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Ein Kompliment klingt anders

Was ist eigentlich Catcalling?

Belästigung hat nicht immer nur was mit Berührungen oder Gewalt zu tun. Das sogenannte «Catcalling» zum Beispiel ist verbale Belästigung und Alltag jeder einzelnen Frau. Wir erklären, was es ist und wie frau sich wehren kann.

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Sexuelle Belästigung kann auch verbal stattfinden.

Getty Images/EyeEm

«Du hast eine tolle Ausstrahlung» oder «Du wirkst mega selbstbewusst» – solche Komplimente hört man leider selten bis gar nicht. «Geiler Arsch», «Ey Süsse», ein Schnalzen oder Pfeifen geht dagegen offensichtlich ziemlich leicht von den Lippen. Bringt uns das im Leben irgendwie weiter? Nope! Fühlen wir uns dadurch belästigt? Jap. Und genau da wären wir auch schon beim springenden Punkt.

Was ist Catcalling?

Catcalling sind die ungebetenen, unangebrachten und oft sexistischen Kommentare und Geräusche (Pfeifen, Schnalzen, Küssen), mit denen wir Frauen im Alltag konfrontiert sind. 
Irgendeinem Dude, den ich in meinem Leben noch nie gesehen habe, gefallen meine Beine? Einem anderen mein Hintern, dem nächsten mein kurzer Rock? Es ist mir egal! Das müsst ihr mir nicht nachrufen oder durch vulgäre Gesten zu verstehen geben, liebe Männer. Schaut doch einfach kurz (!) hin und geht zufrieden und still eures Weges. Alles andere ist übergriffig und ja, sogar verbale sexuelle Belästigung. Ich fühle mich bedrängt und unwohl und euer Wie-Auch-Immer-Defizit wird durch einen dämlichen Kommentar längst nicht kompensiert. Eine klassische Lose-Lose-Situation für alle Beteiligten – wozu also der Aufwand?

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Wie verhält man sich bei Catcalling?

Es ist leider so: Es gibt kein (im wahrsten Sinne des Wortes) idiotensicheres Verhaltensmuster. Reagiert am besten so, wie euch euer Bauchgefühl am wohlsten aus der unangenehmen Situation raus lotst. 

Ignorieren: Ist immer eine gute Idee. Schenkt dem nervigen Typen einfach nicht ein Fünkchen Aufmerksamkeit, geht weiter und lasst seinen dummen Kommentar – und somit im besten Fall auch sein Ego – im Nichts verpuffen. War was?

Konfrontieren: Erfordert Mut, kann aber effektiv sein. Die wenigsten Männer, die im Vorbeigehen wildfremde Frauen auf der Strasse anmachen, sind selbstbewusst oder erfolgreich (erst recht nicht bei besagten Frauen). Sie ziehen aus der unverbindlichen Belästigung einen Kick und wiegen sich in Sicherheit. Bleiben wir aber tatsächlich stehen und gehen herausfordernd auf ihre verbale Respektlosigkeit ein, ziehen sie meist ganz schnell den Schwanz ein und werden kleinlaut. 

Blamieren: Liegt auch nicht in jeder Komfortzone, setzt aber ein Statement. Gerade in Cafés/Bars oder auf der Strasse im Beisein von anderen Passanten, könnt ihr laut und für alle gut hörbar antworten «Hören Sie auf mich zu belästigen!» oder «Lassen Sie mich endlich in Ruhe!». Aus dem vorlauten Bad Boy wird so ganz schnell ein mucksmäuschenstiller Windhund, der zusehen wird, dass er von der Bildfläche verschwindet.

Von Laura Scholz am 03.10.2019
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