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«Mehr Schweiz im Teller»

Bewusst konsumieren lohnt sich für alle

Als ehemaliger Winzer weiss Landwirtschaftsminister Guy Parmelin, was die Bauern jetzt brauchen. Darum unterstützt er die SI-Aktion «Mehr Schweiz im Teller» mit einem Aufruf an die Konsumenten.

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Bundesrat Guy Parmelin appelliert an die Bevölkerung.

Keystone

Was unser Land in diesen Wochen erlebt, wird in die Geschichtsbücher eingehen. Die ausserordentliche Lage fordert viele von uns bis aufs Äusserste. Einige müssen enorme wirtschaftliche Schäden verkraften, andere trifft die Krise auch gesundheitlich. Wir müssen darum weiterhin zusammenstehen. So wie wir es bis jetzt getan haben. So werden wir gestärkt aus der Krise heraustreten können und unsere wirtschaftliche Stärke möglichst bald zurückerlangen. Unbestritten: Noch lange werden wir über diesen Frühling 2020 sprechen, sei es mit Kolleginnen und Kollegen am Arbeitsplatz, sei es mit Nachbarn im Quartier, sei es in der eigenen Familie.

Trotz all diesen noch nie da gewesenen Umständen gilt es zu unterstreichen, dass eine Krise auch Innovationen fördern kann. Viele Unternehmer und Arbeitnehmer liefern den Beweis dafür. Auch unsere Landwirtschaft. Unsere Bäuerinnen und Bauern zeigen, wie rasch sie auf ein verändertes Umfeld reagieren können. Es ist ein Fakt, dass wichtige Absatzmärkte von heute auf morgen weggebrochen sind. Die Schliessung der Restaurants und Kaffees hat einschneidende Folgen. Für die gesamte Gastronomie-Branche und auch für viele Produzentinnen und Produzenten.

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Umso mehr begrüsse ich es, dass zahlreiche Bauernbetriebe die eine Chance erkannt und ihren Direktverkauf ausgebaut haben. Das zeigt: Die Schweizer Landwirtschaft ist stark und agil. Dem Bundesrat ist klar: Viele Betriebe haben manche Nachtschicht einlegen müssen, um den Verkauf von frischen Nahrungsmitteln auf ihrem Hof zu ermöglichen. Sie haben dafür gesorgt, dass auch im abgelegenen Weiler die vorgegebenen Hygienemassnahmen eingehalten werden. Es ist erfreulich zu hören und zu sehen, wie warme Sonntagszöpfe, zarte Spargeln oder frisches Rindfleisch so direkt ab Hof verkauft werden. Was für ein Privileg, in dieser Krise regionale Produkte geniessen zu können. Aber nicht nur der Hofverkauf erlebt in diesen Wochen einen Boom. Auch im Detailhandel sind Schweizer Produkte enorm begehrt. Ob Bio oder nicht – unsere Produzenten und Lieferanten sind gefordert, die Regale zu füllen. Und selbst wenn kurz vor Ladenschluss vielleicht die eine oder andere Auslage leer ist: Es mangelt uns nicht an qualitativ hochstehenden, frischen Lebensmitteln.

Doch allein mit flexiblen Produzenten und kurzen Lieferketten ist es noch nicht getan. Die ausserordentliche Lage hat uns gezwungen, selbst an sonnigen Tagen zu Hause zu bleiben. Dieses Zuhausesein hat viele dazu animiert, neue Menüs auszuprobieren oder am Wochenende ein Glas Schweizer Wein zu geniessen. Viele kaufen bewusst regional ein und stärken unserer gesamten Ernährungswirtschaft so den Rücken.

Profitieren wir von unseren einheimischen Nahrungsmitteln, und seien wir dankbar dafür. Dankbar für unsere Landwirtschaft, für die kurzen Transportwege, für die Entdeckungen und Gaumenfreuden in der Küche und auf dem Teller.

Guy Parmelin, Bundesrat

Von Schweizer Illustrierte am 24.04.2020
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