Check-up Augenkrebs: Weisser Fleck als Zeichen!

Das Retinoblastom kommt fast ausschliesslich im Kindesalter vor. Der Tumor im Auge entsteht auf der Netzhaut und kann bei frühzeitiger Diagnose und guter Behandlung in 95 Prozent der Fälle geheilt werden.  
Augenkrebs: Weisser Fleck als Zeichen!
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Bitte lächeln! Rot leuchtende Pupillen auf Fotos sind ärgerlich. Die Reflexion hat aber auch Vorteile und rettet in seltenen Fällen sogar Leben. Denn das häufigste Erstsymptom von Augenkrebs bei Kindern ist das weisse Aufleuchten der Pupille bei einem Blitzlichtfoto. Dieses Phänomen beobachtet man bei über zwei Dritteln der erkrankten Kinder.

«Der weisse Schimmer kann in einem oder beiden Augen auftreten, permanent oder vorübergehend sein», sagt Prof. Maja Beck Popovic, Krebsspezialistin am Universitätsspital in Lausanne. Oft erkennen Eltern dieses Symptom erst auf Fotos. Aus diesem Grund lanciert Kinderkrebs Schweiz jetzt eine Kampagne zur Früherkennung des Retinoblastoms. Im Mittelpunkt steht ein Video, das Väter und Mütter sensibilisieren soll.

Die Ursache von Augenkrebs ist eine doppelte genetische Veränderung in den Vorläuferzellen der Netzhaut, den Retinoblasten. Vererbt wird sie aber nur zum Teil: In etwa 40 Prozent der Fälle ist die Krankheit bereits in der Familie aufgetreten. Meistens aber handelt es sich um die nicht erbliche Form. Der Tumor tritt dann auch nur in einem Auge auf. Weil Retinoblastome schnell wachsen, können sie sich vom Augapfel in die Augenhöhle und entlang des Sehnervs in das Zentralnervensystem ausbreiten. Später können auch andere Organe befallen werden. Bleibt der Augenkrebs unbehandelt, verläuft die Krankheit meist tödlich.

Sind die Tumore klein, reicht eine lokale Behandlung. Bei Säuglingen oder wenn beide Augen betroffen sind, braucht es davor oft eine intravenöse Chemotherapie. «Zwei neuere Methoden, die intraarterielle Chemotherapie und die intravitreale Behandlung, haben wenig Nebenwirkungen, und es bestehen bessere Chancen, dass das Kind das Auge behalten kann», sagt Prof. Maja Beck Popovic.

Infovideo www.kinderkrebs-schweiz.ch

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