Check-up «Jede Frau kann einen Orgasmus haben!»

Sie wollen mehr Spass beim Sex? Dann hat Dania Schiftan einen genauen Übungsplan. Sie sagt: Ein Orgasmus ist Reine Übungssache. Die Sexualtherapeutin erklärt, warum Frauen ihre Vagina besser kennen sollten und wie Egoismus im Bett auch dem Partner zugutekommt.   
«Jede Frau kann einen Orgasmus haben!»
© HO

Übung aus dem Buch: Beobachten Sie sich das nächste Mal beim Sex. Wie ist der Verlauf der körperlichen Erregung, wann verspüren Sie besonders viel Genuss?

Coming soon»: Dr. Dania Schiftan, warum braucht es dieses Buch zum weiblichen Orgasmus?
Weil ich bei meiner täglichen Arbeit als Sexual- und Psychotherapeutin merke, wie sehr das Thema Lust und Orgasmus Frauen beschäftigt. Mit dem Buch möchte ich allen zeigen: Jede Frau kann Lust empfinden und zum Höhepunkt kommen. Leider wird darüber viel zu wenig gesprochen.

Warum?
Das frage ich mich auch, und ich verstehe es wirklich nicht – es gibt nichts Normaleres. Ich denke, viele verschiedene Faktoren spielen mit: gesellschaftliche, kulturelle oder auch wissenschaftliche. Generell ist es sicher leichter, das Thema einfach unter den Teppich zu kehren, als sich damit zu beschäftigen. Viele Frauen haben sich leider damit abgefunden, dass sie anscheinend keinen Orgasmus haben können. Denen möchte ich mit dem Buch helfen.

Warum sprechen Sie explizit vom vaginalen Orgasmus?
Weil die Vagina für viele unbekanntes Land ist. Dabei ist sie ein wichtiger Teil und kann beim Geschlechtsverkehr extrem viel Lust bereiten. Ganz wichtig: Ich werte die Klitoris nicht ab, sie gehört immer zu einem vaginalen Orgasmus dazu. Nur ist es einfach so, dass die meisten Frauen ihre Klitoris, im Gegensatz zur Vagina, gut kennen.

Leiten Sie auch deshalb eine Orgasmusgruppe?
Ja, der Bedarf ist riesig. In dieser Gruppe erlernen wir gemeinsam, dass ein Orgasmus bei Frauen immer möglich ist, und arbeiten nach dem gleichen Zehn-Punkte-Plan, den ich im Buch erkläre.

Was sind die häufigsten Fragen Ihrer Patientinnen?
Das ist sehr individuell, denn deren Alter reicht von 16 bis 75 Jahre. Vielen geht es darum, die eigene Lust und Erregung positiv zu beeinflussen und die eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen. Manche haben noch nie einen Orgasmus erlebt und wollen das ändern. Andere getrauen sich einfach nicht oder haben ein schlechtes Körpergefühl. Oft verändert sich nach Geburten oder im Alter auch die Empfindsamkeit des Körpers, diese gilt es, neu zu verstehen.

Wie oft sollte man denn üben?
Das ist wie beim Erlernen eines Musikinstruments. Studien zeigen, dass es mehr bringt, wenn man täglich für kurze Zeit übt statt zweimal pro Woche sehr intensiv. Und wie es beim Üben immer ist: Man muss nicht immer Lust dazu haben oder es währenddessen besonders geniessen. Richtig schön wird es, wenn man es gut kann.

Üben tut man aber alleine, oder?
Genau. Ich bediene mich auch hier wieder am Prinzip des Musikunterrichts. Nur wer sein Instrument solo beherrscht, besteht auch im Orchester. Dann macht es auch nichts aus, wenn die anderen einmal langsamer oder schneller spielen.

Ist das nicht etwas egoistisch?
Überhaupt nicht. Es bringt dem Partner sogar mehr Lust, wenn beide wissen, was sie wollen.

Funktioniert das Programm in jedem Alter?
Klar, unser Gehirn lernt ein Leben lang – auch wie man zum Orgasmus kommt.

Was raten Sie den Männern?
Wie gesagt, das Programm ist unabhängig von einem Partner und richtet sich in erster Linie an eine einzelne Person. Aber klar, wenn es den Mann interessiert, kann er das Buch lesen. In den letzten Kapiteln findet er eine Anleitung, wie auch Männer zu entspannenderem und aktiverem Sex kommen und bessere Liebhaber werden.

Coming Soon»
Dania Schiftan, Piper Verlag 
ISBN 978-3-492-06126-1

Auch interessant