Schweizer Stars in ihrer Heimatregion Annina Campell ist im Engadin verwurzelt

In der Sonderausgabe «Ferien in der Schweiz» besucht die «Schweizer Illustrierte» mit Prominenten deren Heimatregion. Sie spricht den rätoromanischen Dialekt Putèr, liebt Capuns und ist ein echtes Naturkind. Moderatorin Annina Campell ist fest in ihrer Heimat, dem Engadin, verwurzelt. Ein Tag zwischen Wild, Wald und Wiesen. Viva!

Rechts Tannen und Gräser, links nichts als der Abgrund. Die Strasse zu der Hütte Chamanna Murter ist schmal und steil. Trotzdem rast Annina Campell, 31, mit ihrem Geländewagen den Berg hoch. «Ich habe auf dieser Strecke das Fahren gelernt», ruft sie. Der Wagen rumpelt über Wurzeln. Hier kennt sie jeden Baum, jede Bergspitze. Denn die Engadinerin ist in Cinuol-chel, einem 150-Seelen-Dörfchen am Inn, aufgewachsen. Auf 2400 Meter geniesst die Moderatorin von «Telesguard» und «SRF bi de Lüt live» die Einfachheit.

Vor der Hütte, in der stets etwas zu trinken für Passanten steht, hackt sie Holz für den Ofen. Heimatgefühle stellen sich ein, obwohl sie seit 2005 in Zürich lebt. Hier oben hat sie sogar den Heiratsantrag ihres Mannes, Marc, bekommen. «Die Berge verändern sich nie», sagt die Engadinerin. «Dadurch fühle ich mich hier immer daheim. Die Stille, der Wind. Ein Lebensgefühl, das auch die Touristen spüren. Unsere Luft hat einen absoluten Wiedererkennungswert.» Ihr Blick fällt auf ihren Lieblingsberg Piz d’Esan. Er steht im Nationalpark, im Dorf ist es trotz Verbot Tradition, ihn zu besteigen. «Meine Tante ist angeblich in Pantoffeln hinauf gegangen», erzählt sie hinter vorgehaltener Hand. Ihre Jugend im Engadin genoss Annina Campell sehr. Natur in der Jagdhütte, Party in St. Moritz. «Im Engadin hat es alles: Coole Leute und versnobte, Künstler und Jäger.»

Unsere Luft hat einen absoluten Wiedererkennungswert

Ganz in Engadiner Tradition, liebt Annina Campell die Capuns. Am besten schmecken sie ihr zu Hause im Restaurant des Hotels Veduta, wo man sie mit Prosciutto und Salsiz im Teig serviert. Ihre Grosseltern kauften das Hotel 1950, Bruder Gudench Campell, 29, führt es heute. Die Familie ist bekannt in der Gegend, sie stammt angeblich ab von Ulrich Campell, dem Reformator des Engadins. Gudench Campell serviert als passionierter Jäger im Herbst den Gästen selbst erlegtes und geschlachtetes Wild. Natürlich stehen auch Pizzoccheri auf der Karte, nach dem Essen gibt es Nusstorte, selbst gemachten Schnaps oder einen Badilatti-Kaffee. Die Rösterei in Zuoz ist die höchstgelegene in Europa.

Im Winter kommen die Gäste zum Langlauf, im Sommer zum Wandern und Velofahren. Kein Wunder, in der Region gibt es 400 km Mountainbiketrails. Im nahen Schweizer Nationalpark leben Gämsen, Murmeltiere und die seltenen Bartgeier. Gegenüber lockt das Val Susauna bis zum Scalettapass. Wanderfaule können es auch einfach abfahren und so die grünen Wiesen voller Bergblumen geniessen. Am Fluss Vallember war Annina Campell mit ihrem Mann und ihrer Tochter gerade erst picknicken. «Dort ist es wirklich sensationell schön. Dort ist es so ruhig», sagt sie und grüsst wieder einen Bekannten auf der Strasse. «Bun di!» Das heisst guten Tag. Die Moderatorin, die den seltenen Dialekt Putèr spricht, verrät gleich noch zwei wichtige Wörter für jeden Reisenden. «Fraid bedeutet kalt, und das ist es oft im Engadin. Grazia fich steht für danke.»

Von edlen Wellnessanlagen in St. Moritz über den Golfplatz in Zuoz bis zum berühmten Ausblick von Muottas Muragl: Das Engadin bietet Entspannung und Action. In Cinuos-chel gibt es am Inn gar einen kleinen Sandstrand. Die Engadiner selbst nennen sich Randulinas, zu deutsch Schwalben. «Sie fliegen aus, aber kehren auch immer wieder zurück», erklärt Annina Campell. Auswandern hat hier lange Tradition. So zogen Engadiner als Zuckerbäcker ab dem 15. Jahrhundert in die ganze Welt, kamen mit Reichtümern und Bündner Nusstorte zurück. «Da sind Nüsse drin, die es hier ja gar nicht gibt.» Bis nach Bergell kann man noch die grossen Häuser der Zuckerbäckerfamilien bewundern.

In Madulain leuchtet Annina Campells Gesicht vor Vorfreude. Auf dem Hof der Engadin River Ranch ist Pferd Jacko schon gesattelt, nach kurzer Zeit fühlt sie sich auf dem Rücken des Tinkers wohl. Die beiden wagen am Ufer des Inns einen kleinen Galopp. «Es macht Spass endlich mal wieder zu reiten», sagt die Moderatorin, die als Teenagerin zwei Pferde besass. Langsam verschwindet die Abendsonne hinter den Gipfeln. «Ich werde hier nie ganz weggehen. Ein Fuss bleibt immer im Engadin.»

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