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  4. Studie: Glück durch Ferien? Macht Urlaub wirklich zufrieden?

Happy Strand euch allen

Ob Ferien uns wirklich glücklich machen?

Endlich wieder Ferienzeit, endlich wieder Abstand von sich selbst – und: endlich happy? Mitten in der Hochsaison öffnen wir eine Flasche Champagne Problems und fragen uns: Machen die freien, angeblich unbeschwerten Tage wirklich glücklicher? Und zwar nachhaltig?

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Davon träumen wir: Meer, Strand, Sonne, Ferien – und der damit einhergehenden Unbeschwertheit.

imago images/YAY Images

Einfach mal rauskommen.

Endlich mal eine andere Szenerie.

Endlich mal seinem Erbsenzählerselbst entkommen.

Das macht alles besser. Und uns endlich glücklich. Nicht wahr? Wir fiebern auf eine – oder zwei Wochen im Jahr hin – so dringend. Weil nötig. Und wie viel man dann auf sich nimmt, um diesem Alltag zu entkommen, um ihn anderswo zu geniessen, weit weg von zu Hause. Viele notwendige Übel (Koffer packen, Warteschlangen, Sicherheitschecks), die man voller Vorfreude auf das, was kommt, verklärt. Es kommt ein intensives Feriengefühl. Getragen von der salzigen Luft. Befeuert vom Pathos der Sonne. Bestätigt von unbekannten, neuen Gesichtern.

Und dann ist auch schon wieder alles vorbei und es reicht manchmal nur schon die Fahrt zurück nach Hause, um den Urlaubsvibe zunichtezumachen. Oder der volle Briefkasten. Lohnt sich das denn? Sind diese Auszeiten überhaupt ihr Geld und den Aufwand wert?

Laden Ferien die leeren Baterien denn wirklich auf?

Psycholog*innen befinden wie zu erwarten, dass Menschen im Urlaub entspannter sind. Wohlbefinden und Gesundheit steigen. Der niederländische Tourismuswissenschaftler Jeroen Nawijn beschrieb 2010 gleich eine typische Urlaubs-Glückskurve: Zu Beginn der Reise ist die Laune meistens noch nicht besser, erst nach zwei bis drei Tagen steigt die Stimmung steil an, um gegen Ende wieder abzufallen. An- und Abreise halt.

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Am glücklichsten sei man in der Zeit davor, besagt eine brandneue Studie. Die Zeit der Verklärung. Wer sich gerade mit der Planung eines Urlaubs beschäftigte, war insgesamt glücklicher und bewertete beispielsweise auch seine familiäre und gesundheitliche Situation positiver als Befragte, die keine Reise planten. 

Planung macht glücklich, Erinnerung nicht

Davor ist man also ganz zufrieden. Die Aussicht machts. Währenddem bestenfalls auch. Aber danach? Die Erkenntnisse dazu sind ernüchternd. Spätesten einen Monat später ist der Gute-Laune-Puffer dahin. Das belegt unter anderem eine Übersichtsarbeit der Psychologin Jessica de Bloom.

Besonders erstaunlich ist, dass der Erholungseffekt generell nur kurz anzuhalten scheint – egal, wie lange die Auszeit war. Das klärt auf jeden Fall die Frage, ob man einmal lang oder mehrmals kürzer verreisen sollte. Definitiv Letzteres. Aber auch, dass die Ferien kein Ersatz dafür sind, dass man sich auch im Alltag um seine Entspannung und Gesundheit kümmert. Da kann der geografische Abstand noch so gross sein. Sich selbst nimmt man ja immer mit. 

Von Rahel Zingg am 06.07.2021
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