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  4. Meghan Markle und Harry: Wichtigste Mitarbeiterin hat gekündigt

«Wichtigste Mitarbeiterin» geht

Meghan ist schon wieder die «Böse»

Beim Herzogspaar im amerikanischen Exil ist ein Job frei: Die Direktorin von Harry und Meghans Archewell-Stiftung macht sich selbstständig. Logisch, dass Meghan nun wieder aufs Dach bekommt.

The Duke and Duchess of Sussex leaving after their visit to Canada House, central London, to meet with Canada's High Commissioner to the UK, Janice Charette, as well as staff, to thank them for the warm hospitality and support they received during their recent stay in Canada. (Photo by Aaron Chown/PA Images via Getty Images)

Insider motzen sehr gerne über Meghan und Harry. 

PA Images via Getty Images

Es ist im Berufsleben eigentlich ein ganz normaler Vorgang: Menschen kündigen ihre Jobs, um neue Herausforderungen anzunehmen. Manchmal werden sie Weinbauern in der Provence, manchmal ziehen sie einfach weiter. Das tut nun auch, wie die britische «The Sun» berichtet, die Direktorin der Archewell-Stiftung, die Harry und Meghan vor etwas mehr als einem Jahr gegründet haben.

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«Es war ein Privileg»

Auf LinkedIn schreibt Catherine St-Laurent: «Es war ein Privileg, eng mit dem Herzog und der Herzogin von Sussex zusammenzuarbeiten und dabei zu helfen, die Archewell Foundation in ihrem ersten Jahr aufzubauen.» Sie sei «zutiefst stolz auf das», was man gemeinsam erreicht habe. St-Laurent macht sich nun mit ihrer eigenen Firma selbstständig.

Nach bösem Blut oder grossem Streit klingt das nicht. Und nun passiert etwas Faszinierendes: Ein «Insider» behauptet pronto, die Kanadierin sei total frustriert gewesen. Sie hätte Aufgaben zu erledigen gehabt, die nicht dem Jobprofil entsprächen. Auch die Workload sei einigermassen gross gewesen. Von Friede, Freude, Eierkuchen, will der/die ominöse «Insider*in» nichts wissen.

Logisch, dass dieser Abgang nun wieder Meghan in die Schuhe geschoben wird. Kurz vor dem explosiven Oprah-Interview, dass auch bald drei Wochen nach der Ausstrahlung noch zu Reden gibt, gaben Palastmitarbeiter zu Protokoll, dass Meghan sie gemobbt habe. Was nötig ist, um die Herzogin auch hier als «Schuldige» zu identifizieren? Ein/e «Insider*in» der/die behauptet, die scheidende Direktorin sei «frustriert» gewesen.

Vielleicht war sie tatsächlich frustriert. Vielleicht wegen des Herzogspaars, vielleicht, weil der Kaffee im Office zu bitter schmeckte, vielleicht, weil sie das mit der Work-Life-Balance nicht mehr aufgegangen ist, vielleicht, weil Meghan (oder Harry?) mühsam war.

Vielleicht aber auch nicht.

Sicher ist nur, dass sich ein dramaturgisches Muster wiederholt. So à la «diese Meghan, die muss auf jeden Fall toxisch sein. Davon ist immerhin auch der/die «Insider*in» überzeugt». Die Faktenlage bleibt dünn. Denn – so seien wir ehrlich – die ist immer dünn, wenn es um Harry und Meghan und das britische Königshaus geht.

Namenlose «Insider» regieren die Welt

Das hat auch historische Gründe. Die britischen Royals funktionieren seit Jahrzenten in einer Art Symbiose mit britischen Medien. Es gibt diverse Royal-Experten mit einer Akkreditierung am Hof, die – so heisst es – via Palastmitarbeiter*innen mit Infos aus dem engsten Familienkreis gefüttert werden. Dass diese Infos nicht einfach aus purer Freude am Informationsfluss gestreut werden, liegt irgendwie auf der Hand. Eine sinnvolle Kommunikationsstrategie ist in jedem Fall zielorientiert und zweckrational.

Über die Jahre haben «Insider» (auch «Quellen» genannt, obwohl Quellen als Ursprung eines Gewässers bekanntermassen nicht sprechen können) extremes Gewicht bekommen. Taucht irgendein Gerücht mit Sprengkraft auf? Man findet zur Not schon einen Insider, der das bestätigt. Und weil in der Regel das bestätigt ist, was Spannender und Dramatischer klingt, glaubt man vermutlich lieber den Informant*innen.

UNSPECIFIED - UNSPECIFIED: In this handout image provided by Harpo Productions and released on March 5, 2021, Oprah Winfrey interviews Prince Harry and Meghan Markle on A CBS Primetime Special premiering on CBS on March 7, 2021. (Photo by Harpo Productions/Joe Pugliese via Getty Images)

Dieses Bild wird vermutlich nicht so schnell vergessen werden: Meghan und Harry im Garten mit Oprah Winfrey.

Harpo Productions/Joe Pugliese v

Und so zurück zu unserem Beispiel mit der scheidenden Archewell-Direktorin. Welche Geschichte klingt spannender: Direktorin scheidet im Guten, weil sie sich selbstständig macht? Oder die emotionale Variante: Die Direktorin geht frustriert, weil Meghan mühsam war. Der Fall ist doch sonnenklar. Letzteres passt doch tiptop zu den Mobbing-Vorwürfen, die ehemalige Mitarbeiter*innen gegen Meghan erhoben haben.

Wahrer wird es dadurch nicht.

Während Jahrhunderten haben sich Denker und Philosophen Gedanken über die Wahrheit gemacht und mit ihren Ausführungen ganze Bücher gefüllt. Deshalb halten wir es hier simpel mit dem Duden. Der definiert Wahrheit als «die Übereinstimmung einer Aussage mit der Sache, über die sie gemacht wird». Und das werden wir bei allen Geschichten, Räuberpistolen und Berichten aus, über und rund um das britische Königshaus nie überprüfen können.

Von bna am 24.03.2021
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