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Frauenkörper nach der Geburt

Ashley Graham trägt Windeln – und steht dazu

Der weibliche Körper kann Dinge, wie Babys auf die Welt bringen. Kaum ist das aber geschafft, will keiner über den Part mit den Riesen-Slipeinlagen, den Netzunterhosen und dem Ausfluss reden. Model Ashley Graham stört sich daran – und postet auf Instagram ein Foto der Wochenbett-Realität.

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Vor der Geburt ihres Sohnes hatte Ashley Graham keine Ahnung, was im Wochenbett auf sie zukommt.

GC Images

Monatelang bereiten sich Schwangere vor: Babyzimmer einrichten, Kinderwagen aussuchen und die richtige Atemtechnik für dem Press-Vorgang üben. Was gerne vergessen geht, ist, sich mit den körperlichen Veränderungen und Herausforderungen nach der Geburt zu beschäftigen. Dass vaginale Entbindungen und Kaiserschnitte Schmerzen machen, auch wenn das Baby längst da ist – igitt! – darüber spricht man nicht.

Glücklicherweise ist US-Plus-Size-Model Ashley Graham, 32, bekannt dafür, Dinge an- und auszusprechen, die andere lieber nicht sagen oder zeigen. Ihre Dehnungsstreifen und Bauchröllchen schaffen es genauso in ihren Instagram-Feed, wie der genüssliche Biss in einen riesigen Burger. Da ist es fast schon Pflicht, wenige Wochen nach der Geburt von Sohn Isaac Menelik Giovanni ihren After-Baby-Body mit den Fans zu teilen.

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Ashley Graham zeigt ihren Followern, dass die Zeit nach der Geburt alles andere als glamourös ist.

instagram/ashleygraham

Fashionista in Wegwerf-Unterwäsche

«Hebe deine Hand, wenn du nicht wusstest, dass du auch deine eigenen Windeln wechseln würdest» schreibt das «Sports Illustrated»-Covergirl zum Foto von sich im Badezimmer. «Nach all den Jahren in der Fashionbranche hätte ich niemals gedacht, dass Wegwerf-Unterwäsche mal mein Lieblingsteil sein wird, aber hier sind wir jetzt.»

Frauen, die geboren haben, wissen, dass dies schlichtweg zur Wochenbett-Realität gehört und man sich dafür nicht zu schämen braucht. Und doch: «Niemand spricht über die Genesung und Heilung (ja auch die schmutzigen Details), die Neu-Mamas durchleben. Ich will euch zeigen, dass nicht alles Regenbögen und Schmetterlinge ist», schreibt Graham weiter. «Es war hart. Und es ist unglaublich, vor welchen Hindernissen wir noch immer stehen, wenn es darum geht, was Mütter wirklich durchmachen.»

In den Kommentaren überschlagen sich die Frauen mit Lob. Viele sagen, dass auch sie keine Ahnung davon hatten, was sie nach der Geburt erwartet. Auch prominente Mütter wie Jessica Alba, 38, oder Doutzen Kroes, 35, applaudieren Graham zu so viel Mut und Ehrlichkeit.

US-Sender weigert sich, Werbung auszustrahlen

Die Tatsache, dass so wenige Menschen wissen, welche Herausforderungen auf eine Frau im Wochenbett zukommen, ist ein Problem. Es kann doch nicht sein, dass Frauenkörper abgefeiert werden, solange sie fruchtbar sind, und kaum ist das Kind da, wollen wir nichts über Blutungen, Wochenfluss und Damm-Risse hören.

Statt die Leute für das Thema zu sensibilisieren, hat der US-Sender «ABC» kürzlich die Ausstrahlung eines Werbespots abgelehnt, der sich mit dem Thema Wochenbett beschäftigt. Die Aufruhr in den sozialen Medien ist gross. Zu Recht, wie wir finden. Und wir fragen uns, was denn an folgendem Video nicht zumutbar sein soll: 

Zu intim und ehrlich

Sender ABC lehnt Werbung für Mutter-Windeln ab

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«Frida Mom» kreierte eine Werbung, die zeigt, wie aufwändig Mütter sich nach der Geburt ihres Babies hygienisch zu pflegen haben. Zu ehrlich und intim für den Sender ABC, welcher die Werbung nicht ausstrahlen will. Youtube

Die Firma «Frida», welche Frauen die Geburt und die Heilung mit Hygieneprodukten erleichtern will, hält in ihrem Statement fest: «Die Werbung, die ihr seht, wurde von ABC und den Oscars abgelehnt und während der diesjährigen Verleihung nicht ausgestrahlt. Sie ist weder ‹gewalttätig›, ‹politisch› oder ‹sexueller Natur›. Unsere Werbung ist nicht ‹religiös› oder ‹anzüglich› und zeigt weder ‹Waffen› noch ‹Munition›. Es ist lediglich eine frischgebackene Mutter, zu Hause mit ihrem Baby und ihrem neuen Körper.»

Die Macher des Werbevideos schliessen mit den Worten: «Und dann wundern wir uns, warum sich Neu-Mamas unvorbereitet fühlen.»

Von Edita Dizdar am 12.02.2020
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