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  4. Marie Fredriksson: Ihre Familie gab der Roxette-Sängerin Kraft

«Sie hatte kaum noch mit jemandem Kontakt»

Die Liebe hielt Roxette-Star Marie Fredriksson am Leben

Fans und Weggefährten nehmen Abschied von Marie Fredriksson. Die Roxette-Sängerin starb am Dienstag an den Folgen eines Hirntumors. In ihren letzten Lebensjahren gab ihr die Familie viel Kraft.

LOCARNO, SWITZERLAND - 2015/07/10: Marie Fredriksson of the Swedish pop rock duo Roxette pictured on stage as they perform at Moon and Stars Festival 2015 in Locarno. (Photo by Roberto Finizio/Pacific Press/LightRocket via Getty Images)

Marie Fredriksson fehlte mehr und mehr die Energie, musste an den Konzerten sitzen.

LightRocket via Getty Images

Die Musikwelt trägt Trauer: Eine ihrer berühmtesten Stimmen ist für immer verstummt. Roxette-Star Marie Fredriksson starb am 10. Dezember an den Folgen ihrer Krebserkrankung. Sie wurde 61 Jahre alt.

Fans der Band nehmen mit berührenden Statements auf Social Media von der Sängerin Abschied. «Es geht ein Stück meiner Jugend verloren», so eine Userin. Ein Fan schreibt: «Danke Marie, für die tolle Musik.» Ein weiterer bedankt sich für die «geile Zeit», die er in den 90ern wegen Roxette hatte. Auch prominente Fans sind ob Maries Tod fassungslos. «Ich brauchte erstmal eine Weile, um das zu verarbeiten... Rest in peace, dear Marie Fredriksson», schreibt Schlagerstar Maite Kelly, 40. Und David Hasselhoff, 67, postet auf Instagram: «Roxette wird immer in meiner Playlist bleiben.»

Auch Schwedens König Carl Gustaf, 73, trauert. «Für viele in unserem Land, selbst in meiner eigenen Familie, ist ihre Musik eng verbunden mit Erinnerungen an besonders wichtige Stunden im Leben», lässt der Monarch gegenüber der Zeitung «Aftonbladet» ausrichten. Fredriksson trat 2010 bei der Hochzeit der schwedischen Kronprinzessin Victoria, 42, auf. Drei Jahre später sang sie bei der Hochzeitszeremonie von Prinzessin Madeleine, 37, ein Liebeslied.

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«Was für ein Traum, den wir teilen durften!»

Fredrikssons jahrzehntelanger Bandpartner Per Gessle, 60, äussert sich nach seinem berührenden Twitter-Post nun noch in einem langen Statement auf Facebook zum Tod der legendären Roxette-Stimme. «Die Zeit vergeht so schnell. Es ist noch nicht lange her, dass wir Tage und Nächte in meiner kleinen Wohnung in Halmstad verbrachten, Musik hörten, die wir liebten, und unmögliche Träume teilten», schreibt er. «Und was für ein Traum, den wir letztendlich teilen durften! Danke Marie, danke für alles.»

Schockiert zeigt sich auch ihr Songschreiber Lasse Lindbom, 70, der ihr viele Jahre ein musikalischer Weggefährte war. Zuletzt hätte er Marie allerdings länger nicht gesehen. «Es ist lange her, dass wir miteinander gesprochen haben», sagt er gegenüber der Zeitung «Aftonbladet». «Aber ich glaube, eigentlich hatte sie mit niemandem mehr so richtig Kontakt.» Lindbom arbeitete in den 80ern mit Fredriksson zusammen, wagte nach ihrer Erkrankung noch einmal einen künstlerischen Neuanfang mit ihr. Doch das gestaltete sich alles andere als einfach: «Sie hatte unter anderem grosse Schwierigkeiten mit ihrem Erinnerungsvermögen», so der Musiker.

Lindbom wird die Verstorbene als fantastische Sängerin in Erinnerung behalten, denke mit Freude an seine Freundschaft mit der Sängerin. «Wir hatten damals eine sehr lustige und schöne Zeit miteinander.»

Ihr Mann und die beiden Kinder gaben ihr Kraft

Fredriksson erhielt die schlimme Diagnose Hirntumor im September 2002. Danach war für die Popsängerin nichts mehr, wie es einmal war. Ein Jahr gaben ihr die Ärzte damals noch zu leben. Doch Marie kämpfte – gegen die schlimmen Folgen ihrer Krankheit: Fredriksson war auf einem Auge fast blind. Zudem konnte sie nicht mehr laufen. Bei den Konzerten der Band musste die Musikerin meist sitzen. Zuletzt soll ihr die Energie zum Reisen gefehlt haben. 2016 gab sie ihren Rücktritt vom Tourleben bekannt.

Kraft gaben ihr in dieser Zeit Ihr Mann Mikael Bolyos, 62, und die gemeinsamen Kinder Josefin, 26, und Oscar, 23. Ihre Familie war immer an ihrer Seite. In ihrer Autobiografie «Listen to my heart – Meine Liebe zum Leben» widmete Fredriksson ihrem Gatten eine rührende Liebeserklärung – und machte damit deutlich, dass er es war, dass ihre Kinder es waren, die sie am Leben hielten.

Im Buch schrieb sie aber auch, wie schwer es für sie war. Marie wollte ihren Mann vorübergehend sogar verlassen – weil ihr Gesicht durch das Kortison, das sie einnehmen musste, entstellt war. «Man will ja hübsch für einen Partner aussehen. Nicht so widerlich wie ich damals. Ich dachte, dass ich mich von ihm scheiden lassen musste.»

Sie tat es nicht, sie blieb bei ihrer Familie. Aus dem einen Jahr, das ihr die Ärzte gaben, wurden 17.

Von Tom Wyss am 11.12.2019
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