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Frey, Furrer und Leuenberger

Schweizer Models packen über das harte Business aus

Einfach verdientes Geld, Luxus und viel Freizeit. Diese Mythen geistern rund um den Beruf des Models. Doch dahinter steckt ein knallharter Job. Die Schweizerinnen Manuela Frey, Ronja Furrer und Anja Leuenberger wissen, wie der Hase läuft. Nun packen sie über das rigorose Model-Geschäft aus.

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Sie modeln weltweit für die Grossen: Ronja Furrer und Anja Leuenberger.

David Biedert

Als international erfolgreiche Topmodels leben sie den Traum, den sich unzählige junge Mädchen wünschen: Manuela Frey, 23, Ronja Furrer, 27, und Anja Leuenberger, 27, zählen zu den Schweizerinnen, die es im harten Model-Business geschafft haben. Doch was nach Reichtum, Begierde und unendlicher Schönheit aussieht, ist in Wahrheit reine Illusion. Die Frauen kennen die Schattenseiten und machen kein Geheimnis aus dem harten Model-Alltag.

Manuela Frey

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Stephan Glathe
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Im zarten Alter von 15 Jahren gewann die Aargauerin Manuela Frey den «Elite Model Look Schweiz»-Wettbewerb. Am Weltfinale des Model-Contests belegte sie 2012 den dritten Platz. Mit diesem Erfolg wurde ihr bisheriges Leben als Schülerin komplett auf den Kopf gestellt. Seitdem sahnt sie einen Job nach dem anderen ab. Schnell wurde der Teenagerin bewusst, dass es sich um einen Kampf ums Überleben im Business handelt. «Unter den Models herrschte Zickenkrieg. Wahre Freundinnen gibt es kaum, die Konkurrenz ist zu gross», so die heute 23-Jährige zum «Blick».

Um dem Druck standzuhalten, greifen viele ihrer Kolleginnen zu harten Mitteln: «Viele Models nehmen Drogen, um den Hunger zu stillen, damit sie ihre Figur halten können.» Für Manuela selbst sei es allerdings nie infrage gekommen: «Natürlich wollte man mich da auch reinziehen. Niemand verstand, wie ich ohne Drogen und Alkohol so glücklich sein kann.» Ohne die perfekten Masse bleiben nun mal die Jobs aus. Entsprechend gilt es oft zu verzichten und Disziplin an den Tag zu legen. «Es war nicht immer einfach, täglich zweimal Sport zu machen und Kalorien zu zählen», klagt Frey. Und dennoch: «Trotzdem verlor ich nie die Freude an meinem Job.»

Ronja Furrer

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via Facebook

Auch Ronja Furrers hat ihre Modelkarriere dem «Elite Model Look» zu verdanken. Die Solothurnerin belegte den zweiten Platz in der Schweiz-Wahl. Am Weltfinale schafft sie es unter die besten 15 und legte somit den Grundstein für ihre internationale Karriere. Um sich im Business etablieren zu können, war schnell klar, dass Furrer ins Ausland ziehen musste. Mit 15 war es Paris, seit dem 16. Lebensjahr wohnt sie in New York. Die heute 27-Jährige modelte schon für Chanel, Ralph Lauren und Tommy Hilfiger. Fotografiert wurde sie für die «Vogue», «Elle» und «Harper's Bazaar». Seit sieben Jahren ist sie mit Rapper Stress, 42, zusammen. 

Durch das anstrengende Model-Geschäft ist Ronja selbst auch härter geworden, wie sie im Interview mit dem «Migros Magazin» offenbart. Heute lässt sie sich nicht mehr alles bieten, auch wenn das finanzielle Einbussen bedeutet: «Ich entscheide selbst, welche Jobs ich annehme. Einmal wurden wir Models für ein Casting bei Calvin Klein und Balenciaga auf 21 Uhr bestellt. Die Verantwortlichen liessen uns in einem engen, heissen Raum stundenlang warten, ohne Essen und Trinken. Kurz vor Mitternacht ging ich – selbst­verständlich bekam ich danach keinen Platz in der Show.» Allgemein sei es mit dem Reichtum so eine Sache. «Mit einer Fashionshow verdient man vielleicht 100 Franken. Wegen des Geldes macht das niemand», so Ronja. Dabei ginge es primär um Werbung für sich selbst.  

Anja Leuenberger

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Getty Images

Anja Leuenberger, 27, hat es ebenfalls bis nach New York und zu den grossen Designern geschafft. Doch der Weg dahin war hart: «Man muss wirklich lange gratis arbeiten, bis man etwas erreicht. Auch die Flüge und die Unterkunft muss ich selbst bezahlen», so die Aargauerin im Interview mit «Style». Weiter offenbart sie, dass 28-Stunden-Tage keine Einzelfälle seien. In solchen Situationen helfen Kaffee, Red Bull und laute Musik gegen das einschlafen.

Auch ein durchschnittlicher Tag sei deutlich anstrengender als ein herkömmlicher Büro-Job. «Am Anfang mache ich nur Castings, mindestens zehn pro Tag, und renne quer durch die Stadt. Bin ich dort, ziehe ich ein Paar High Heels an, laufe für den Designer, und dann geht es schon wieder weiter zum nächsten Termin.» Am meisten stört Leuenberger der Mythos, dass es sich im Model-Business um einen luxuriösen Lifestyle und leicht verdientes Geld handelt. Dabei sind Unterkünfte während der Fashion-Week-Saison alles andere als vornehm: «Mein Apartment hat zwei Zimmer mit je zwei Doppelbetten, also vier Mädchen pro Zimmer.»

Von TR am 20.11.2019
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