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Im Schatten von Beatrice Egli und Luca Hänni

Erinnert ihr euch an diese Schweizer Castingstars?

Stefanie Heinzmann, Luca Hänni, Beatrice Egli: Von diesen Schweizer Casting-Siegern in Deutschland spricht man heute noch. Andere Top-Platzierte aus Shows wie «Deutschland sucht den Superstar» und «The Voice of Germany» verschwanden hingegen in der Versenkung.

Edita Abdieski löst mit ihrer Stimme regelmässig Begeisterung aus - auch in ihrer Heimat, der Schweiz.

Edita Abdieski katapultierte sich 2010 dank ihrem «X-Factor»-Sieg ins Rampenlicht. Genützt hat es ihr nichts.

VOX/Ralf Jürgens

Eine Handvoll Schweizer schickt sich in der soeben angelaufenen Staffel von «The Voice of Germany» an, das deutsche Publikum zu erobern. Dalja Heiniger aus Thun BE, Freschta Akbarzada aus Turgi AG, Marcel Stepel aus Udligenswil LU, Nicolas Granados aus Basel und Simona Steinemann aus Opfikon ZH glauben offensichtlich fest daran, es im Musikbusiness zu etwas zu bringen.

Die Realität ist allerdings eine andere: Selbst Finalisten von Formaten wie «Deutschland sucht den Superstar» oder «Popstars» stürzten früher oder später in die Bedeutungslosigkeit ab, wie ein Blick in die Casting-Historie offenbart. Wir zeigen, wem aus der Schweiz dieses Schicksal beschieden war – und wer sich behauptete.

Stefanie Heinzmann

Stefanie Heinzmann hat ein Faible für Tattoos und hat sich ...

Stefanie Heinzmann konnte sich als Sängerin etablieren. 

RDB/Ex-Press/ddp/Berthold Stadler

Stefanie Heinzmann, «SSDSDSSWEMUGABRTLAD»-Siegerin 2008

Die erste helvetische Casting-Siegerin im grossen Kanton wurde gleich eine der erfolgreichsten: Stefanie Heinzmann, 29, siegte in der als Protestshow angelegten Raab-Sendung «Stefan sucht den Superstar, der singen soll, was er möchte, und gerne auch bei RTL auftreten darf» im Alter von erst 18 Jahren – und konnte sich seither halten. Jedes ihrer fünf Alben brachte die Walliserin immer mindestens auf Platz 4 der Schweizer Hitparade, behauptete sich bis zu 40 Wochen in den Charts. Aber auch bei unseren Nachbarn ist die «My Man Is a Mean Man»-Sängerin auch elf Jahr nach dem Raab-Casting-Sieg noch ein Begriff: Am 31. Oktober startet sie zu einer grossen Tour durch Deutschland, die Schweiz und Österreich.

Leo Ritzmann

leo ritzmann 2017 instagram

«Popstar» war Leo Ritzmann nur in der gleichnamigen Prosieben-Show. 

Instagram

Leo Ritzmann, 29, «Popstars»-Sieger 2009

Hoch gehandelt wurde für kurze Zeit Leo Ritzmann, 29, der 2009 bei «Popstars» auf ProSieben gewann. Doch das aus der Sendung entsprungene Duo Some & Any war den meisten Hans was Heiri. Ein Ausflug von Ritzmann in die RTL2-Soap «Chartbreaker – Die Casting-Soap» geriet Anfang 2019 ebenfalls zum Flop: Die Sendung wurde schon nach kurzer Zeit abgesetzt. Heute arbeitet der Zürcher als Piercer.

Edita Abdieski

Edita Abdieski Album Bilder

Edita Abdieski war nach ihrem Sieg bei «X-Factor» kein Glück beschieden.

ZVG

Edita Abdieski, 2010, Sieg bei «X-Factor»

Zunächst ebenfalls vielversprechend verlief die Post-Casting-Zeit von Edita Abdieski, 34. Die Bernerin holte sich den Sieg beim Vox-Format «X-Factor» und schaffte es mit ihrer ersten Single in die Topten in der Schweiz und Deutschland. Danach hörte man nichts mehr von ihr. Tragisch: Abdieski wurde gesundheitlich schwer geprüft. 2016 erlitt sie eine Hirnblutung. Vor zwei Jahren wagte sie ein musikalisches Comeback – ohne Erfolg.

Luca Hänni

Luca Hänni ohne Freundin Fahrprüfung (Only One You) News

Luca Hänni punktete als Berner «Justin Bieber».

RDB/SI/Jonas Mohr

Luca Hänni, «DSDS»-Sieger 2012

Der Maurerlehrling Luca Hänni, 28, aus Uetendorf BE eroberte die Herzen der «DSDS»-Zuschauer 2012 im Sturm. Offenbar befriedigte der Schweizer Pop-Schnügel das Bedürfnis der Deutschen nach einem «eigenen» Justin Bieber – mit Letzteren wurde er bei einem US-Besuch sogar mal verwechselt. Hänni konnte sich nach seinem Sieg als Sänger halten, richtig durchgestartet ist der Berner aber erst dank seines 4. Rangs beim vergangenen Eurovision Song Contest in Tel Aviv (Israel). «Ich spüre seither ein richtiges Starfeeling», sagte er kürzlich zu schweizer-illustrierte.ch.

Jesse Ritch

Jesse Ritch und Luca Hänni gehen auf Clockhouse-Tour

Im Gegensatz zu «DSDS»-Kumpel Luca Hänni konnte sich Jesse Ritch nicht als erfolgreicher Musiker etablieren.

Nicole Bökhaus

Jessie Ritch, «DSDS»-Dritter 2012

Etwas fies wars bei «DSDS» im gleichen Jahr für Hännis Berner Kumpel Jesse Ritch, 27. Dieser belegte in besagter Staffel den sehr guten dritten Platz – doch der verblasste neben Hännis Sieg völlig. Eine Karriere kam bei Ritch denn auch nie wirklich in Gang. Nach Jahren abseits des Rampenlichts versucht sich Ritch jetzt als Musicaldarsteller. Er spielt in der Produktion «Der Löwe, der nicht schreiben konnte» eine Hauptrolle. «Ich habe als Jugendlicher viele Jahre Gesangsstunden in Pop und Musical gehabt und jetzt kann ich diese Seite von mir endlich zeigen», sagt er zu SI online. Damit therapiert er gleich noch seine private Baisse, die er wegen seines Ehe-Aus hinter sich hat. «Arbeit und Musik ist für mich die beste Medizin und hat mir im Leben immer durch die schwierigen Zeiten geholfen. 2019 war ein happiges Jahr für mich und die neue Herausforderung kommt für mich genau zur richtigen Zeit.»

Beatrice Egli

Beatrice Egli Konzert Irgendwann grosse Show der Träume

Beatrice Egli sang sich in die Herzen der deutschen Zuschauer – und in jenes von «DSDS»-Chefjuror Dieter Bohlen.

BR/SRF/ Ralf Wilschewski

Beatrice Egli, «DSDS»-Siegerin 2013

Als Beatrice Egli, 31, kam, ging bei «DSDS»-Chefjuror Dieter Bohlen die Sonne auf. «Dideeee» lobte die Metzgerstochter aus Pfäffikon SZ für ihre Schlagerauftritte Woche für Woche über den Klee und verhalf ihr damit (nebst einer Horde Zuschauerstimmen) zum Sieg. Für Egli der Startschuss zu einer Karriere im Schlagerbusiness, die in der Schweiz ihresgleichen sucht. Die Sängerin ist auch im deutschen TV nach wie vor oft und gern gesehener Gast.

Marc Amacher

The Voice of Germany Battles Marc Amacher Schweiz Blues

Marc Amacher war nach seinem dritten Platz bei «The Voice of Germany» 2016 vom Pech verfolgt.

«The Voice of Germany»

Marc Amacher, «TVOG»-Dritter 2016

Knapp am Sieg vorbei sang sich Marc Amacher, 35, 2016 im Final von «The Voice of Germany». Nach der Show klebte dem Berner Oberländer mit der rauchigen Stimme das Pech an den Füssen. Amacher überwarf sich mit seinem deutschen Manager und musste mit einer zusammengewürfelten Band chaotische Konzerte spielen. Aufwärts gings im vergangenen Sommer: Amacher spielte dreimal in grossen Arenen – im Vorprogramm von Gitarren-Altmeister Eric Clapton, 74.

Michel Truog

Michel Truog DSDS

Michel Truog wurde bei «DSDS» 2018 sehr guter Zweiter. Aus der Pop-Karriere wurde nichts.

MG RTL D / Stefan Gregorowius

Michel Truog, «DSDS»-Zweiter 2018, Benjamin Dolic, «TVOG»-Zweiter 2018

Auch letztes Jahr sorgten zwei Teilnehmer aus der Schweiz in deutschen Landen für Casting-Furore: Michel Truog, 27, (bei «DSDS») und Benjamin Dolic, 22, (bei «The Voice of Germany») belegten am Schluss je den sehr guten zweiten Platz. Doch beide konnten nicht wirklich Profit aus der guten Platzierung schlagen. Truog verschwand mit seiner Debütsingle schon nach einer Woche aus den Charts. Im vergangenen Frühling gründete er dann mit zwei anderen DSDS-Teilnehmern die Boygroup The Recognize, die aber (noch) nicht in die Gänge kam. Von Benjamin Dolic hat man seit seiner Finalteilnahme überhaupt nichts mehr gehört.

Benjamin Dolic The Voice of Germany

An Unterstützung seiner Freundin Laura mangelte es Benjamin Dolic nicht. Er wurde bei «The Voice of Germany» 2018 Zweiter. Seither hörte man nichts mehr von ihm.

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Schweizer sorgen bei «America's Got Talent» für Furore

Schweizer Casting-Erfolg ausserhalb der Sparte Gesang: 27 Millionen Zuschauer verfolgten vergangene Woche die Dog-Dance-Show des Berners Simon Brenca, 34, seinem Lebenspartner Lukas Pratschker, 24, und dessen Border Collie Falco, 9, am TV im Halbfinal der weltweit grössten Castingshow «America’s Got Talent» live aus dem Dolby Theatre in Hollywood. Auf der Oscar-Bühne zogen die drei eine ganz grosse Show ab. Falcos Trockenfutter brachten sie aus der Schweiz mit, die dreiminütige Nummer zu einem Song von One Direction umfasst 20 Tricks, beim Gassigehen wurde das Trio auf Schritt und Tritt um Selfies gebeten. Fürs Finale reichte es dann aber knapp nicht – für kurzzeitigen Ruhm aber allemal.

Von Tom Wyss am 15.09.2019