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  4. Mahara McKay bleibt in der Corona-Krise der Liebe wegen in Indien

Für ihre Partnerin bleibt sie in Indien

Mahara McKays Liebe ist stärker als Corona

Seit einigen Jahren reist Mahara McKay als Tantra- und Yoga-Lehrerin um die Welt. In Indien hat die Ex-Miss die Liebe ihres Lebens gefunden. Das Band zwischen den zwei Frauen ist so stark, dass sie während der Corona-Krise gemeinsam in Goa bleiben, statt einzeln in die Heimat zurückzureisen.

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Anfang Februar 2020 erst machte Mahara McKay ihre Liebe öffentlich. Seither postet sie regelmässig Liebeserklärungen an ihre Eloise.

Instagram/maharamckay

Vor zwei Monaten erst machte Mahara McKay, 39, ihre Liebe zu einer Frau öffentlich. Auf Instagram verriet sie, wie es ein Jahr zuvor bei einer gemeinsamen Tantra-Yoga-Lektion gefunkt hatte. «Wir haben die Elektrizität in der Luft gespürt.» Die Chemie habe sofort gestimmt, so McKay damals in ihrem Post.

Dass die Verbindung zwischen ihr und Partnerin Eloise wahnsinnig stark ist, beweist die Ex-Miss auch in Zeiten von Corona. Auf Instagram berichtet die Tochter einer Schweizerin und eines Neuseeländers, dass sie der Liebe wegen in Indien geblieben ist.

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«Ich musste zuerst auf mich selbst aufpassen»

Dies ist McKays erster Instagram-Post seit dem 22. März 2020. Dass sie eine Zeit lang offline war, hatte mit der Corona-Pandemie zu tun. «Ich habe bis jetzt nichts gepostet, weil ich zuerst auf mich selbst aufpassen und fühlen musste, was in der Welt passiert», schreibt McKay und erklärt, dass sie und ihre Partnerin Eloise immer noch in Goa, Indien, seien. Eindrücklich schildert sie, wie es dazu kam, dass sie nicht wie viele andere Schweizerinnen und Schweizer zurück in die Heimat evakuiert wurde.

McKay und ihre Partnerin rechneten mit dem «Worst-Case-Szenario»

«Am 14. März stellten wir fest, dass wir nicht zusammen nach Portugal zurückfliegen konnten, wo wir mit dem Bau unseres Heim- und Rückzugzentrums begonnen haben. Nur portugiesische Staatsbürger durften das Land betreten. Da ich nur in die Schweiz oder nach Neuseeland zurückfliegen konnte und Eloise nach England hätte zurückkehren müssen, entschieden wir, dass eine Trennung nicht infrage kam, und bereiteten uns auf das vor, was wir für das ‹Worst-Case-Szenario hielten›», beschreibt McKay die dramatische Situation.

Die beiden Frauen trafen die wichtigsten Vorkehrungen in Windeseile. Vorderhand suchten sie sich eine, für die voraussichtlich bevorstehende Isolation, sichere Unterkunft. «Zuerst mussten wir die Wohnung wechseln, da es hier bald über 40 Grad werden wird und Stromausfall sehr häufig ist. Wir hatten das Glück, einen schönen Ort mit Meeresbrise im 1. Stock mit Dach zu finden.»

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Mahara McKay hat sich für ein Nomadenleben entschieden und ist über die letzten Jahre viel gereist. Während des Corona-Lockdowns lebt sie in Indien.

Instagram/maharamckay

Ein Notvorrat an Wasser, Reis und Dal

In einem nächsten Schritt legten sie einen Notvorrat für einen Monat an, um sich nicht mehr der Öffentlichkeit aussetzen zu müssen. «Wir wollten uns isolieren, weil sich das Virus an einem Ort voller Reisender so schnell ausbreitet.» Sie besorgten genügend Wasser, Reis und Dal, sodass sie sicher einen Monat nicht hungern müssen. Zudem rüsteten sich die Frauen mit Schmerzmitteln, Vitamin C und genügend Lesestoff aus. Die Zeit drinnen wollen sie sich mit Stift und Notizbuch, Backgammon, Karten und Yoga und Gitarrespielen verkürzen.

Andere Touristen beobachteten das Treiben der Ex-Miss und ihrer Partnerin zunächst mit Skepsis. «Viele Leute hier dachten, wir wären verrückt, als wir uns darauf vorbereiteten, uns selbst zu isolieren», erinnert sich McKay. Doch das Coronavirus breitete sich innert kürzester Zeit rasend schnell aus und Indien kündigte eine Ausgangssperre an.

Den Unvorbereiteten blieben nur vier Stunden Zeit

Das sei so plötzlich passiert, schreibt McKay. Die Menschen hätten nur vier Stunden Zeit gehabt, sich von einem normalen Leben auf eine dreiwöchige Sperre vorzubereiten. Für viele Touristen, die das «in einem für uns fremden Land» durchstehen müssen, ist es besonders schlimm.

«Die Lebensmittelgeschäfte hier sind klein. Natürlich waren die Regale innerhalb kürzester Zeit leer», beschreibt McKay die prekären Umstände. «Am nächsten Tag sorgten Polizisten dafür, dass niemand sein Haus verlässt.» Über die sozialen Medien sah sie, was ihre Mitmenschen durchmachten. Es habe viele Touristen gegeben, die nicht genug Essen und Wasser in ihrem Zuhause hatten und deshalb Angst hatten, weiss McKay.

Die Natur blüht in der Corona-Krise auf

Zwei Tage nach diesem eindrücklichen Post meldete sich die Schweiz-Neuseeländerin mit einem Video zurück, das die Aussicht aus ihrem Küchenfenster zeigt. «Jeden Morgen singen immer mehr Vögel draussen. Gestern kamen Affen heraus, um zu spielen», berichtet sie.

«Der erste Tag seit der Sperre, an dem ich mich hier total entspannt fühle»

Ihren Beobachtungen nach scheint es, als könne sich die Natur aufgrund des Stillstands des öffentlichen Lebens wieder in ihrer Schönheit entfalten. Dieses Bild erfüllt die Tantra- und Yoga-Lehrerin mit einer grossen inneren Zufriedenheit. «Dies ist der erste Tag seit der Schliessung, an dem ich mich hier total entspannt fühle und einen ganzen Tag ohne schockierende Neuigkeiten geniessen konnte, an dem wir uns keine Sorgen um Essen, Wasser, Visa, Verlassen oder Bleiben machen mussten. Wo wir die Schönheit, die uns umgibt, einfach voll geniessen können.»

Aus der Zeit in der Isolation schöpft McKay demnach neue Kraft: «Vielen Dank, unglaubliches Indien für deine ständigen Lehren.» Die prächtigen Farben der Natur seien immer wieder überraschend, so die Tantra- und Yoga-Lehrerin. «Du warst mein bester Lehrer. Es ist herausfordernd, aber lohnenswert. Vielen Dank.» 

Von Sarah Huber am 03.04.2020
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