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Im Schatten von Beatrice Egli und Luca Hänni

Erinnert ihr euch an diese Schweizer Castingstars?

Stefanie Heinzmann, Luca Hänni, Beatrice Egli: Von diesen Schweizer Casting-Siegern in Deutschland spricht man heute noch. Andere Top-Platzierte aus Shows wie «Deutschland sucht den Superstar» und «The Voice of Germany» verschwanden hingegen in der Versenkung.

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«MusicStar»-Teilnehmerin Börni Höhn galt 2007 als Publikumsliebling. Nun plant sie ihr Comeback.

Thomas Buchwalder

Luca Hänni scheint wieder kaum zu stoppen. In der RTL-Show «Let’s Dance» begeistert er das Publikum Woche für Woche aufs Neue – und tanzt sich stetig eine Runde weiter. Sogar Horror-Juror Joachim Llambi, 55, zückte für unseren Luca schon die Note 10. Keine Frage, Wettbewerbe liegen dem Berner.

Mit seinem anhaltenden Erfolg gehört Hänni jedoch zu einer Minderheit: Selbst Finalisten von Formaten wie «Deutschland sucht den Superstar» oder «Popstars» stürzten früher oder später in die Bedeutungslosigkeit ab, wie ein Blick in die Casting-Historie offenbart. Wir zeigen, wem aus der Schweiz dieses Schicksal beschieden war – und wer sich behauptete.

 

Luca Hänni

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Luca Hänni punktete als Berner «Justin Bieber».

RDB/SI/Jonas Mohr
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Luca Hänni, «DSDS»-Sieger 2012

Der Maurerlehrling Luca Hänni, 25, aus Uetendorf BE eroberte die Herzen der «DSDS»-Zuschauer 2012 im Sturm. Offenbar befriedigte der Schweizer Pop-Schnügel das Bedürfnis der Deutschen nach einem «eigenen» Justin Bieber – mit Letzteren wurde er bei einem US-Besuch sogar mal verwechselt. Hänni konnte sich nach seinem Sieg als Sänger halten, richtig durchgestartet ist der Berner aber erst dank seines 4. Rangs beim vergangenen Eurovision Song Contest in Tel Aviv (Israel). «Ich spüre seither ein richtiges Starfeeling», sagte er zu schweizer-illustrierte.ch.

Marcio Pereira Conrado

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Der Schweizer Marcio Pereira Conrado schaffte es bei «DSDS» unter die besten sechs Teilnehmer.

RTL

Marcio Pereira Conrado, «DSDS»-Teilnehmer 2020

Wie so viele, die sich mit der Teilnahme an einer Castingshow den Sprung ins grosse Showgeschäft erhoffen, träumte auch Marcio Pereira Conrado, 25, davon, als Sänger den Durchbruch zu schaffen. In der letzten Staffel der RTL-Sendung «Deutschland sucht den Superstar» sang sich der Glarner unter die Top 6 und erhielt von der Jury um Poptitan Dieter Bohlen, 66, sogar Standing Ovations. In der zweiten Live-Show war dann allerdings Schluss für Marcio. Er konnte nicht an die Erfolge von Luca Hänni (Sieger 2012) und Beatrice Egli (Siegerin 2013) anschliessen. Trotzdem möchte er seinen grossen Traum noch nicht aufgeben und weiter an seiner Karriere arbeiten.

Stefanie Heinzmann

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Stefanie Heinzmann konnte sich als Sängerin etablieren. 

Sina Albisetti

Stefanie Heinzmann, «SSDSDSSWEMUGABRTLAD»-Siegerin 2008

Die erste helvetische Casting-Siegerin im grossen Kanton wurde gleich eine der erfolgreichsten: Stefanie Heinzmann, 29, siegte in der als Protestshow angelegten Raab-Sendung «Stefan sucht den Superstar, der singen soll, was er möchte, und gerne auch bei RTL auftreten darf» im Alter von erst 18 Jahren – und konnte sich seither halten. Jedes ihrer fünf Alben brachte die Walliserin immer mindestens auf Platz 4 der Schweizer Hitparade, behauptete sich bis zu 40 Wochen in den Charts. Aber auch bei unseren Nachbarn ist die «My Man Is a Mean Man»-Sängerin auch elf Jahre nach dem Raab-Casting-Sieg noch ein Begriff.

Börni Höhn

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Börni Höhn galt als Publikums-Liebling der zweiten «MusicStar»-Staffel

Thomas Buchwalder

Börni Höhn, «MusicStar»-Teilnehmerin 2007

Lange war es ruhig um Börni Höhn, 33, die in der zweiten Staffel von «MusicStar» als absoluter Publikums-Liebling galt. Vor sechs Jahren kehrte sie der Schweiz gar den Rücken und wanderte nach Los Angeles aus. Dort veröffentlichte sie unter dem Pseudonym «Vava Voom» eine Single und schrieb Songs für asiatische K-Pop-Bands. Nun möchte sie selber auf die Bühne zurückkehren. Im Mai präsentiert sie eine neue Single und wird in den nächsten Monaten weitere Songs veröffentlichen, die in Zusammenarbeit mit einem amerikanischen Label entstanden sind.

Leo Ritzmann

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«Popstar» war Leo Ritzmann nur in der gleichnamigen Prosieben-Show. 

Instagram

Leo Ritzmann, 29, «Popstars»-Sieger 2009

Hoch gehandelt wurde für kurze Zeit Leo Ritzmann, 29, der 2009 bei «Popstars» auf ProSieben gewann. Doch das aus der Sendung entsprungene Duo Some & Any war den meisten Hans was Heiri. Ein Ausflug von Ritzmann in die RTL2-Soap «Chartbreaker – Die Casting-Soap» geriet Anfang 2019 ebenfalls zum Flop: Die Sendung wurde schon nach kurzer Zeit abgesetzt. Heute arbeitet der Zürcher als Piercer.

Edita Abdieski

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Edita Abdieski war nach ihrem Sieg bei «X-Factor» kein Glück beschieden.

ZVG

Edita Abdieski, 2010, Sieg bei «X-Factor»

Zunächst ebenfalls vielversprechend verlief die Post-Casting-Zeit von Edita Abdieski, 34. Die Bernerin holte sich den Sieg beim Vox-Format «X-Factor» und schaffte es mit ihrer ersten Single in die Top-Ten in der Schweiz und Deutschland. Danach hörte man nichts mehr von ihr. Tragisch: Abdieski wurde gesundheitlich schwer geprüft. 2016 erlitt sie eine Hirnblutung. Vor zwei Jahren wagte sie ein musikalisches Comeback – ohne Erfolg.

Jesse Ritch

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Im Gegensatz zu «DSDS»-Kumpel Luca Hänni konnte sich Jesse Ritch nicht als erfolgreicher Musiker etablieren.

Nicole Bökhaus

Jessie Ritch, «DSDS»-Dritter 2012

Etwas fies wars bei «DSDS» im gleichen Jahr für Hännis Berner Kumpel Jesse Ritch, 27. Dieser belegte in besagter Staffel den sehr guten dritten Platz – doch der verblasste neben Hännis Sieg völlig. Eine Karriere kam bei Ritch denn auch nie wirklich in Gang. Nach Jahren abseits des Rampenlichts versucht sich Ritch jetzt als Musicaldarsteller. Er spielt in der Produktion «Der Löwe, der nicht schreiben konnte» eine Hauptrolle. «Ich habe als Jugendlicher viele Jahre Gesangsstunden in Pop und Musical gehabt und jetzt kann ich diese Seite von mir endlich zeigen», sagt er zu SI online. Damit therapiert er gleich noch seine private Baisse, die er wegen seines Ehe-Aus hinter sich hat. «Arbeit und Musik ist für mich die beste Medizin und hat mir im Leben immer durch die schwierigen Zeiten geholfen. 2019 war ein happiges Jahr und die neue Herausforderung kommt für mich genau zur richtigen Zeit.»

Beatrice Egli

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Beatrice Egli sang sich in die Herzen der deutschen Zuschauer – und in jenes von «DSDS»-Chefjuror Dieter Bohlen.

BR/SRF/ Ralf Wilschewski

Beatrice Egli, «DSDS»-Siegerin 2013

Als Beatrice Egli, 31, kam, ging bei «DSDS»-Chefjuror Dieter Bohlen die Sonne auf. «Dideeee» lobte die Metzgerstochter aus Pfäffikon SZ für ihre Schlagerauftritte Woche für Woche über den Klee und verhalf ihr damit (nebst einer Horde Zuschauerstimmen) zum Sieg. Für Egli der Startschuss zu einer Karriere im Schlagerbusiness, die in der Schweiz ihresgleichen sucht. Die Sängerin ist auch im deutschen TV nach wie vor oft und gern gesehener Gast.

Marc Amacher

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Marc Amacher war nach seinem dritten Platz bei «The Voice of Germany» 2016 vom Pech verfolgt.

«The Voice of Germany»

Marc Amacher, «TVOG»-Dritter 2016

Knapp am Sieg vorbei sang sich Marc Amacher, 35, 2016 im Final von «The Voice of Germany». Nach der Show klebte dem Berner Oberländer mit der rauchigen Stimme das Pech an den Füssen. Amacher überwarf sich mit seinem deutschen Manager und musste mit einer zusammengewürfelten Band chaotische Konzerte spielen. Aufwärts gings im Sommer 2019: Amacher spielte dreimal in grossen Arenen – im Vorprogramm von Gitarren-Altmeister Eric Clapton, 74.

Michel Truog

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Michel Truog wurde bei «DSDS» 2018 sehr guter Zweiter. Aus der Pop-Karriere wurde nichts.

MG RTL D / Stefan Gregorowius

Michel Truog, «DSDS»-Zweiter 2018, Benjamin Dolic, «TVOG»-Zweiter 2018

Auch 2020 sorgten zwei Teilnehmer aus der Schweiz in deutschen Landen für Casting-Furore: Michel Truog, 27, (bei «DSDS») und Benjamin Dolic, 22, (bei «The Voice of Germany») belegten am Schluss je den sehr guten zweiten Platz. Doch beide konnten nicht wirklich Profit aus der guten Platzierung schlagen. Truog verschwand mit seiner Debütsingle schon nach einer Woche aus den Charts. Im vergangenen Frühling gründete er dann mit zwei anderen DSDS-Teilnehmern die Boygroup The Recognize, die aber (noch) nicht in die Gänge kam. Von Benjamin Dolic hat man seit seiner Finalteilnahme erst einmal überhaupt nichts mehr gehört. Dann der Glücksgriff — der Wahl-Solothurner sollte für Deutschland am ESC auftreten. Doch daraus wurde, wegen der Coronakrise und der darauf folgenden Absage des Eurovision, wieder nichts.

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An Unterstützung seiner Freundin Laura mangelte es Benjamin Dolic nicht. Er wurde bei «The Voice of Germany» 2018 Zweiter. 

Instagram

Schweizer sorgen bei «America's Got Talent» für Furore

Schweizer Casting-Erfolg ausserhalb der Sparte Gesang: 27 Millionen Zuschauer verfolgten 2019 die «Dog-Dance-Show» des Berners Simon Brenca, 34, seinem Lebenspartner Lukas Pratschker, 24, und dessen Border Collie Falco, 9, im Halbfinal der weltweit grössten Castingshow «America’s Got Talent». Auf der Oscar-Bühne im Dolby Theatre in Hollywood, zogen die drei eine ganz grosse Show ab. Falcos Trockenfutter brachten sie aus der Schweiz mit, die dreiminütige Nummer zu einem Song von One Direction umfasste 20 Tricks, beim Gassigehen wurde das Trio auf Schritt und Tritt um Selfies gebeten. Fürs Finale reichte es dann aber knapp nicht – für kurzzeitigen Ruhm aber allemal.

Von Tom Wyss am 21.03.2020
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