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Loredana äussert sich zum Betrugsfall

«Ey, das Verfahren läuft. Die Wahrheit wird kommen»

Nach den Schlagzeilen vergangenen Mai war es zuletzt ruhiger geworden um Loredana Zefi. Gegen die Luzerner Rapperin mit kosovarischen Wurzeln läuft immer noch ein Verfahren wegen Betrugs. Rund ein Jahr nach Eröffnung der Untersuchung wehrt sich Loredana in einem Interview erneut gegen die Vorwürfe.

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Rapperin Loredana hält vieles, was in den Medien über den Betrugsfall geschrieben wird, für unwahr.

Instagram/Loredana

Am 7. Mai 2019 nahm die Polizei Loredana Zefi, 24, fest und durchsuchte ihre Wohnung. Die Staatsanwaltschaft leitete eine Untersuchung wegen Verdachts auf Betrug ein. Das liegt bald ein Jahr zurück – das Verfahren läuft noch immer. Für die im Kanton Luzern wohnhafte Rapperin mit kosovarischen Wurzeln gilt weiter die Unschuldsvermutung. Mitten im Corona-Lockdown meldet sich Loredana in einem Interview mit der «Weltwoche» zu Wort und äussert sich ausführlich zu den Betrugs- und Drohungsvorwürfen, die gegen sie im Raum stehen.

«Vieles ist unwahr»

Im Kern der Ermittlungen geht es darum, dass Loredana einem Walliser Ehepaar mehrere Hunderttausend Franken abgenommen haben soll. Als der Fall im Frühling 2019 publik wurde, wehrte sich die Rapperin vehement gegen diese Vorwürfe. Sie habe kein Geld erpresst, sondern es bekommen, liess sie in einer Pressekonferenz vom 10. Mai 2019 verlauten.

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Heute auf die heftigen Anschuldigungen angesprochen, sagt Loredana: «Vieles ist unwahr. Sehr, sehr vieles. Aber: Zum Verfahren sage ich nichts, es läuft.» Sie habe gegenüber den Staatsanwälten, die versuchen, das Rätsel zu lösen, enormen Respekt und wolle da nicht reinreden, so die Rapperin. Um sich laut eigener Aussage nicht noch stärkerem Druck auszusetzen, bleibt sie bei dem kurzen Statement: «Ey, das Verfahren läuft. Die Wahrheit wird kommen.»

Sie beharrt auf einer Summe von 350 000 Franken

Einen inhaltlich wichtigen Punkt lässt sie aber nicht auf sich sitzen. «Was ich klarstellen kann: Angeklagt bin ich wegen 350'000 Franken», sagt sie. Ihre Klägerin, Petra Z., erwähnte gegenüber Medien aber eine andere Summe. In den Berichten von vergangenem Frühling war von über 700'000 Franken die Rede. Das stört Loredana: «Die Klägerin sagte in einer Zeitung, es seien 650'000, dann irgendwo 750 000, schliesslich waren es sogar 1,5 Millionen. Ja, was denn jetzt? Dieses Spielchen, das sie spielt, ist für mich aber okay. Soll sie doch.»

«Einer meiner Leute ist Hells Angel, okay, schön»

Dass ihr Verbindungen in kriminelle Milieus nachgesagt werden, löst bei ihr Unverständnis aus. Sie betont, dass sie «absolut» unabhängig sei. Konkret auf Kontakte zum Motorrad- und Rockerclub Hells Angels angesprochen, gibt sie offen zu: «Einer meiner Leute ist Hells Angel, okay, schön. Und jetzt?» Damit habe sie kein Problem. «In meiner Gegenwart passiert nichts Falsches oder Kriminelles. Nichts!», bekräftigt sie. «Und was passiert, entscheide ich, ich bin der Boss! Ich gehöre niemandem, weder einem Label, noch bezahle ich Schutzgeld. Ich stehe auf eigenen Beinen, und bin damit eine der ganz wenigen unter allen Rappern in Deutschland», verteidigt sich Loredana.

Das Image eines Gangsta-Rap-Stars ist nur Fassade

Dass die Untersuchung gegen sie wegen dem Coronavirus wohl noch länger dauern wird, scheint die gebürtige Kosovarin nicht zu kümmern. «Die Wahrheit wird rauskommen. Irgendwann.» Sie betont, dass sie noch nie Dreck am Stecken hatte: «Meine Weste ist weiss, übelst blank.» Einzig ihr Führerschein sei ihr entzogen worden, etwas richtig Kriminelles habe sie noch nie gemacht, so Loredana. «Dieses Glück, ein echter Gangster zu sein, habe ich gar nicht.»

Von Sarah Huber am 24.04.2020
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