Kühe auf der grünen Aue keine Ausnahme sind  – wer sich informier oder direkt beim Bauern einkauft, muss keine Gewissensbisse haben. 

Ein Blick auf die Inhaltsstoffe von Milch-Alternativen zeigt schnell: Hier wird viel verarbeitet. Während tierische Milch mit einer einzigen Zutat auskommt, werden Getreide- oder Nussdrinks häufig gesüsst, aromatisiert und mit Vitaminen und Stabilisatoren angereichert. Der Kaloriengehalt der Alternativen liegt trotzdem meist deutlich unter dem von Milch, dafür werden allerdings auch einige Nährstoffe eingebüsst. Nur Sojamilch toppt das Original im Eiweissgehalt. Grundsätzlich gilt: Wer zum veganen Milchdrink greifen möchte, sollte lieber einmal mehr aufs Etikett schauen. Denn auch hier bestätigen Ausnahmen die Regel, es gibt Produkte mit nicht mehr als zwei Inhaltsstoffen. Wer darauf achtet, möglichst wenig verarbeitete Alternativen ohne Zuckerzusatz zu nutzen, tut seinem Körper auf keinen Fall etwas Schlechtes. 

Von Malin Mueller am 10.07.2019