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Zeit zum Umdenken

Body Positivity fängt bei uns selbst an

Sich immer nur über die retuschierten Fotos und das Body Shaming anderer aufzuregen, macht aus uns noch keine Aktivisten. Wenn wir wirklich ernsthaft etwas ändern möchten, müssten wir vielleicht anfangen, uns an die eigene Nase zu fassen.

BERLIN, GERMANY - MAY 08: Model Dora Molina wearing denim shorts and black one piece Urban Outfitters, Quay sunglasses, Just Fabulous boots, jacket with printing Voodoo doll La Folie on May 8, 2018 in Berlin, Germany. (Photo by Christian Vierig/Getty Images)

Statt immer nur mit dem Finger auf andere zu zeigen, müssten wir unser Handeln vielleicht selbst einmal überdenken...

2018 Christian Vierig

Erst kürzlich brüskierte Kourtney Kardashian mit einem ziemlich ungünstigen Photoshop-Fail. Unsere Reaktion? Klar, aufregen.

Der Grund für ihre Panne ist leider kein unglücklicher Einzelfall, sondern inzwischen quasi an der Tagesordnung. Das Schlimme daran? Wer nicht gerade, wie Kourtney, sein Bein an die falsche Stelle shopt, bei dem fällt die Retusche auf den ersten Blick meist gar nicht auf. Und seien wir mal ehrlich: Ertappen wir uns nicht alle immer öfter dabei, wie wir versuchen, unsere Selfies zu optimieren, sei es auch «nur» durch einen Filter? 

Statt immer über die zu motzen, die es mal wieder vollkommen und offensichtlich übertrieben haben, ist es an der Zeit, bei uns selbst ein Umdenken zu veranlassen. Denn Body Positivity fängt in erster Linie genau hier an – bei jedem selbst. Es folgt eine Anleitung, wie jeder einzelne von uns, etwas zu einem natürlicheren und gesunderen Frauenbild beitragen kann. Jeden Tag. 

Auf Filter verzichten

Wie schon gesagt, selbst der vermeintlich harmlose Instagram-Filter strebt gegen unser natürliches, echtes Ich an. Er zeichnet die Haut mal eben weicher, lässt die Augen funkeln und bringt die Wangenknochen deutlicher zu Geltung. Warum nicht einfach mal auf all das verzichten und uns auf Social Media so präsentieren, wie wir wirklich aussehen? 

Bearbeitete Fotos nicht mehr liken

Irgendwie passt es nicht zusammen. Alle regen sich über die auf, die sich ganz eindeutig nachträglich «schöner» schummeln, gelikt werden solche Fotos dann aber trotzdem. Und wie. Im expliziten Beispiel des besagten Beitrags von Kourtney Kardashian heisst das: fast 3 Millionen rote Herzchen. Ein ähnlich nackter, aber sehr viel natürlicherer Post der 39-Jährigen sahnte deutlich weniger Doppelklicks ab. Was Kourtney daraus lernt? Wohl kaum Photoshop zu deinstallieren ...

Sich auch mal ohne Make-up aus dem Haus wagen

Ein natürlicher Look ist nach all dem Contouring à la Kardashian-Jenner zwar schon längst wieder salonfähig, ganz auf Concealer, Mascara oder Brauenstift möchten abseits der eignen vier Wände aber nur die wenigsten verzichten. Auf Social Media schon gar nicht. Make-up ist absolut okay, ein Gang ohne ins Büro kann unserem Selbstwertgefühl trotzdem ziemlich guttun. Die Komplimente folgen, garantiert. 

«Makel» akzeptieren und lieben lernen

Ihr schämt euch für eure Cellulite oder die Dehnungsstreifen? Warum denn? Genau sowas macht doch individuell und hebt uns von all den glattgebügelten Klonen ab. Diese «Fehler» haben übrigens eh fast alle. Statt sie beschämt zu verstecken ist es viel cooler, selbstbewusst dazuzustehen. Keine Sorge, das macht niemanden hässlicher, nur schöner.  

Vergleiche stoppen

Egal wie sehr ihr jemanden für seine Optik bewundert, fangt bloss nicht an, euch zu vergleichen. Wir alle sind verschieden und das ist auch gut so. Statt anderen nachzueifern, einfach mal das akzeptieren, was man hat und darauf bauen. Sich selbst mit unechten Instagram-Körpern zu vergleichen macht sowieso absolut keinen Sinn. Die gibt es schliesslich nur da, bei Instagram, und nicht in der realen Welt.

Von Denise Kühn am 08.04.2019