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Gefährliche Entwicklung

Corona hat den Bewegungsmangel bei Kindern verschärft

Gelernt wurde zuhause, Treffen in grösseren Gruppen waren lange verboten und Freizeiteinrichtungen geschlossen – die Corona-Pandemie hat das Leben von Kindern besonders stark verändert. Eine Studie zeigt nun auf, dass sich Kinder in der Coronazeit viel zu wenig bewegt haben. Schulkinder verbrachten rund 12 Stunden des Tages sitzend.

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Kinder, Bewegung

Die Corona-Pandemie führte dazu, dass sich Kinder viel zu wenig bewegen.

Getty Images

Kinder brauchen Bewegung. Können sie sich ausreichend körperlich verausgaben, schlafen sie unter anderem besser, sind ausgeglichener und haben einen guten Appetit. Nun ist es aber so, dass sich viele Kinder zu wenig bewegen. Die Corona-Pandemie hat diese Tendenz durch Home-Schooling, geschlossene Sporteinrichtungen und abgesagte Veranstaltungen zusätzlich verschärft.

Gemäss einer Studie der deutschen Krankenkasse «DAK-Gesundheit» besteht bei zwei Dritteln der Schulkinder in Deutschland ein Bewegungsmangel. Zu diesem Ergebnis führte eine Befragung von 18'000 Mädchen und Knaben aus 13 Bundesländern. Besonders erschreckend ist die Zeitspanne, welche Schulkinder im Sitzen verbringen: Es sind laut der Erhebung ganze 12 Stunden pro Tag. 

Unterschätztes Gesundheitsrisiko

Auf das Bewegungsmuster von sozial benachteiligten Kindern hat sich die Pandemie besonders stark ausgewirkt: Von ihnen berichteten 44 Prozent von einem negativen Einfluss der Krise auf ihr sportliches Verhalten. Gemäss der Studie haben aktuell nur 22 Prozent von ihnen ausreichend Bewegung. Vor der Pandemie waren es noch 27 Prozent. Als Gründe für den Bewegungsmangel gaben sie unter anderem an, ihnen fehle eine Ausrüstung oder niemand wolle mit ihnen spielen.

Ein Bewegungsmangel kann die kindliche Entwicklung gefährden. DAK-Vorstandschef Andreas Storm sagt dann auch: «Der Bewegungsmangel der Jugend muss uns alarmieren, denn er ist für die verschiedensten Erkrankungen mitverantwortlich.» Er sei ein massives Gesundheitsrisiko, das wir oft unterschätzen würden.

Ausreichend körperlich aktiv sind laut der DAK-Studie nur 32 Prozent der befragten Kinder in Deutschland. Doch auch vor der Pandemie waren die Resultate nicht berauschend: Damals bewegten sich 35 Prozent der Kinder ausreichend. Doch was bedeutet «ausreichend»?

Mindestens eine Stunde Schwitzen

Die Studie richtete sich nach den deutschen Bewegungsempfehlungen. Nach diesen ist es ratsam, dass sich Kinder und Jugendliche täglich mindestens 90 Minuten moderat bis intensiv bewegen. Diese können sich in 60 Minuten Alltagsaktivitäten – wie etwa Treppensteigen oder zur Schule laufen – und 30 Minuten echte sportliche Aktivitäten, bei denen man ausser Atem gerät, aufteilen.

Die Bewegungsempfehlungen vom Netzwerk Gesundheit und Bewegung Schweiz hepa.ch unterscheiden sich nur gering. Dieses rät, dass sich Jugendliche gegen Ende des Schulalters zusätzlich zu den Alltagsaktivitäten täglich mindestens eine Stunde mit mittlerer bis hoher Intensität bewegen sollten, jüngere Kinder deutlich mehr als eine Stunde pro Tag.

Als Aktivitäten mit mittlerer Intensität gelten dabei solche, bei denen man etwas ausser Atem kommt. Zum Beispiel zügiges Gehen, Velofahren oder Spielen in der Natur. Mit Aktivitäten mit hoher Intensität sind jene gemeint, die Schwitzen und beschleunigtes Atmen verursachen – etwa Joggen, Biken oder Ballspiele. Weiter sei für die optimale Entwicklung von Kindern und Jugendlichen ein vielseitiges Bewegungs- und Sportverhalten wichtig, damit die Knochen gestärkt, die Muskeln gekräftigt, die Geschicklichkeit verbessert und der Herz-Kreislauf angeregt werden sowie die Beweglichkeit erhalten bleibt.

Von fei am 26. Oktober 2022 - 15:31 Uhr