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Von Picky-Eatern und emotionalen Essern

Studie liefert spannende Fakten über kindliche Ess-Typen

Nachschlag oder Nörgeln, Appetit oder Drama? Am Familientisch prallen gerne Welten aufeinander. Einen britische Studie eruiert vier Ess-Typen bei Kindern und zeigt auf, warum Essen für Erziehungsberechtigte oft viel mehr als nur eine Mahlzeit ist.

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Bei Spaghetti schlagen die meisten Kinderherzen höher.

Bei Spaghetti schlagen die meisten Kinderherzen höher.

Getty Images

Das eine Kind leert den Teller in Rekordzeit und verlangt noch vor dem letzten Bissen Nachschub. Die andere sortiert erst einmal alles aus, was nicht hundertprozentig passt. Und dann gibt es noch jene kleine Kandidat:innen, die man beinahe zum Essen überreden muss, während andere schon lange vor dem Znacht ungeduldig «HUUUUNGER!!!!!» rufen.

Oder anders formuliert: Beim Essen sind Kinder so unterschiedlich wie ihre Charaktere. Was Erziehungsberechtigte schon längst beobachten, bestätigt nun auch die Wissenschaft.

So haben Forschende der britischen Aston University genau hingeschaut und vier typische Essmuster bei Kindern identifiziert. Spannend daran ist nicht nur, wie Kinder essen, sondern auch, wie Erziehungsberechtigte darauf reagieren. Elterlicher Umgang mit dem Essverhalten hängt nämlich stark davon ab, welchem Ess-Typ Kinder angehören.

 

Das sind die vier Ess-Typen

Der oder die Unauffällige (44 Prozent)

Diese Kinder fallen am Tisch kaum auf. Sie essen weder besonders viel noch besonders wenig, weder hastig noch genüsslich. Emotionen spielen beim Essen keine grosse Rolle. Alles läuft entspannt. Also genau so, wie man es sich als Eltern wünscht.

Der oder die Begeisterte (22 Prozent)

Essen ist hier mehr als nur Nahrungsaufnahme. Diese Kinder lieben Lebensmittel, essen schnell, mit grossem Appetit und gerne mal über das Sättigungsgefühl hinaus. Essen tröstet, beruhigt und macht diesen Esstyp glücklich. 

Der oder die Glückliche (18 Prozent)

Diese Kinder essen gerne und mit Freude. Sie haben ein gutes Hungergefühl und bekommen Appetit, wenn etwas gut riecht oder fein aussieht. Zwar essen sie gerne mal zügig, doch rutschen dabei aber nicht ins emotionale Stopfen. 

Der oder die Wählerische der berühmte Picky Eater (16 Prozent)

Heikel, langsam, schnell satt. Für diese Kinder ist Essen selten ein Highlight. Genuss spielt kaum eine Rolle, Emotionen schon gar nicht. Nahrung ist funktional  und bedeutet mehr Pflicht als Vergnügen.

 

Nicht alle Kinder sind so happy wie dieses Mädchen, wenn sie Brokkoli serviert bekommen.

Nicht alle Kinder sind so happy wie dieses Mädchen, wenn sie Brokkoli serviert bekommen.

Getty Images/Cavan Images RF
Was das Essverhalten mit Eltern zu tun hat

Die Studie zeigt zusätzlich auf: Je nach Esstyp reagieren Eltern sehr unterschiedlich. Besonders bei begeisterten Essern greifen Erziehungsberechtigte vermehrt ein. Sie kontrollieren Portionen und achten streng auf Gewicht und Gesundheit. Was vernünftig klingt, ist nicht nur unproblematisch: Verbotene Lebensmittel werden plötzlich besonders attraktiv, und ein ungesundes Verhältnis zum Essen kann sich langfristig sogar verstärken.

Die Forschenden betonen deshalb, wie wichtig ein ausgewogener Umgang ist. Eltern sollen ihr Kind zu gesunder Ernährung motivieren, dabei aber auf Druck, ständige Einschränkungen und negative Gefühle rund ums Essen verzichten.

Entlastend statt verunsichernd

Das Gute an Studien dieser Art: Sie können Eltern den Druck nehmen. Nicht jedes Essproblem ist ein Problem, sondern schlicht ein Ess-Typ. Wer das Essverhalten seines Kindes versteht, reagiert oft gelassener.

Und wenn die Unsicherheit doch bleibt, gilt: Hilfe holen ist kein Zeichen von Versagen. Kinderärztinnen und -ärzte, Ernährungsfachpersonen oder Beratungsstellen können individuell unterstützen und zeigen, was im eigenen Familienalltag wirklich sinnvoll ist.

Denn am Ende gilt wie so oft: Jedes Kind isst anders. Und das ist völlig okay so!

Von mzi am 1. März 2026 - 12:00 Uhr