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Diskussion mit Happy End

Wie streitet man eigentlich richtig?

Egal ob mit Partner, Freunden oder der Familie, jeder macht es ab und an – streiten. Aber kann man das eigentlich, ohne das Gegenüber so zu verärgern, dass man tagelang nicht miteinander spricht? Diese Tipps einer Beziehungsexpertin helfen, um leichter wieder einen gemeinsamen Nenner zu finden.

A view from behind a parked young man and woman as visible from the back seat of their classic 1960s car as they have a disagreement or relationship difficulties.  Wide angle.  Horizontal with copy space.
RyanJLane

Streits – manche kommen kaum ohne aus, andere versuchen sie so gut es geht zu vermeiden. Eins ist dabei jedoch immer von vornherein klar: Lustig ist anders. Tränen fliessen, Türen knallen und es werden Worte geschmettert, die man später wieder bereut. Trotzdem passiert es – in jeder noch so intakten Beziehung. Und das ist auch gut so. Seinem Ärger sollte man schliesslich Luft machen. Oder?

Diese Frage beantwortet die New Yorker Beziehungsexpertin Dr. Jane Greer in ihrem Selbsthilfe-Buch «What about Me? Stop Selfishness from Ruining Your Relationship». Das grösste Problem an einem Streit besteht für die Autorin leider genau darin, dass jeder seine eigene Wut kundtun will. Das loswerden, was einen SELBST stört. Und die Schuld daran? Schieben wir sowieso auf den anderen. Der fühlt sich angegriffen – es kracht. Den Ärger also doch lieber in sich reinfressen?! Nein. Die Expertin verrät aber, wie man ihn am besten in Worte fasst.

«Ich finde …» vermeiden

«Ich finde, es war überhaupt nicht richtig von dir, dass … » drückt zwar aus, dass ihr mit etwas nicht zufrieden wart – was grundsätzlich total okay und gesund ist – greift das Gegenüber allerdings aktiv an. Besser: «Mich hat es verletzt, dass … ». Das macht deutlich, was in euch vorgeht, ohne das der andere sich auf den Schlips getreten fühlen muss.Die Eskalationsgefahr sinkt. Deutlich.

Nicht vergessen, dass ihr euch eigentlich mögt

Klingt im Streit zwar erst mal blöd, aber ihr seid ja aus einem guten Grund zusammen/befreundet. Macht euch das auch in schwierigen Situationen bewusst. Der andere möchte nur das Beste für euch, genau wie ihr für ihn. Auch wenn ihr ihm oder ihr während der Diskussion am liebsten den Kopf abreissen und gegen die Wand werfen würdet. Tief durchatmen und den Satz doch einfach mal mit: «Wir sind beide aufgebracht … » beginnen. Das gibt niemandem direkt die Schuld, schafft ein Zusammengehörigkeitsgefühl und bewirkt laut Dr. Dreer wahre Wunder.

Beide Seiten anhören

Das fällt schwer. Ihr seid sauer und absolut davon überzeugt, im Recht zu sein. Bloss nicht schmollen, sondern erzählt dem Partner, warum ihr es seid. Sachlich. Er kann schliesslich nicht hellsehen, egal wie sehr ihr diese Superkräfte grundsätzlich von ihm erwartet. Danach – das ist meist noch viel schwieriger zu handeln – hört euch die Ansicht der anderen Partei an. Ganz und ohne zu unterbrechen. Puh, klingt als müssten wir unsere Geduldsfäden wohl etwas ausrollen. Lohnt sich aber, da Missverständnisse schneller aufgedeckt werden und wir den anderen besser verstehen. Versprochen.

Gehen

Wenn es so richtig, richtig kracht und auch nach stundenlangem Ausdiskutieren kein Ende in Sicht ist, geht. Nein, dabei ist nicht die Rede von einem diva-mässigen Abgang mit Türknallen, Schreien oder provozierendem Schweigen. Entscheidet gemeinsam, dass sich der Streit im Kreis dreht und unterbrecht die Diskussion. Dabei muss nicht gleich das Haus verlassen werden, manchmal hilft schon eine Ladung kaltes Wasser im Gesicht. Teilweise muss aber mehr Abstand her und vielleicht etwas mehr Zeit. Da kann es auch schon mal einen Tag dauern, bis sich das Gemüt beruhigt hat. Das macht aber gar nichts. Hauptsache ihr konntet euch klare Gedanken darüber machen, welche Grenzen ihr vielleicht selbst überschritten habt und was ihr euch von dem anderen wünscht. Redet dann noch einmal über das Problem und ihr werdet sehen, vieles hat sich meist schon von selbst geklärt.

Danke, Frau Dr. Geer! ♡

Von Denise Kühn am 26. April 2019