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  4. Black Lives Matter: Bücher, Filme über Rassismus

Wie es ist

Lesens- und Sehenswertes zum Thema Rassismus

Hier ein bisschen Wahrheit: Es gibt immer noch Rassismus. Auch in diesem Land. Hier eine Aufforderung: Diese Filme, Dokumentationen und Bücher solltet ihr euch spätestens jetzt zu Gemüte führen. Denn: No excuse to be uninformed! Deckenburrito sein und seine Augen verschliessen, ist keine Option.

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Screenshot aus der Dokumentation «The Danger of Being a Black Woman in Brazil».

Youtube-Video: Dokumentation «The Danger of Being a Black Woman in Brazil»

Schubladen sind für Socken da – sollte man meinen. Die aktuelle Debatte um rassistisch motivierte Polizeigewalt in den USA verdeutlicht aber wieder einmal: Alltagsrassismus ist Teil unserer Gesellschaft. Auch in der Schweiz. Die Fallzahlen rassistischer Diskriminierung steigen gemäss des Vereins humanrights.ch sogar von Jahr zu Jahr. Rassismus ist die stille, vielleicht wirksamste Ideologie der Menschheitsgeschichte. Aber wie konnte es soweit kommen? 

Diese Bücher, Dokumentationen und Filme beschäftigen sich damit, wie fremdenfeindliche, rassistische und diskriminierende Strukturen unsere Gesellschaft begannen zu prägen und das noch heute tun – ein Thema, mit dem sich jede*r auseinandersetzen sollte.

 

5 Bücher zum Thema Rassismus

Ein Manifest gegen das Albtraum-Konzept «Heimat»
«Eure Heimat ist unser Albtraum» (Ullstein Buchverlage), herausgegeben von Fatma Aydemir und Hengameh Yaghoobifarah, ist eine Sammlung zahlreicher Geschichten. Insgesamt vierzehn Publizist*innen und Autor*innen widmen sich einem sehr hochdeutschen Begriff und schreiben über zu italienische Kinder und orientalisch zu spät kommende Freunde. Und noch viele weitere «zus». 

Mehr für dich

Ständig eine Gefahr zu sein
Während im vorherigen Buch Deutschland kritisch beleuchtet wird, kümmern sich die 26 Autor*innen (mit dabei die grossartigste Zadie Smith) in Nikesh Shuklas «The Good Immigrant» (Penguin Books) um England. Und zwar darum, wie es sich anfühlt, einer Minderheit anzugehören, ständig als potenzielle Gefahrenquelle angesehen oder am Flughafen besonders durchsucht zu werden.

Das Leiden der anderen
Carolin Emcke fragt sich wie sie das können: so zu hassen. Wie sie sich so sicher sein können. Denn das müssen die Hassenden sein: sicher. Sonst würden sie nicht so sprechen, so verletzen, so morden. In ihrem Buch «Gegen den Hass» (S. Fischer Verlag) hat sich die deutsche Autorin 2016 mit wachsenden Ressentiments, Rassismus und einer zunehmenden Demokratiefeindlichkeit beschäftigt.

Warum?
Ijeoma Oluo gibt in «Schwarzsein in einer rassistischen Welt» (Unrast Verlag) Antworten auf die Fragen, die gerade nach dem Tod von Georg Floyd wieder so drängen. Es geht um die Polizeigewalt in den USA und Massenverhaftungen von Afro-Amerikaner*innen, aber auch um den Begriff der Intersektionalität und all die "kleineren" Lebensbereiche, in denen Rassismus tagtäglich stattfindet.

Die Geschichte der Polizeigewalt
«The Hate U Give» (der Titel geht auf Tupac, den Lieblingsrapper der Autorin zurück) von Angie Thomas ist ein Roman, der in den USA monatelang die Bestsellerlisten anführte. Die Zeit schreibt: «Es ist schwer, diesen Roman zu lesen, ohne gemeinsam mit dem Hauptprotagonisten Starr abwechselnd wütend zu werden und zu verzweifeln, sich ohnmächtig und ausgeliefert zu fühlen und zutiefst verängstigt.»

5 Dokumentation zur Aufklärung von Rassismus

Lehrhafter Psychoterror
Blauäugige gegen Braunäugige: Wie entsteht Rassismus? Und wie fühlt er sich an? Das Format «ZDF neo» hat mit «Der Rassist in uns» ein qualvolles Experiment inszeniert. Es stellen sich dabei 39 Menschen vor laufender Kamera einem Selbstversuch. Der Zuschauer soll am Ende der 75-minütigen Sendung verstehen können, wie Vorurteile entstehen und dass jeder Opfer von Diskriminierung werden kann – aber auch Täter.

Wie es ist als Woman of Color
In Brasilien kann es einer Frau das Leben kosten, eine Feministin zu sein – vor allem, wenn sie schwarz ist. Eine der Episoden der Doku-Serie «Fundamental» von Sharmeen Obaid-Chinoy für das Online-Magazin «Refinery29» nimmt sich dieser Thematik an und zeigt das auf eindrucksvolle Weise.

Rassismus und Showbusiness
Menschenzoos.
Existierten bis in die 50er Jahre.
Denn die «Wilden» (gleichnamige Dokumentation, produziert von ARTE) waren damals Teil eines boomenden Showbusiness und damit der Zurschaustellung von Menschen und deren vollkommener Entmenschlichung.

Verbünden
«How to be an Ally». Das fragen sich sich jetzt alle (und wenn nicht: solltet ihr). In diesem Video bietet die YouTuberin und Moderatorin Lisa Sophie Laurent eine Plattform, um im Gespräch mit beiden antirassistische Handlungsoptionen zu formulieren und mit ihrer Community zu teilen.

Was Rassismus mit einem macht
«Afro.Deutschland» zeigt, dass Rassismus nicht auf rechte Gewalt reduziert werden kann. Es geht um subtilere Ausprägungen, die zur Normalität in Deutschland geworden sind: diskriminierende Begriffe, die immer wieder verwendet werden, oder grenzüberschreitendes Verhalten gegenüber schwarzen Personen.

Wichtige Filme über Rassismus

Warum so wütend?
«Why are Black Women so angry?» Ja, warum nur?

Die Welt war nie weiss
«Die Welt ist nicht weiss. Sie war nie weiss. Weiss ist eine Metapher für Macht.» Der folgende Künstler könnte natürlich auch bei den Büchern stehen: Schriftsteller James Baldwin. Aber jetzt stehen der Amerikaner und die lebensverändernde Dokumentation über ihn hier. Seine Romane erlangten mythische Bedeutung, schon der erste, «Go Tell It on the Mountain», die Geschichte seiner Jugend. Die Essays hochpolitisch und brillant. Baldwin war schwul, und er war schwarz, er war als Schuhputzboy aus New York losgezogen und lebte im selbst gewählten Exil am Fusse einer mittelalterlichen Zitadelle an der Riviera, wo er 1987 starb. James Baldwin war vieles, nur eines war er nicht und wollte es nicht sein: «I Am Not Your Negro».

Von Rahel Zingg am 02.06.2020
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