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  4. Lucas Fischer will in Corona-Krise mit Song-Remake Mut machen

Ängste wegen Corona – und ein Mutmach-Song

Lucas Fischer wusste manchmal nicht, wie es weitergehen soll

Statt wegen des Corona-Lockdowns tatenlos herumzusitzen und zu warten, bis er wieder bei Events auftreten kann, ist Lucas Fischer tätig geworden: Er hat seinen Kunstturn-WM-Hit «Set New Signs» auf die aktuelle Situation umgeschrieben. Der Aargauer will damit der Schweiz Mut zusprechen.

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Der ehemalige Spitzenturner Lucas Fischer ist heute als Künstler und Sänger tätig. Im Jahr 2019 schrieb der Aargauer den offiziellen Song zur Kunstturn-WM 2019 in Stuttgart.

Nik Hunger

Lucas Fischer, wie ist dir die Idee gekommen, deinen Kunstturn-WM-Song «Set New Signs» auf die aktuelle Corona-Situation umzuschreiben?
Die Idee ist mir gekommen, als wir alle grösstenteils nur noch negativen Schlagzeilen ausgesetzt waren, die in den Menschen Ängste, Zweifel und viele Sorgen entfachten. In mir kamen aber wieder positive Vibes auf, als ich hörte, dass sich die Welt an einigen Orten am Erholen ist. Das war etwas, was in mir Hoffnung entfacht hat und ich glaube daran, dass diese Krise für uns auch eine Chance sein kann. Deshalb schrieb ich diesen Song.

Was erhoffst du dir, mit diesem Song-Remake bei den Menschen zu bewirken?
Mit «Neue Zeichen der Zeit» möchte ich den Menschen gerne Hoffnung und Zuversicht schenken. Wir können wieder spüren, wie gut Zusammenhalt sich anfühlt! Wir lernen erneut, dass nichts selbstverständlich ist und merken, dass aufeinander acht zu geben und sich um die Mitmenschen zu kümmern, etwas Wunderbares ist. Die Meisten von uns können runterfahren und sich selber reflektieren, und das ist gut. Man kann sich wieder erfreuen an kleinen Dingen – und dabei machen wir etwas Grosses: Die Welt kann ein bisschen durchatmen und sich regenerieren. Aber ich möchte auch aufzeigen, dass wir viel zu sehr gedacht haben, dass wir die Welt besitzen. Aber die Erde zeigt uns jetzt weltweit, dass wir zu Gast sind auf ihr und wir nicht alles machen können mit unserer schönen Kugel.

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«Das Video war echt eine ‹Chnübli-Arbeit›»

Wegen des Lockdowns waren die Möglichkeiten, dein Vorhaben in die Tat umzusetzen, wohl beschränkt. Wie bist du vorgegangen?
Ich habe mit meinem Songwriter/Produzent und Freund Alex Mullarkey telefoniert. Er fand die Idee klasse. Wir wussten aber beide, es muss schnell gehen, und es ist kein Budget vorhanden. Also haben wir alles selber gemacht, den Song in einem Stück in seinem Studio in Winterthur aufgenommen und dort auch gleich das Video dazu gedreht. Ich bin Alex sehr dankbar für seine Zeit und seinen Einsatz. Ich habe dann zum ersten Mal in meinem Leben ein kleines Musik-Video zusammengeschnitten – mit dem Windows Movie Maker! Es war echt eine «Chnübli-Arbeit». Auch wenn die Qualität nicht perfekt ist, hab ich ehrlich gesagt extrem Freude am Resultat.

«Ich hatte einige schlaflose Nächte, da viele meiner Auftritte abgesagt wurden»

Als selbstständiger Künstler bist du von der Corona-Krise und dem damit verbundenen Veranstaltungsverbot in der Schweiz stark betroffen. Plagen dich wegen der angespannten Lage existentielle Ängste?
Ich hatte einige schlaflose Nächte, da viele meiner Auftritte abgesagt wurden. Manchmal wusste ich echt nicht, wie es weitergehen soll. Da ich vieles von meinem Erspartem in mein kommendes Album investiert habe, sind die Reserven praktisch nicht mehr vorhanden. Da bin ich ehrlich. Aber ich glaube fest daran, dass es wieder bergauf geht.

Was und/oder wer hilft dir im Moment, die jetzige Krise zu meistern?
Mir hilft momentan vor allen Dingen der Halt meiner Eltern und meiner Freunde. Das tut so gut zu wissen, dass wir auch in solchen Zeiten immer füreinander da sind! Auch meine Managerin hilft mir sehr in dieser Zeit. Sie redet mir gut zu, wenn ich wiedermal eine Krise habe. Die Musik hilft mir tagtäglich, viel Leidenschaft und Wärme in mein Leben zu bringen. Sport in der freien Natur befreit zudem meinen Geist und ermöglicht es mir, mich körperlich auszutoben.

Letzten Herbst hast du deine Beziehung öffentlich gemacht. Gerade für Paare kann der Lockdown zur Belastung werden, sei es, weil sie ständig aufeinander zu Hause hocken oder weil sie sich nicht mehr sehen können, wenn sie in getrennten Haushalten leben. Wie gehen du und dein Partner mit der jetzigen Situation um?
Dieses Thema ist mir einfach heilig, und das geht momentan nur mich und meine Liebsten etwas an. Entschuldige, aber da muss ich dir einen Korb geben.

«Momentan kann ich selber nicht viel machen, ausser den Menschen, denen ich in der Natur begegne, ein Lächeln zu schenken»

Zu welchen Personen hast du zurzeit noch Kontakt und weshalb?
Zu ganz vielen Leuten. Auch sehr vielen, mit denen ich schon sehr lange nicht mehr gesprochen habe, weil einfach die Zeit fehlte. Das ist etwas Herrliches! Dem möchte ich in Zukunft wieder mehr Raum geben. Schon wieder etwas Positives, das diese Zeit bringt!

Von deinem Song-Remake abgesehen, wie zeigst du persönlich Solidarität in der Corona-Krise?
Ich bleibe zu Hause. Nur für dieses Song-Projekt bin ich nach Winterthur gefahren, sonst habe ich alle Termine abgesagt. Momentan kann ich selber nicht viel machen, ausser den Menschen, denen ich in der Natur begegne, ein Lächeln zu schenken. Auf meinen Social-Media-Accounts rufe ich die Menschen dazu auf, vernünftig zu sein, zu Hause zu bleiben und nicht in Panik auszubrechen. Mit meinen Posts schenke ich ihnen zudem etwas Unterhaltung, aber das machen ja sehr viele andere Künstler auch so, und das ist gut so. Mit diesem Song-Remake von «Set New Signs» kann ich nun wirklich etwas in der Corona-Krise beitragen – und das bedeutet mir sehr viel.

Von Sarah Huber am 17.04.2020
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