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Romina weiss Rat

So erhaltet ihr den Weihnachts-Zauber trotz Kommerz

Wo wohnt das Christchindli? Wo kauft es seine Geschenke ein? Kinder bringen uns mit ihren Fragen in der Weihnachtszeit in Erklärungsnot. Da ist viel Fantasie gefragt. Und, wie Familienexpertin Romina Brunner findet, auch erwünscht.

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Kinder lieben es, den Weihnachtsbaum selber zu schmücken. Familienbloggerin Romina Brunner hat einen Weg gefunden, das Kreative mit dem Traditionellen zu verbinden.

Getty Images/Cultura RF
Romina Brunner
Romina Brunner

Journalistin und Mutter von zwei Kindern

Liebe Romina, aktuell konkurrenzieren Christkind, Samichlaus und all den anderen Weihnachtsfiguren die traditionelle biblische Weihnachtsgeschichte. Ich habe Mühe, dafür Erklärungen zu finden. Und Angst, dass die biblische Weihnachtsgeschichte im Trubel an Magie verliert. Wie passt das alles zusammen? Und wie erkläre ich es meinen kleinen Buben? — Nicole

Liebe Nicole

Auch ich erlebe die Adventszeit bisweilen als chaotisch. Und ich tue mich oft schwer damit, auf die Fragen unserer Mädchen passende Antworten zu finden. Da hängen bereits Ende September Weihnachtskugeln in den Läden. Lebkuchen gibt es das ganze Jahr hindurch. Dem Samichlaus begegnet man schon im Herbst. Am Nikolaustag selbst dafür gleich mehrmals. Er kommt in die Schule, steht in Supermärkten, besucht die Kindergärten, spaziert über den Weihnachtsmarkt und klingelt am Abend noch an der Haustür. Und er ist nicht zu verwechseln mit dem Santa-Claus, der erst an Weihnachten die Geschenke bringt. 

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Der kommerzielle Trubel beraubt die Kinder

Im ganzen kommerziellen Trubel gehen die Wichtigsten vergessen: die Kinder. Ihnen nehmen wir ein Stück Fantasie – den Zauber von Weihnachten. Zunehmend verloren geht auch die wunderbare Tradition, dem Christkind eine Wunschliste zu schicken. Oder besser gesagt, sie auf den Fenstersims zu legen, in der Hoffnung, dass die Wünsche zu Weihnachten in Erfüllung gehen. Ich halte das für einen wundervollen Brauch.

Fragt Romina!

Habt ihr auch ein Thema, das euch beschäftigt? Dann schreibt ein Mail an romina@schweizer-illustrierte.ch

Das Christkind ist ein Stück Kultur

Dabei geht es nicht um den Glauben. Um deinen Buben vom Christkind zu erzählen, musst du keine Kirchgängerin sein. Das bin ich auch nicht.

Aber ich finde es wichtig, dass unsere Kultur und unsere Bräuche erhalten bleiben und gelebt werden. Zudem ist die Tradition rund um die Wunschlisten auch pädagogisch wertvoll. Sie lehrt die Kinder, geduldig zu sein, zu hoffen, aber auch mit Enttäuschungen umgehen zu können. Etwa wenn das gewünschte Meerschweinchen dann doch nicht unter dem Tannenbaum rumkrabbelt. 

Romina Brunner geht Kompromisse ein

Liebe Nicole, ohne Kompromisse kommen wir in der heutigen Zeit nicht aus. Meine Familie hat einen Weg gefunden, die verschiedenen Traditionen rund um Weihnachten miteinander zu verbinden. Wir schreiben Wunschlisten und an Heiligabend kommt das Christkind und bringt die Geschenke. Den Weihnachtsbaum aber kaufen wir im Supermarkt. In den letzten Jahren, als die Kinder kleiner waren, hat das Christkind uns die Arbeit mit dem Schmücken abgenommen.

Dieses Jahr helfen meine Töchter das erste Mal selber mit. Das habe ich nicht ganz freiwillig entschieden. Aber wen unsere Kinder in der Kita den Baum schmücken dürfen und das gemeinsame Dekorieren auch bei ihren Freunden dazu gehört, bleibt uns irgendwie keine andere Wahl.

Auch bei den Geschenken gehen wir Kompromisse ein. Was wenn das Gotti mit viel Liebe und Mühe einen Adventskalender bastelt, inklusive Weihnachtsgeschenk bei Nummer 24, was soll man da noch sagen? Wir sagen, das Christkind sei auch beim Gotti zu Besuch gewesen. Oder bei den Grosseltern. So können diese ihre Geschenk überreichen.

«Ich empfehle, den Kindern so lange wie möglich den Zauber und die Magie rund um Weihnachten zu erhalten.»

Ich glaube, es braucht von uns Erwachsenen viel Fantasie, um für die Kinder alles unter einen Hut zu bringen. Was ich ganz sicher empfehlen kann, ist, den Kindern so lange wie möglich den Zauber und die Magie rund um Weihnachten zu erhalten. Wenn sie Fragen stellen, ist es früh genug, mit der Wahrheit herauszurücken. Oder dies sogar noch ein wenig in die Länge zu ziehen. Auf die Frage, wieso das Christkind sich nie zeigt, könntest du antworten: «Was denkst du denn, warum wir das Christkind noch nie gesehen haben?». Unten ein paar weitere Ideen.

Ich wünsche dir und deinen Liebsten wundervolle Festtage!

Herzlich,
Romina

Unsere Expertin für Familienfragen

Nie waren Eltern so gut informiert wie heute. Und nie war es schwieriger, im Dschungel aus Ratgebern und Internetforen den besten Weg für den eigenen Nachwuchs zu finden. Unsere Familien-Expertin Romina Brunner, 38, hilft, Ordnung zu schaffen. Jeden Mittwoch berät die zweifache Mutter und Journalistin die SI-Family-Community zu Themen und Fragen aus dem Familienalltag.

Falls euch die Antworten ausgehen — ein paar Ideen:

Warum stehen da so viele Samichläuse?
Es braucht mehrere Chläuse, bei so vielen Kindern.

Ist das der gleiche Samichlaus wie der von gestern?
Nein, der hier bei der Migros ist nur verkleidet. Der Echte lebt im Wald und kommt zu den Kindern heim.

Sieht so das Christkind aus? (Bild im Kinderbuch)
So stellt es sich die Zeichnerin vor. Wir alle haben das Christkind noch nie gesehen, darum schaut es auch für alle anders aus. Wie stellst du dir das vor?

Wieso kaufen und schmücken wir den Weihnachtsbaum?
Wir helfen dem Christkind ein wenig. Dann hat es mehr Zeit, sich um die Geschenke zu kümmern.

Wer bringt die Geschenke, der Weihnachtsmann oder das Christkind?
Der Weihnachtmann und das Christkind unterstützen sich gegenseitig. Schließlich gibts ja so viele Kinder, die sich an Weihnachten Geschenke wünschen.

Ist das Christkind das Baby Jesus in der Krippe?
Mit dem Christchindli ist nicht Jesus Christus gemeint – auch wenn die Namen ähnlich klingen. Das Christkind soll einer der Engel sein, die bei Jesu Geburt an der Krippe standen. Und heutzutage bringt es an Heiligabend die Geschenke.

Von Romina Brunner am 20.12.2019
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