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«Wir freuen uns sehr!»

Grosseltern dürfen Enkel wieder umarmen

Endlich! Grosseltern und Enkelkinder dürfen einander wieder in die Arme schliessen, sagt Daniel Koch vom BAG. Wir haben bei Grossmütter- und Vätern nachgefragt, was diese Nachricht konkret für sie bedeutet.

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Der Verzicht auf Umarmungen fiel beiden Seiten schwer: Grosseltern und Enkelkindern (Symbolbild).

Getty Images

Das strikte Isolations-Korsett für Senioren wird langsam gelockert. Eine besonders erfreuliche Nachricht: Grosseltern und ihre Enkelkinder dürfen sich wieder umarmen. «Heute kann man mit recht grosser Sicherheit davon ausgehen, dass Kinder nicht die grossen Überträger sind», sagt Daniel Koch, 65 vom BAG im Interview mit dem «Grosseltern Magazin».

Den Hütedienst wieder aufzunehmen, sei dennoch zu früh, warnt Koch. Denn: «Das Problem sind eigentlich die Eltern.» Sie könnten das Virus übertragen. Solange der notwendige Abstand zur mittleren Generation jedoch eingehalten werde, dürfe man kleine Kinder zwischendurch wieder einmal umarmen.

Wir haben auf der Redaktion nachgefragt, was diese Lockerung bei Grosseltern auslöst.

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«Wir werden die beiden richtig verwöhnen»

Renata, 67, und Hannes, 67 aus Burgdorf BE, beide kerngesund, hatten zwar einen regen Briefaustausch, ihre Enkelkinder haben sie aber sechs Wochen lang nicht gesehen. «Nun holen wir das nach. Am Samstag gibts einen Ganztagesausflug und die beiden werden richtig verwöhnt. Schliesslich haben sie noch nicht einmal ihr Osternest erhalten. Wir freuen uns sehr!»

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Auf regelmässiges Hüten sollten Grosseltern weiterhin verzichten (Symbolbild).

Getty Images

«Das Risiko ist uns noch zu gross»

Susanne, 68, würde ihre Enkelkinder zwar gerne in die Arme schliessen, doch das Risiko ist der Seniorin aus Bern noch zu gross:  «Da mein Mann schwer krank ist, bleiben wir trotz Lockerungen lieber noch auf Abstand.»

Ähnlich ergeht es auch Myrta, 76, aus dem Zürcher Oberland: «Ich habe mich sehr gefreut, davon zu hören und werde meine Enkelkinder bald wieder in die Arme nehmen. Vielleicht kommt meine Schwiegertochter bald mal im Quartier vorbei und ich kann die Kinder kurz sehen.»

Den Hüte-Termin im Mai hat die zweifache Grossmutter aber nochmals abgesagt: «Obwohl ich sehr bald auf eine Normalisierung hoffe, ist der Respekt vor einer zweiten Welle gross. Viele in meinem Bekanntenkreis haben Angst davor und nehmen die Abstandsregeln deshalb sehr ernst.»

 

 

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Nach 20 Jahren im Dauer-Hüeti-Einsatz geniesst Sonja die Zeit für sich und ihren Mann sehr (Symbolbild).

Getty Images

«Endlich habe ich Zeit für mich allein»

Etwas anders tönt es bei Sonja, 70, aus Graubünden. Kaum waren die Töchter ausgezogen, kamen die ersten Enkelkinder. In den letzten zwanzig Jahren hat die Familienfrau fünf Enkel regelmässig gehütet und dazu ihre Mutter, Schwiegermutter und Tante bis hin zu ihrem Tod gepflegt und begleitet.

«Klar, freue ich mich, wenn ich meine Enkelkinder wieder in die Arme schliessen darf. Aber vermissen? Ja und nein. Ich habe zum ersten Mal in meinem Leben richtig Zeit für mich allein – und für meinen Mann. Wir geniessen das ehrlich gesagt sehr.»

Von Maria Ryser am 27.04.2020
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