Die Suche nach dem Ex-«DSDS»-Kandidaten wurde eingestellt! Das tragische Leben des Daniel Küblböck

Seit seiner Teilnahme bei «DSDS» im Jahr 2003 kennt die Welt Daniel Küblböck als schrillen Paradiesvogel. Die vergangenen Jahre machte der Deutsche nicht nur als Sänger, sondern auch als Unternehmer und Trash-TV-Figur von sich reden. Nun wird er vermisst. SI online zeigt seinen Weg.

Bange Stunden für Fans und Angehörige von Daniel Küblböck: Der frühere «DSDS»-Star ist in der Nacht auf Sonntag in der Nähe von Neufundland von Bord des Kreuzfahrtschiffs Aida gesprungen und wird seither vermisst.

Die Hoffnung, den 33-jährigen Sänger lebend zu bergen, schwindet mit jeder Minute. Das Schiff hat in Absprache mit der Küstenwache Kanadas die Suchaktion beendet und seine Reise in Richtung New York fortgesetzt. Am Montagabend hat dann auch noch das letzte Einsatzteam der Küstenwache die Suche nach dem Deutschen aufgegeben. Er gilt jetzt offiziell als vermisst!

Bei «DSDS» tritt er erstmals ins Rampenlicht

Daniel Küblböck wird am 27. August 1985 in Hutthurm bei Passau, Bayern, geboren. Im Jahr 2001 beginnt der damals 16-Jährige eine Ausbildung zum Kinderpfleger. Im Jahr darauf bewirbt er sich bei der Castingshow «Deutschland sucht den Superstar» kurz «DSDS». Juror Dieter Bohlen, 64, findet schnell Gefallen an dem jungen Mann mit Brille und Seitenscheitel.

Als schriller Paradiesvogel weckt er auch das Interesse von Zuschauern und Medien. In der vorletzten Sendung scheidet Küblböck aus und belegt hinter Alexander Klaws, 35, und Juliette Schoppmann, 38, den dritten Platz.

Daniel Küblböck, Juliette Schoppmann und Dieter Bohlen DSDS 2003 Autogrammstunde in Berlin
© Getty Images

Rückblende: Im Frühling 2003 begleitet «DSDS»-Juror Dieter Bohlen die Kandidaten Juliette Schoppmann und Daniel Küblböck zur Autogrammstunde in Berlin.

Mit 18 Jahren folgt seine Autobiografie

Obwohl er nicht als Sieger der Castingshow hervorgeht, schafft er es mit seiner Single «You Drive Me Crazy» an die Spitze der deutschen CD-Charts. Noch im gleichen Jahr folgt sein erstes Album «Positive Energie», ein Vierteljahr später bringt er seine Autobiografie «Ich lebe meine Töne» heraus. In den ersten Monaten nach «DSDS» gibt er zahlreiche Konzerte und ist Dauergast in verschiedensten TV-Sendungen.

Sehen Sie im Video, wie Daniel Küblböck im Musikvideo zu seinem Song «Heartbeat» wild tanzt:

Nach «DSDS» zieht er ins Dschungelcamp

Im Jahr 2004 folgt sein erster Abstecher in den Trash-TV: Küblböck nimmt im Januar an der ersten Staffel des RTL-Dschungelcamp «Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!» teil. Während Küblböck nur Dritter wird, geht Schlagersänger Costa Cordalis, 74, als Dschungelkönig hervor.

Daniel Küblböck ehemaliger «DSDS»-Kandidat Porträt 2004
© Keystone

Sänger Daniel Küblböck wird seit der Nacht auf Sonntag vermisst.

Imagewechsel nach 2004

Ein Autounfall beschert ihm im Februar 2004 negative Schlagzeilen: Der Sänger rast ohne Führerschein in einen mit Gurkengläsern beladenen Lastwagen und wird dabei schwer verletzt. In den Jahren 2004 und 2005 scheint es, als kämpfe Küblböck mit einer Identitätskrise. Er unterzieht sich einer Schönheitsoperation und lässt sich seine Ohren anlegen. Seine bunten Klamotten weichen schwarzer Kleidung. Passend zur optischen Veränderung werden auch seine Lieder düsterer. Unter dem Titel «Ich hasse mich» geht er auf Konzerttour.

Daniel Küblböck ehemaliger «DSDS»-Kandidat Porträt 2003
© Getty Images

Im Jahr 2003 zeigte sich Daniel Küblböck auf der «DSDS»-Bühne noch in farbenfrohen Outfits. Nach 2004 setzte er auf dunkle Kleidung.

Von neuer Lebensfreude gepackt, gründet er 2005 die Firma «Positive Energie GmbH». Laut eigenen Angaben floriert sein Unternehmen. Die nächsten Jahre gibt sich der Deutsche seriöser. 2007 verlegt er seinen Lebensmittelpunkt vorübergehend nach Mallorca. 2012 lässt sich Daniel Küblböck adoptieren. Die Immobilien-Millionärin Kerstin Elisabeth Kaiser wird seine wichtigste Bezugsperson.

Schicksalsschlag in der Familie

Im Jahr 2013 muss der frühere «DSDS»-Star einen schweren Schicksalsschlag verkraften: Sein Bruder Michael stirbt im Alter von 28 Jahren an Drogenmissbrauch. Zwei Jahre nach seinem Tief glänzt er auf der Bühne von «Let's Dance». Zusammen mit seiner Tanzpartnerin Otlile Mabuse, 28, belegt Küblböck den sechsten Platz.

Die vergangenen drei Jahre studierte Daniel Küblböck am «Europäischen Theaterinstitut». Vor wenigen Tagen ging er in Hamburg zusammen mit anderen Passagieren an Bord des Kreuzfahrtschiffes Aida. In der Nacht auf Sonntag sprang der Sänger von Deck und wird seither vermisst. In den vergangenen 24 Stunden sind auf einem ominösen Instagram-Profil Selfies von Küblböck aufgetaucht.

War er transsexuell?

Auf den Bildern präsentiert sich der Sänger in Frauenklamotten, mit üppigem Ohrschmuck und rotem Lippenstift. Zu den Schnappschüssen schreibt er die Hashtags «transsexuell», «transformation» oder «girl».

Bewegender Brief an seine Fans

Der «Berliner Kurier» hat derweil Auszüge aus einem Facebook-Post veröffentlicht, in dem sich Daniel Küblböck Anfang August auf seiner offiziellen Seite an seine Fans gewandt haben soll. In dem emotionalen Brief offenbart der «DSDS»-Star, wie schlecht es ihm an der Schauspielschule ging: «Liebe Fans, leider geht es mir psychisch und physisch immer noch nicht besser. Ich muss diesen Schmerz der letzten Monate erst noch verkraften. Dieses monatelange Mobben an meiner Schule, in meiner Klasse, hat mich doch zutiefst in meiner Seele erschüttert.»

Er habe wochenlang in hohen Hacken über Steine laufen müssen. Unbekannten wirft er vor, ihm die Bühnengarderobe zerschnitten zu haben. Zudem habe man ihm Sabotage unterstellt, weil er Wasser über die Technik geschüttet haben soll. «Am schlimmsten fand ich, dass unsere Dozentin nicht eingegriffen hat. Sie hat das alles stillschweigend hingenommen», schrieb Küblböck auf Facebook. Die Schulleitung weist die Mobbing-Vorwürfe in einem Statement strikte zurück und zeigt sich bestürzt über das Verschwinden ihres Schülers.

Ob der Facebook-Beitrag der Fan-Seite tatsächlich aus Küblböcks Feder stammte, ist ungewiss. Er wurde in der Zwischenzeit entfernt. Ungewiss bleibt bis jetzt auch das Schicksal des Sängers.

Suizid Disclaimer SI online
Auch interessant