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Lockdown wegen Coronavirus

Jetzt steht das Leben in der ganzen Schweiz still

Der Bundesrat fährt das öffentliche Leben praktisch auf Null herunter. Nebst den Schulen werden auch Restaurants, Bars und Läden geschlossen. An den Grenzen werden Kontrollen eingeführt. 8000 Soldaten stehen zur Unterstützung der Kantone bereit.

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Bisher durften sich in den Restaurants maximal 50 Personen (inklusive Personal) aufhalten.

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Wegen dem sich weiter ausbreitenden Coronavirus ergreift der Bundesrat weitere Massnahmen und fährt das öffentliche Leben komplett herunter. Nachdem bereits Ende letzte Woche alle Schulen geschlossen wurden, geht die Landesregierung heute Montag noch einen Schritt weiter: Ab heute Mitternacht sollen auch alle Läden, Restaurants und Bars geschlossen werden. Damit erlebt die Schweiz einen in der jüngeren Geschichte noch nie da gewesenen Stillstand.

Einige Kantone hatten schon zuvor von sich aus die Massnahmen weiter verschärft und den Notstand ausgerufen. Nachdem bereits am Wochenende das Tessin, Basel-Landschaft, Jura, Neuenburg und Graubünden einen Lockdown beschlossen hatten, zogen am Montag Genf und das Wallis nach.

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Bereits am Freitag hat der Bundesrat entschieden, alle Schulen in der Schweiz zu schliessen. (Symbolbild)

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Massnahmen gelten bis zum 19. April

Das Bundesrat hat sich am Sonntag und Montag zu zwei ausserordentlichen Sitzungen getroffen und den Notstand ausgerufen. «Es ist eine ausserordentliche Lage, die Regelung gilt ab heute Mitternacht bis zum 19. April. Wir müssen jetzt alles dafür tun, den Anstieg des Coronavirus zu verhindern und eine Verbreitung zu stoppen», sagte Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga an einer Pressekonferenz in Bern. Sommaruga spricht von klaren, einheitlichen und verständlichen Regeln, die von allen in der Schweiz befolgt werden müssen.

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Keine Hamsterkäufe notwendig: Die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln und Medikamenten ist sichergestellt. (Symbolbild)

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«Nicht nötig, Notvorräte anzulegen»

«Wir rufen alle Generationen in allen Regionen des Landes auf, die vom Bundesrat beschlossenen Massnahmen anzuwenden. Wir haben nur ein Ziel: Die Bevölkerung zu schützen», so Bundesrat Alain Berset. Der Innenminister appelliert an die Eigenverantwortung und die Solidarität mit den Generationen und den älteren und kranken Menschen. «Restaurants, Bars, Museen, Theater, Clubs, Kasinos, Sportzentren und Märkte bleiben geschlossen. Es gibt keine Alternativen.»

Berset spricht von einschneidenden Massnahmen auf das Sozialleben, an denen aber niemand vorbeikomme. Eine Überlastung der Infrastruktur des Gesundheitswesens müsse in jedem Fall verhindert werden.

Daneben gibt der Bundesrat Entwarnung, Lebensmittelläden und Apotheken bleiben geöffnet. «Die Versorgung mit Nahrungsmitteln und Medikamenten ist sichergestellt. Es ist nicht nötig, Vorräte anzulegen. Das Leben geht weiter, die Schweiz wird weiter funktionieren», so Berset. Dennoch wird das öffentliche Leben in den nächsten Wochen still gelegt. «Bleiben Sie zu Hause, vermeiden Sie Kontakt mit anderen Personen.»

Kontrollen an den Landesgrenzen

Zur Unterstützung der Kantone hat der Bundesrat den Einsatz von 8000 Soldaten bewilligt. Sie sollen in der Logistik aber auch im Sicherheitsbereich eingesetzt werden. 

Ausserdem führt die Schweiz an den Grenzen zu Deutschland, Österreich und Frankreich ab Mitternacht wieder Kontrollen ein. «Der Bundesrat ruft alle Schweizer, die auf Reisen sind, auf, in die Schweiz zurückzukehren», sagte Justizministerin Karin Keller-Sutter.

Bisher sind in der Schweiz 2330 Menschen am Coronavirus erkrankt, 14 Personen starben an der Krankheit (Stand: 16. März, 18 Uhr).

Von Simon Beeli am 16.03.2020
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