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Tschüss, Schuldenfalle!

Millionärin verrät die besten Finanzlektionen für Kids

Wie lernt man eigentlich den Umgang mit Geld? Eine Millionärin verrät die fünf wichtigsten Finanzlektionen für Kinder.

Ein Kind macht Strassenmusik

«Kindern Verdienstmöglichkeiten anbieten», lautet ein Tipp von Millionärin Sandy. Strassenmusik meint sie aber damit wohl nicht. 

Unsplash/Felix Koutchinski

Geld gehört zum Leben. Schulden leider immer häufiger auch. Jeder fünfte Jugendliche gerät in der Schweiz finanziell ins Schleudern. Damit beginnt oft eine Verschuldungsgeschichte, die sich durchs Erwachsenenalter zieht.

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Die Schuldenberatung Dettes gibt als Hauptgrund dafür fehlende Finanzkompetenz an. Ein Grund also, der mit der richtigen Erziehung verhindert werden kann. Nur, wie bringt man seinen Kindern den Umgang mit Geld bei?

 

Die erfolgreiche Strategie einer Millionärin und Mutter

Jemand, der das wissen muss, ist Millionärin und zweifache Mutter Sandy, 63, die unter einem Pseudonym auf Businessinsider.de ihre Tipps für die finanzielle Erziehung von Kindern teilt. Sie war mit ihrer Strategie so erfolgreich, dass ihr Sohn bereits mit 35 Jahren aus eigenem Verdienst ebenfalls Millionär wurde und seine Mama als seine wichtigste finanzielle Einflussgrösse angibt. Mit diesen Finanzlektionen hat sie das geschafft.

1. Finanzielle Verantwortung übertragen

Die Kinder der Millionärin, die anonym bleiben möchte, hatten eine Art frühen Jugendlohn. Also ein eigenes Einkommen, mit dem sie für einen Teil ihrer Ausgaben selber aufkommen mussten. Bereits im Alter von zehn Jahren händigte sie ihnen monatlich 200 Dollar aus, von denen die Kinder Artikel des täglichen Bedarfs oder auch Abonnemente selber bezahlen mussten. Zahnpasta und Vereinsbeiträge standen auf der Liste der selber zu finanzierenden Dinge. Für Essen und Arztbesuche kam die Mutter weiterhin auf.

Wofür sie ihr Geld ausgeben wollten, durften die Kinder selber entscheiden. «Manchmal haben sie Entscheidungen getroffen, die ich nicht für die besten hielt, aber so haben sie gelernt.» Besser früh in einem sicheren Rahmen diese Erfahrungen sammeln, als später mangels Kompetenz in die Schuldenfalle tappen.

Eine Herangehensweise, die mittlerweile viele Eltern als sinnvoll empfinden. Auch Herzogin Kate wurde dabei beobachtet, wie sie ihre Kinder, Prinz George, 7, und Prinzessin Charlotte, 5, ihr Schulmaterial von ihrem eigenen Taschengeld bezahlen liess, um ihnen Finanzkompetenz zu vermitteln.

2. Verdienstmöglichkeiten anbieten

Die Kinder der Millionärin hatten stets die Möglichkeit, ihre finanzielle Lage durch zusätzliche Arbeit aufzubessern. Am Kühlschrank der Familie hing eine Liste von Hausarbeiten, hinter denen der Betrag aufgeführt war, den die Kinder sich verdienen konnten, wenn sie dieses Ämtli erledigten. «Wenn sie unbedingt etwas kaufen wollten, suchten sie sich diese Jobs aus und erledigten sie, um sich ihren Wunsch zu verdienen.»

Die Mutter ermutigte ihre Kinder auch, Ferienjobs anzunehmen. Etwa bei den Nachbarn laub zu wischen oder Unkraut zu jäten.

Übrigens sagt Spitzenbankerin Mara Harveys, dass Eltern ihre Kindern nicht nur zum Geldverdienen animieren, sondern mit ihnen auch unbedingt über das Geldverdienen offen reden sollen. «Reden Sie über Geld! Es ist verrückt, aber in unserer Gesellschaft ist Geld ein grösseres Tabu als Sex. Sagen Sie Ihren Kindern, wieviel Sie verdienen und was Sie davon zahlen müssen. Diskutieren Sie die Frage, wieviel ein Job Wert ist – nicht nur, aber gerade auch mit Mädchen. Suchen Sie Vergleiche und fragen Sie sich gemeinsam, warum eine Stunde einer gewissen Arbeit mehr oder weniger Wert sein sollte als eine Stunde einer anderen Arbeit.»

3. Finanzielle Unabhängigkeit fördern

Auf ihr Erbe durften sich die Kinder der Millionärin nicht verlassen. Sie sagte stets, dass sie zu Lebzeiten das Geld ausgeben wolle, das sie sich verdient habe. So wollte die Mutter verhindern, dass die Kinder finanziell von ihrem Vermögen abhängig werden, sich zurücklehen und fest mit dieser Sicherheit rechnen.

4. Learning by doing

Zu Weihnachten und zu den Geburtstagen schenkte die Mutter ihren Kindern jeweils Aktien. Wertpapiere von Unternehmen, mit denen sich die Kinder identifizieren konnten. Etwa die eines Schokoladenherstellers. Zusammen beobachtete die Familie dann, wie sich der Kurs der Papiere entwickelte. «Es hilft ihnen einfach, sich dafür zu interessieren, etwas darüber zu lernen und zu sehen, wie es wächst oder untergeht.» Auch hier überliess die Mutter ihren Kindern die freie Wahl, wann sie eine Aktie behalten oder verkaufen wollten.

Auch Sparbriefe gehörten bei der Familie unter den Weihnachtsbaum, damit die Kinder das Konzept der verzögerten Belohnung erleben konnten, statt einfach nur in der Theorie zu lernen. Wissen ist in Macht – das gilt auch in finanziellen Fragen.

Von KMY am 23.07.2021
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