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  4. Wirken tiefe Stimmen wirklich seriöser?

Hört, hört

Je tiefer die Stimme, desto seriöser der Auftritt

Der Stimme Gewicht verleihen? Dafür hängen wir das Gewicht mal dran und sinken ein paar Oktaven tiefer. Weiter unten in Alt, Tenor, Bariton und Bass wirken die Sätze nämlich kompetenter. Oder?

Mikrofon

Was Rednerinnen und Redner kompetenter wirken lässt? Eine tiefe Stimmlage. 

Designecologist/Unsplash

Was haben glaubwürdige Rednerinnen und Redner gemeinsam? Einen guten Speech. Vorgetragen in einer klaren, ruhigen und tiefen Stimme. Der Ton macht die Musik. Sagt man. Hört man. Denn tiefe Stimmen zeugen von Vertrauen und Kompetenz. Autorin Isabel García schreibt in ihrem Buch «Ich rede» (mvg Verlag), dass wir tiefe Stimmlagen mit Gelassenheit assoziieren. Und diese wiederum mit Ehrlichkeit. Hohe Stimmlagen hingegen verbinden wir unterbewusst mit Unsicherheit und Schutzbedürftigkeit. 

Dass viele Männer von Natur aus kräftigere Stimmen haben als Frauen, liegt an den Stimmlippen. Die sind bei ihnen sind meistens länger. Bassstimmen beispielsweise haben etwa eine Länge von 25 Millimeter, Sopranstimmen um die 15 Millimeter. Je kürzer und dünner die Muskelstränge im Kehlkopf sind, desto häufiger schwingen sie pro Sekunde. Das Ergebnis: eine höhere Frequenz und folglich eine höhere Stimme.

In der vergangenen Jahrzehnten haben sich die Stimmen der Frauen im Durchschnitt um zwei bis drei Halbtöne gesenkt. Wie Zeit Online schreibt, sehen Soziologen darin aber keine biologische Entwicklung, sondern eine Auswirkung der Emanzipation

Wo liegt die eigene normale Stimmlage? 

Spricht jemand grundsätzlich tief, können hohe Töne natürlich trotzdem aus der Kehle erklingen. Schliesslich redet niemand monoton nur in einer bestimmten Oktave. Die Stimme verändert sich. Sie passt sich meistens unkontrolliert unseren Emotionen an. Wo unsere eigentliche Stimmlage sich befindet, merken wir, wenn wir ganz Gelassen sind. Bei einem gemütlichen Abendessen mit der Familie oder bei einem Gespräch im Tram gegenüber der besten Freundin.

Wann und warum sich der Tonfall nun ändert? Auch hier heisst die Antwort: Stimmlippen. Sind wir wütend, klatschen die Stimmlippen schneller aneinander – es entsteht mehr Energie, die Stimme klingt leicht aggressiv. Trauer hören wir ebenfalls raus. Die leicht gedämpfte und dunkle Stimme entsteht durch das langsame und weiche Schliessen der Stimmlippen. 

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Lässt sich eine tiefere Stimmlage antrainieren?

Ja. Mittlerweile gibt es ganze Workshops und Coachings, die Methoden zu tieferem Sprechen vermitteln. Ein Weg, die Stimme bewusst in eine tiefere Stimmlage zu lenken, ist die Zwerchfellatmung. Diese führt beim Sprechen zu einer stärkeren und tieferen Stimme als jene bei der Brustatmung. Während der Atmung aus dem Zwerchfell sollte sich der Bauch beim Einatmen heben und mit Luft füllen. Die Sätze, die danach folgen, werden unangestrengt lauter, kraftvoller und tiefer klingen.

Wir wünschen frohes Reden. Mit allen Höhen und Tiefen!

Könnt ihr eure Stimmlage bewusst lenken? 

Von Vanessa Vodermayer am 31.08.2020
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