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«Wir harmonieren perfekt»

Mit Sergey hat Aita Gasparin ins Schwarze getroffen

Lange verliebt, dann lange getrennt – und jetzt verlobt und wiedervereint. Biathletin Aita Gasparin und ihr Partner Sergey Semenov geniessen in Aitas Bündner Heimat die Zeit zu zweit – privat und beruflich.

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Endlich wiedervereint: Aita Gasparin und Sergey Semenov. 

Fabienne Bühler

Vier Stunden können ganz schön lange sein. Das haben Biathletin Aita Gasparin und ihr Verlobter und Sportkollege aus der Ukraine, Sergey Semenov, schon oft am eigenen Leib erfahren. Regelmässig in Ausdauertrainings. Und ganz ohne sportliche Verausgabung, aber dennoch mit viel Herzklopfen auf einem Flug Ende Winter 2016 von Kanada in die USA. Die beiden kennen einander damals nur vom Namen her. Auf dem Weg von einem Wettkampf zum nächsten sitzen sie zufällig nebeneinander – und schweigen sich bloss an. «Sie gefiel mir sofort, doch ich war sehr schüchtern», sagt Semenov. «Ich starrte nur in mein Buch und überlegte, was ich sagen könnte.» Aita Gasparin geht es ähnlich. Erst beim Aussteigen brabbelt er einige Worte.

Über den Sommer verlieren sie einander aus den Augen. Und im folgenden Winter nähern sie sich nur langsam an. «Beim nächsten Treffen waren es zwei Sätze, dann drei, dann vier», sagt Gasparin, die jüngste der drei Biathlon-Schwestern, und lacht über diese anfängliche Unbeholfenheit.

Heute ist das schweizerisch-ukrainische Biathlonpaar verlobt. Und nach Monaten zwischen Trennung, Wiedersehen und Unsicherheit wegen Corona für mehrere Wochen am Wohnort der Engadinerin in Valbella GR vereint.

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Biathlon-Traumpaar: Aita Gasparin, 26, und ihr Verlobter Sergey Semenov, 32, geniessen in Valbella GR ihre Zweisamkeit.

Fabienne Bühler

In der Region finden die beiden dank der Biathlon Arena in Lenzerheide ideale Trainingsbedingungen vor. Täglich absolvieren sie zusammen mehrere Einheiten, etwa auf den Rollski, dem Velo oder am Schiessstand. Und auch die Wohnung wird zum Trainingsplatz: für Yoga, Stretching oder Halteübungen mit dem Gewehr.

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Ungewöhnliches Home-Workout: In ihrer Wohnung in Valbella GR machen Aita Gasparin und Sergey Semenov Halteübungen mit dem Gewehr.

Fabienne Bühler

«Wir harmonieren perfekt»

Beide schätzen es, neben dem Privatleben auch den Job zu teilen. «Ich glaube nicht, dass sich Gegensätze anziehen. Wir harmonieren perfekt. Wir geben einander auch im Sport Tipps, sprechen darüber, wie wir uns bei welchen Bewegungen fühlen», sagt Aita, die sportlich aus ihrem bisher besten Winter kommt.

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Ein Löwe als Symbol für Stärke und Kampfgeist ziert den Hinterschaft von Aita Gasparins Gewehr.

Fabienne Bühler

An der WM lief sie erstmals in die Top 10, und mit ihren Schwestern Selina und Elisa sowie Lena Häcki schaffte sie es im Weltcup dreimal mit der Schweizer Staffel aufs Podest. Für Gasparin und Semenov hat der Sport im Moment Priorität. So würden beide wichtige Trainingslager oder Wettkämpfe gemeinsamer Zeit vorziehen.

Lockdown verhindert Antrag

Dass Semenov seine Freundin heiraten will, weiss er schon eine Weile. «Mir gefällt einfach alles an ihr. Und wir haben in den dreieinhalb Jahren noch nie gestritten», sagt der WM-Bronzegewinner von 2016, der dabei ist, Deutsch zu lernen. Wie und wo er ihr die Frage aller Fragen stellt, plant er akribisch. Als er endlich den perfekten Ring, den perfekten Ort und den perfekten Plan für den Antrag hat – Lockdown!

Er ist in seiner Heimat Kiew und sie in der Schweiz. Die beiden Profi-Athleten, die im Winter dank gleichem Rennkalender und im Sommer dank gemeinsamen Trainingslagern nie lange voneinander getrennt sind, müssen von März bis Ende Juni ohne einander auskommen. Auch ein Treffen in einem anderen Land kommt wegen geschlossener Flughäfen in der Ukraine nicht zustande. Da vergeht den beiden zwischendurch auch mal das Lachen. «Einmal baute er mich am Telefon auf, dann wieder ich ihn.»

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Bald im Hafen der Ehe: Nach dreieinhalb Jahren Beziehung haben sich Aita und Sergey entschieden, zu heiraten.

Fabienne Bühler

Ende Juni kann Gasparin in die Ukraine einreisen. Und Semenov Anfang Juli endlich seinen Plan umsetzen – Besuch im Delfinarium und Schwimmen mit den Delfinen inklusive. Als ein Delfin plötzlich mit zwei Ringen auftaucht – dem Gummiring samt Verlobungsring in der Schnauze –, realisiert Gasparin nicht gleich, was da gerade passiert. Sie dreht sich um und will Sergey erzählen, was der Delfin gebracht hat. «Es dämmerte mir erst, als ich ihn dann mit Blumen auf den Knien sah.»

Ihre Antwort ist klar, das genaue Hochzeitsdatum noch nicht. Dafür der Wunschtraum: Im Frühling 2022, nach Olympia in Peking, soll sie zu Aita Semenova werden. Feiern will das Paar in der Schweiz, wo die beiden ihre Zukunft planen, sowie in seiner Heimat. Am liebsten natürlich mit dem Edelmetall bei beiden nicht nur am Ringfinger.

Von Sarah van Berkel am 05.09.2020
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