Check-up Hirnschlag: Jede Minute zählt!

Würden Hirnschlag-Symptome richtig erkannt, wären viel Leid und Behinderungen vermeidbar. Denn der Zeitfaktor und die Behandlung am richtigen Ort können buchstäblich Leben retten. 
Hirnschlag, Blutgerinnsel
© Heusser Communicates AG

Ein Blutgerinnsel verursacht innert 15 Minuten eine schlecht durchblutete Kernzone, die aus irreversibel geschädigtem Hirngewebe besteht (rot). Ohne akute Schlaganfalltherapie dehnt sich die Kernzone sukzessive aus.

Ein Hirnschlag ist selten schicksalhaft. Bei fast jedem dritten Betroffenen gehen Warnsignale voraus: eine plötzliche flüchtige Sehstörung oder eine kurz dauernde Lähmung eines Arms. Diese Symptome dauern meist nur wenige Minuten und bilden sich innert Stunden oder Tagen komplett zurück. Im Volksmund werden diese Mini-Schlaganfälle «Schlegli» genannt, in der medizinischen Fachsprache transitorische ischämische Attacken (TIA). Ursachen sind kurz auftretende Durchblutungsstörungen.

Alle 30 Minuten erleidet jemand in der Schweiz einen richtigen Hirnschlag, das sind 16 000 Menschen pro Jahr. Ein Viertel der Betroffenen stirbt, ein Drittel bleibt behindert. Vor gut 25 Jahren haben sich die Rettungssanitäter nicht sonderlich beeilt, einen Hirnschlag-Patienten in die Klinik zu überführen. Es war ein nicht beeinflussbares Ereignis, Behandlungsmassnahmen fehlten, ein Überleben war fraglich.

Heute ist das zum Glück anders: Viel Leid und Behinderungen sind vermeidbar, wenn bei einem Hirnschlag die Symptome erkannt und schnell und richtig gehandelt wird. Aufgrund wissenschaftlicher Studien weiss man heute: «Time is brain». Voraussetzung ist, dass Laien die Symptome überhaupt erkennen. Und da haperts gewaltig: Eine Umfrage, die das Link-Institut in Bern im Auftrag der Schweizerischen Herzstiftung im März 2016 durchgeführt hat, zeigt erhebliche Defizite. Von den 1213 Befragten konnten 40 Prozent keine der drei wichtigsten Hirnschlagsymptome nennen, die da sind:

Plötzliche Schwäche, Lähmung oder Gefühlsstörung, meist nur auf einer Körperseite (Gesicht, Arm oder Bein).

Plötzliche Sehstörung (meist einseitige Einschränkung des Gesichtsfeldes oder seltener Doppelbilder).

Plötzlicher Verlust der Sprechfähigkeit oder Probleme, Gesprochenes zu verstehen.
Tritt eines dieser Symptome auf, soll sofort der Notruf 144 alarmiert werden. Die besten Prognosen haben Patienten, die innert drei Stunden behandelt werden. Neben dem Zeitfaktor ist die richtige Behandlung am richtigen Ort entscheidend. Stroke Centers und Stroke Units verfügen über spezialisierte Teams, die rund um die Uhr einsatzbereit sind. Aktuell sind das 22 Spitäler in der Schweiz.

Liste auf www.hirnschlag.ch

 
 
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