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Zum 20. Todestag von Lady Di

Teil 17: Die Verschwörungstheorien

Am 31. August jährt sich Dianas Todestag zum 20. Mal. SI online blickt deshalb jeden Tag im August zurück - auf das Leben der Königin der Herzen, den tragischen Unfall in Paris und das Erbe, das sie hinterlassen hat. Teil 18 der grossen Diana-Serie: Verschwörungstheorien rund um Dianas Tod.

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Mohamed Al-Fayed ist felsenfest vom Mord an Diana und Dodi überzeugt.

schweizer-illustrierte.ch

Um den Unfall und Tod von Diana ranken sich viele Gerüchte und wilde Verschwörungstheorien. Viele glauben nach wie vor, dass es sich um ein Mordkomplott gehandelt hat. Wurde Diana gar vom britischen Geheimdienst MI6 umgebracht? Welche Rolle spielte das Königshaus dabei? Wurden Blutproben vertauscht? Hier eine Zusammenfassung der bekanntesten und verrücktesten Verschwörungstheorien:

Mohamed Al-Fayeds Anschuldigungen

Im schwarzen Mercedes S280 sassen in der Unfallnacht folgende Personen: Diana, Prinzessin von Wales, †36: gestorben. Dodi Al-Fayed, Dianas Liebhaber/Partner, †42: gestorben. Henri Paul, Chauffeur, †41: gestorben. Trevor Rees-Jones, Bodyguard, 49: überlebt (kann sich fast nicht an den Unfallhergang erinnern).

Dodis Vater Mohamed Al-Fayed, 88, war der erste, der behauptete, dass der Unfall geplant gewesen sei. Seiner Meinung nach brachte der englische Geheimdienst MI6 Diana und seinen Sohn um. Die königliche Familie habe den Unfall in Auftrag gegeben, weil Diana mit einem Muslim verlobt war und bereits eine Hochzeit plante. Auch soll die Prinzessin zum Zeitpunkt des Unfalls von Dodi schwanger gewesen sein (mehr dazu in Teil 18). Al-Fayed steht heute noch zu seinen Behauptungen. «Mein Sohn wurde abgeschlachtet», sagte er wiederholt in den Medien.

Haben Queen Elizabeth & Co. Blut an ihren Fingern?

Als der Unfall geschah, waren Diana und Dodi erst seit sieben Wochen liiert. Doch Dodis Vater ist sich sicher, dass die beiden bald heiraten wollten. Ein muslimischer Ehemann für die Prinzessin von Wales? Für manche Verschwörungstheoretiker ist klar: Die Queen war nicht amused. Somit habe Prinz Philip den MI6 mit der Ermordung der beiden beauftragt. Diese Gerüchte wurden durch einen nach Dianas Tod aufgetauchten Brief angeheizt. Darin schreibe die Prinzessin über ihre Angst vor Charles und einem geplanten Unfall. Den Brief gibt es tatsächlich, unklar ist aber, worauf sich Diana genau bezieht.

Was für eine Rolle spielte der Geheimdienst MI6?

Der ehemalige MI6-Agent Richard Tomlinson, 54, sagte 2008 aus, dass der Geheimdienst Diana überwachte und dass Henri Paul wohl ein Informant gewesen sei. Der Unfall soll durch ein Stroboskop oder ein starkes, helles Blitzlicht ausgelöst worden sein. Im Tunnel de l’Alma habe man den Fahrer damit geblendet und somit willentlich einen Unfall ausgelöst. (Solch ein Mordplan soll laut Tomlinson auch für die Ermordung des ehemaligen jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic vorgesehen gewesen sein.) 2013 tauchte ein Brief auf, in dem ein SAS-Soldat (Special Air Service) behauptete, dass er und diese Spezialeinheit des britischen Militärs auch am Tod von Diana beteiligt gewesen waren.

Henri Paul - vertauschte Blutwerte?

Bei der Autopsie stellte sich heraus, dass Henri Paul in der Unfallnacht stark alkoholisiert war und unter Medikamenteneinfluss stand. Mit 1,8 Promille hatte er mehr als das Dreifache des in Frankreich gesetzlich erlaubten Alkoholwerts in seinem Blut. Paul nahm auch kurz vor der Fahrt ein Antideperessivum und ein Mittel zur Behandlung von Alkoholismus ein.

Auf den Videos der Überwachungskameras des Hotel Ritz wirkte Henri Paul vor der Fahrt jedoch ganz normal und nicht betrunken. Stammten die Blutproben also von jemand anderem? Mohamed Al-Fayed, aber auch Henri Pauls Eltern, bestreiten die Echtheit und Genauigkeit der Blutuntersuchungen. Al-Fayed finanzierte deshalb mehrere Gegengutachten. Doch wiederholte Tests der französischen Behörden kamen immer zum gleichen Ergebnis. Auch die Theorie, dass die Blutprobe ausgetauscht wurde, konnte widerlegt werden.

Der mysteriöse weisse Fiat Uno

Die Untersuchungen des Mercedes-Wracks ergaben, dass der Wagen kurz vor dem Unfall ein anderes Auto gerammt hatte. Es wies Lackspuren eines weissen Fiat Uno auf. Bis heute ist die Rolle des mysteriösen Fiat ungeklärt. Die französische Polizei konnte trotz gross angelegter Suchaktion Fahrer und Wagen nie finden. Später verdichteten sich Hinweise, dass es sich um den Wagen eines Paparazzo gehandelt habe.

So sagte Mohamed Al-Fayed 2005 aus, der MI6 habe das Auto benutzt, um den Mercedes mit Diana und Dodi im Alma-Tunnel von der Spur abzubringen. Zudem behauptete Dodis Vater, dass der französische Fotograf James Andason, der Besitzer des Autos sei. Andason war Diana und Dodi während des ganzen Sommers gefolgt und hatte das Paar oft fotografiert. Doch er hatte für die Unfallnacht ein Alibi.

Seinen weissen Fiat spritzte Andason nach dem Unfall um und verkaufte ihn. Brisant: Andason wurde 2000 tot in einem ausgebrannten Auto in einem Wald im Süden Frankreichs aufgefunden. Sein Kopf lag abgehackt mit einer Wunde in der Schläfe zwischen den vorderen Sitzen. Für Mohamed Al-Fayed der Beweis, dass Andason etwas mit dem Unfall von Diana und Dodi zu tun hatte. Die Polizei geht von Suizid aus.

Die Widerlegung der Gerüchte und Verschwörungstheorien

Unter dem Namen Operation Paget untersuchte die britische Polizei von 2004 bis 2006 den Fall Diana und Dodi akribisch und widerlegte alle kursierenden Gerüchte und Verschwörungstheorien (siehe unten). Zudem kam 2008 eine Untersuchungskommission zu folgendem Ergebnis: Dodi und Diana wurden widerrechtlich getötet infolge grober Fahrlässigkeit von Henri Paul, der viel zu schnell fuhr und unter starkem Alkoholeinfluss stand, und wegen der Paparazzi (siehe Teil 19).

Die Befunde der Operation Paget

  • Es war ein tragischer Unfall. 
  • Es gab keine Verschwörung.
  • Der Mercedes mit Diana und Dodi streifte kurz vor dem Unfall einen weissen Fiat Uno.
  • Diana, Dodi Al-Fayed und Henri Paul hätten wohl überlebt, wenn sie Sicherheitsgurte getragen hätten.
  • Henri Paul war kein Informant des MI6.
  • Es gibt keine Beweise für eine Verbindung zwischen Prinz Philip und dem MI6.
  • Es gibt keine Beweise, dass Geheimdienste am Unfall beteiligt waren.
  • Die Aussagen von Richard Tomlinson waren falsch. Der Ex-Agent wollte damit seinem ehemaligen Arbeitgeber schaden, der ihn entlassen hatte. 

Dennoch halten sich die oben stehenden Gerüchte und Theorien seit Jahren hartnäckig. Zweifler bringen sie - trotz Beweise - nicht zum Verstummen.

Teil 18: War Diana zum Zeitpunkt des Todes schwanger?

Von Christian Franzoso am 17. August 2017 - 19:00 Uhr, aktualisiert 20. Januar 2019 - 13:30 Uhr