1. Home
  2. Family
  3. Alltag
  4. Feine und gesunde Znüni trotz weniger Vielfalt im Winter

Sila Sahin geht mit nicht so gutem Beispiel voran

So bereiten wir auch im Winter feine und gesunde Znüni zu

Beim Anblick von Sila Sahins Znüniboxen für ihre beiden Söhne bleibt uns der Bissen im Hals stecken: Johannisbeeren, Erdbeeren, Himbeeren, Tomaten und Zwetschgen, und das alles mitten im Winter! Wir fragen eine Ernährungsberaterin, wie wir die Zwischenmahlzeiten saisonaler zubereiten – und den Kindern damit trotzdem eine Freude machen können.

Teilen

Merken

Kommentare

Artikel teilen

Äpfel, Birnen und Nüsse

Die Auswahl ist winters kleiner – schaut aber trotzdem lecker aus, was meint ihr?

Getty Images/EyeEm

Wir mögen Sila Sahin (37) und die Einblicke in ihr Familienleben, die sie auf Instagram regelmässig bietet, ja sehr. Aber dass sie mit ihrem Post zu den Jauseboxen für ihre beiden Buben fast ausschliesslich nette Kommentare und sogar Lob erntete, überrascht uns. Eher angebracht, wenn man so schaut, was sie Elija (4) und Noah (3) einpackt: ein Shitstorm! Während wir uns zum dritten Mal in den Finger schneiden beim Versuch, aus dem Znünirüebli für unsere Kleinen zwecks mehr Abwechslung ein lustiges Krokodil zu schnitzen, legt die Schauspielerin ihren Knirpsen doch tatsächlich nicht nur Gurken und Tomaten, die ja mittlerweile tatsächlich in vielen Familien das ganze Jahr über auf den Tisch kommen, sondern obendrein auch noch Johannisbeeren, Him- und Erdbeeren, Sommerfrüchte schlechthin, in die Box. Darf man das?

Natürlich freut sich jedes Kind über so eine üppig befüllte Znünibox. Aber so eine Auswahl das ganze Jahr über zu bieten, schadet wegen der langen Transportwege und der Anbaubedinungen natürlich der Umwelt – und belastet obendrein das Familienbudget, da Sommerfrüchte im Winter teurer sind als die saisonale Auswahl. Wie wir die Znüniboxen schlauer füllen, weiss Stéphanie Bieler, Fachexpertin Ernährung bei der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung SGE.

Erdbeeren, Johannisbeeren, Himbeeren, Zwetschgen, Tomaten, Gurke. Abgesehen vom Umweltgedanken – haben die eigentlich gleich viele Vitamine wie wenn man sie saisonal isst?
Das kann man nicht pauschal beantworten. Es ist natürlich am besten, Früchte und Gemüse reif zu ernten. Wenn sie von weit her kommen, mussten sie früher gepflückt werden, sonst hätten sie den Transport nicht schadlos überstanden, aber der Unterschied bezüglich Nährstoffe ist nicht so gross wie man denken könnte. Problematischer ist das Ganze tatsächlich vom Umweltgedanken her. Und: Es macht Sinn, Kindern das Bewusstsein für die verschiedenen Saisonalitäten mit auf den Weg zu geben: Die ersten Erdbeeren kommen im Mai, das macht ja ihren besonderen Reiz aus.

Wenn wir das ganze Jahr Weihnachten feiern würden, wäre das Fest ja auch nicht mehr so aufregend … Doch das Angebot an Früchten und Gemüse ist halt im Winter gerade für Kinder nicht sehr abwechslungsreich. 
Genau, wenn wir es ganz streng nehmen würden, gäbe es nun fast nur noch Äpfel, Birnen und Karotten, und zwar relativ lange. Denn welches Kind freut sich über Sellerie in der Znünibox …? Deshalb würde ich mit Kindern im Laden ein Auge zudrücken, jedoch wenn möglich auf Bio setzen und neben dem einheimischen Angebot auf jenes aus dem näheren Umland. Somit wären die Gurken aus Spanien oder die Tomaten aus Italien okay. Zudem muss es ja nicht jeden Tag vier oder fünf verschiedene Sachen in der Znünibox haben.

Was ist bezüglich exotische Früchte ein sinnvoller Ansatz?
Es gibt ja immer mehr Exoten aus unseren Nachbarländern, Kiwi aus Italien zum Beispiel oder Mango und Papaya aus Spanien. Solche von weiter her sind ab und zu als Abwechslung – wenn wir zudem möglichst auf Bio und Fairtrade schauen – gut vertretbar. Oder den Sommer haltbar machen! Ich habe zum Beispiel im vergangenen Jahr Erdbeeren gedörrt, das ginge zum Beispiel auch mit Nektarinen. Einmal pro Woche ein paar Dörrfrüchte tragen auch zur Abwechslung bei.

 

Wie lässt sich der immer gleiche Wintermix von Äpfeln, Birnen, Rüebli und Zitrusfrüchten sonst noch pimpen? 
Zum Beispiel, indem wir aus dem Rüebli ein Tier schnitzen oder ein Smileygesicht in den Apfel schneiden. Oder indem wir verschiedene Apfelsorten ausprobieren. Ein Braeburn schmeckt ganz anders als ein Gala oder Glockenapfel. Zudem können wir bei den anderen Komponenten abwechseln, die saisonunabhängig sind, zum Beispiel verschiedene Nüsse beigeben.

Was halten sie von gefrorenen Früchten?
Mit Beeren aus dem eigenen Garten, die man während der Saison eingefroren hat, kann man zum Beispiel sehr gut einen Quark oder Joghurt verfeinern. Gekaufte gefrorene Beeren sollte man vorsichtshalber lieber zuerst aufkochen. 

Sie sind selber Mutter eines Kleinkindes. Welcher Vitaminbooster liefert ihnen nach einer durchwachten Nacht möglichst schnell wieder viel Energie? 
Da würde ich einen frisch gepressten Orangensaft empfehlen, um morgens auf Touren zu kommen.

Ein frisch gepresster Früchtesmoothie könnte auch mal ein Znüni für die Kinder sein?
Ja, wenn ein Kind sonst nicht viele Früchte gern hat, kann das zur Abwechslung eine gute Alternative sein.

Falls ihr euch auch gerade überlegt, was derzeit so alles Saison hat, findet ihr hier die Tabellen für Früchte und Gemüse.

Von am 12. Januar 2023 - 17:17 Uhr