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Um sie fürs Tennis zu motivieren

Roger und Mirka bestechen ihre Kids mit Schleckzeug

Obwohl er der beste Tennisspieler aller Zeiten ist, liessen sich Roger Federers Kinder lange nicht für die Sportart begeistern. Um sie dennoch dafür zu motivieren, haben sich der Maestro und seine Frau einen so simplen wie effektiven Trick zunutze gemacht.

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Haben es faustdick hinter den Ohren: Bei ihren Kindern wissen Mirka und Roger Federer genau, welche Tricks zum Erfolg führen.

PA Images via Getty Images

Eigentlich hätten wir in diesen Momenten in den Genuss von Roger Federers, 38, Tennis-Künsten kommen sollen. Momentan wären die Cracks in Wimbledon am Spielen, am kommenden Sonntag hätte der Final stattgefunden. Dann kam Corona – und der Baselbieter musste sich zusätzlich zwei Knie-Operationen unterziehen, die ihn diese Saison auch ohne Pandemie ausser Gefecht gesetzt hätten.

Statt Matches, Games und Punkte versucht Roger stattdessen, Kunden zu gewinnen: Am Montag hat er seinen eigens designten Schuh «The Roger» vorgestellt, der vom Schweizer Brand On in limitierter Auflage verkauft wird. Und bei der Präsentation des stylischen Schuhwerks war der Maestro so gut aufgelegt, dass er nach dem Lockdown erstmals wieder aus dem Federer'schen Nähkästchen plauderte.

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Er besticht seine Kinder

So verriet Federer im Gespräch mit der Moderatorin des Launch-Events von On beispielsweise, wie er seine vier Kinder Charlene Riva und Myla Rose, 10, sowie Leo und Lenny, 5, fürs Tennis begeistern konnte. Das sollte sich als kein leichtes Unterfangen herausstellen, erzählte er. «Ich hatte selber mit meinen Kindern zu kämpfen», gestand er auf die Frage eines Fans, wie man den Nachwuchs auf den Court bringen könne.

Er spiele gegen Rafael Nadal und Novak Djokovic – aber «es interessiert sie einfach nicht», erzählte Roger lachend. Doch sein Stolz liess es nicht zu, sie ohne seine Sportart aufwachsen zu lassen. «Jetzt spielen sie alle Tennis, weil ich nicht der einzige Typ sein will, dessen Kinder nicht spielen – vor allem nicht bei meinem und Mirkas Hintergrund!»

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Dass sie keine grossen Tennis-Fans sind, machten die beiden Zwillings-Paare Charlene und Myla sowie Leo und Lenny auch in der Box an den Australian Open zu Beginn des Jahres deutlich.

Getty Images

Doch der Weg dahin ist steinig gewesen. «Wir gaben ihnen ein Racket in die eine und einen Ball in die andere Hand und beobachteten, was passiert.» Man sehe sehr schnell, wer es möge, mit einem Ball zu spielen, und wer lieber joggen gehe. Den Königsweg, seine Kinder auf den Court zu bringen, hat Roger bis anhin nicht gefunden. Man müsse einfach rausgehen und es immer wieder versuchen. Doch er hat sich gemeinsam mit Ehefrau Mirka, 42, etwas einfallen lassen, was für zusätzliche Motivation sorgt. «Zu Beginn wirst du sie vielleicht mit Schleckzeug bestechen, wenn sie sich gut anstellen», riet Roger dem Fan. «Wir haben das auch gemacht, da ist nichts Falsches dran.»

Immer noch schwer verliebt in Mirka

Seine bisweilen intriganten Pläne heckt der Maestro seit über 20 Jahren gemeinsam mit Mirka an seiner Seite aus. Seit elf Jahren sind die beiden verheiratet. Sie würde er immer wieder zur Frau nehmen. «Natürlich würde ich sie wieder heiraten!», platzte es aus Roger heraus. Auch wenn die Antwort auf die Frage eines Fans ziemlich berechnet war. «Ich will nicht im Hundehaus schlafen – ich weiss nicht, ob sie zuschaut», fügte er lachend an.

Dann wurde er doch noch ernst. Mirka sei die Beste, «ich liebe sie so sehr», schwärmte der Maestro. «Ich bin unglaublich glücklich, dass ich sie vor langer Zeit getroffen habe. Ohne sie hätte ich all das nicht geschafft.»

So lange zuhause wie nie zuvor

In den vergangenen Monaten konnte der Baselbieter besonders viele Momente mit seiner grossen Liebe und den vier Kindern verbringen. Zum ersten Mal seit 25 Jahren war er wegen des Corona-Lockdowns nicht ständig auf Reisen. Die Zeit in der Schweiz ist in normalen Sommern auf der Tour rar. «Die längste Zeit zuhause waren maximal fünf bis sechs Wochen. Jetzt bin ich nach vier oder fünf Monaten immer noch in der Schweiz», erzählte er. «Ich geniesse das sehr. Für uns als Familie war die Zeit sehr schön.»

Für den perfekten Tag im Leben des Roger Federer ist nämlich nicht unbedingt Tennis nötig. Zwar steht auch der Gewinn in Wimbledon auf der Liste der optimalen 24 Stunden. Doch auch das Nichtstun mit seinen Liebsten, «Zeit mit der Familie zu haben, ohne Pläne», macht einen Tag für Roger perfekt. «Am Morgen Kaffee trinken, Freunde treffen und meine Eltern – und am Ende des Tages einen schönen Sonnenuntergang erleben. Es ist simpel.»

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Von Beginn weg an seiner Seite: Mirka und Roger lernen sich an den Olympischen Spielen 2000 in Sydney kennen. Sie erlebt schon Rogers ersten von bislang 20 Grand-Slam-Titeln hautnah mit, den er 2003 in Wimbledon holt.

Getty Images

Auch wenn dafür mal keine Zeit ist oder er eine Niederlage auf dem Platz einstecken muss: Federer versucht, zufrieden zu bleiben und das Positive zu sehen. Und davon gibt es eine Menge: Er sei ein glücklicher Mensch und sehr dankbar. «Ich habe vier gesunde Kinder und eine wunderbare Frau. Ich habe viele Gründe, um happy zu sein!»

Nur etwas bereitet ihm derzeit Sorgen: sein vierzigster Geburtstag, den er im August des nächsten Jahres feiert. Er habe gehört, dass seine Frau «etwas Grosses» dafür plane. Das scheint ihm nicht allzu geheuer zu sein, wie er schmunzelnd anfügte. «Ich habe Angst!»

Von Ramona Hirt am 07.07.2020
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