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Sturm, erschöpft, vergesslich

Kuno Lauener an Multipler Sklerose erkrankt

Die Diagnose kam total unerwartet. Züri-West-Sänger Kuno Lauener hat Multiple Sklerose! Jetzt spricht er über seinen Zustand und darüber, wie es mit Züri West weitergeht.

Kuno Lauener

Kuno Lauener, Frontmann der Band Züri West.

Dukas

Es beginnt mit Schwindel und Sehstörungen während der Tournee im Frühling 2017. Kuno Lauener, Sänger der Kult-Band Züri West, fühlt sich auf einmal nicht mehr wohl. Ein paar Monate später sucht er den Arzt auf. Am Folgetag tritt die Band am Gurten-Festival auf – kurz vorher erhält der Musiker die unerwartete Diagnose, wie er der «NZZ am Sonntag» erzählt: Multiple Sklerose.

«Und so stand ich an diesem Abend auf dieser grossartigen Bühne auf dem Gurten, vergass meine Texte, sah alles doppelt, und 50'000 Menschen waren da», so Lauener im Interview. «Mir wurde klar, dass ich solche Konzerte nicht mehr würde spielen können.»

Dabei hatte der Sänger bereits mit Leid in seinem Leben zu kämpfen. Erst gerade verstarb seine Mutter, dann erhielt er die MS-Diagnose und später trennte sich seine Partnerin Kristina von ihm, mit der er zwei Kinder hat. «Vor einem Jahr starb auch noch mein Vater», sagt Lauener weiter im Interview. «Es kam verdammt viel zusammen.»

«Ich vergesse ständig Dinge»

Multiple Sklerose ist eine Autoimmunerkrankung, die sehr unterschiedlich verlaufen kann. Lauener wisse deshalb nicht, was auf ihn zukommt. Er sei froh, dass ihn die Krankheit erst jetzt erwische. Am 17. März wird er 60 Jahre alt. «Mir wei ned grüble...», so der Musiker.

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Es zeigten sich unterschiedliche Symptome. Hin und wieder «will ein Bein nicht so recht», Schwindel, und besonders zu schaffen machten ihm «Aussetzer». «Ich vergesse ständig Dinge. Es kann sein, dass ich einen Tag lang an einem Songtext arbeite. Am nächsten Morgen habe ich vergessen, dass ich ihn geschrieben habe.»

Die Symptome hatte Lauener schon länger, aber er habe sie «falsch gedeutet». Es sei ihm nicht aufgefallen, dass er ständig erschöpft war und einen «sturmen Grind» hatte. «Ich dachte, das sei normal, wenn ein alter Sack wie ich noch Vater wird.» Mit 50 wurde er Vater von Lucy, zwei Jahre später folgte Emil.

Lauener will nicht verzagen

Lauener gelangt nun mit seiner Diagnose an die Öffentlichkeit, weil er befürchtet, dass die Krankheit nun auch Einfluss auf seine Karriere haben könnte, sagt er der «NZZ am Sonntag». Was er auf gar keinen Fall will: «Dass mich die Leute bemitleiden.» Es gehe ihm nicht schlecht. Er habe zwar «Scheisstage», aber er sei nicht verzweifelt.

Für seine Fans soll das dennoch keine Entwarnung sein. Ob es künftig noch Konzerte mit Züri West geben wird, könne er nicht sagen. Dies hänge vom Verlauf der Krankheit ab.

Von ogo am 07.03.2021
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