Hecht am Open Air St. Gallen Sänger Stefan Buck: «Für meine Kinder ist es surreal»

Die Zürcher Mundart-Band Hecht heizt am letzten Tag vom Open Air St. Gallen richtig ein: Sänger Stefan Buck tanzt ohne Hemmungen inmitten des Publikums. Warum er nicht aufhören kann zu strahlen, was seine Kinder über den Auftritt denken und was ein Joint damit zu tun hat, erzählt Buck im Interview mit SI online.
Hecht Open Air
© Anina Frischknecht

Hecht tanzen die Choreografie von ihrem Song «Kawasaki» nach der Show im Backstage.

Nach der Show ist vor der Show: Die Mundart-Band Hecht hat gerade einen ihrer grössten Auftritte hinter sich! Im Backstage ist die Stimmung ausgelassen. Frontsänger Stefan Buck, 37, wirkt erschöpft, aber total zufrieden. Die Band gibt noch eine kurze Tanzeinlage mit der Choreografie von ihrem Song «Kawasaki» zum Besten:

Das Konzert ist vorbei. Was ist das für ein Gefühl vor Tausenden Leuten aufzutreten?
Es ist surreal – ich kann es gar nicht in Worte fassen. Es ist wirklich unglaublich. Die Leute sind so abgegangen, der ganze Hang war voll.

Ein Höhepunkt für die Band Hecht?
Ich war als Jugendlicher immer am Open Air St. Gallen – das war unser Festival. Wir haben hier gezeltet und sind mit unseren Rucksäcken herumgelaufen. Wenn man jetzt auf der Hauptbühne spielen kann und das Publikum so abgeht, ist es wirklich ein Riesentraum, der in Erfüllung geht.

Du bist ins Publikum gegangen, hast inmitten der Leute getanzt. Alle sind auf dich zugerannt, hattest du kein mulmiges Gefühl?
Wenn ich gewusst hätte, wie das abgeht, hätte ich es mir zweimal überlegt. Aber es war cool. Die Leute hatten eine tolle Energie. Das habe ich gespürt.

Ihr seid seit fast 20 Jahren als Band unterwegs. Kriegt man nicht irgendwann genug davon?
Wir sind echte Freunde. Wir machen das vor allem aus Freundschaft und nicht nur wegen der Erfolgsperspektive, darum stimmt es für uns. Wäre es nur rein wegen der Musik, würden man das nicht 20 Jahre aushalten.

Ihr arbeitet auch alle neben der Musik Vollzeit. Wie bringt man das unter einen Hut?
Das ist momentan eine spezielle Situation. Wir haben gerade eine grosse Welle und die reiten wir sehr gerne. Aber wir wollen einfach nicht zu viel Druck auf unser liebstes Hobby spüren. Wir wollen lieber finanziell unabhängig sein, damit wir genau das machen können mit der Band, was wir wollen.

Heisst das, ihr nehmt die Musik eher auf die leichte Schulter?
Nein, wir nehmen sie extrem ernst. Es ist unser wichtigstes Ding! Wir wollen es einfach nicht so aufladen, dass wir an allen Konzerten spielen müssen, weil wir ja Geld damit verdienen müssen – und eigentlich gar keine Lust haben.

Deine Frau und deine zwei Kinder sind heute auch hier. Was haben sie gesagt, als du von der Bühne heruntergekommen bist?
Ich glaube, sie sind schon auch stolz. Auch für sie ist es noch surreal.  Es ist so schön, wenn man die speziellen Momente mit den liebsten Menschen teilen kann.

Und was haben deine Kids nach dem Konzert gesagt?
«Papi, wir haben übrigens Gummibärli bekommen», das haben sie gesagt (lacht).

In einem Interview mit FM1 hast du gesagt, zu einem perfekten Tag gehört für dich als Abschluss ein Joint dazu. Gibt es heute noch einen?
Ja, ich hoffe schon! Es ist zwar Sonntag, aber ja... Wir alle sind mit der Freundschaft gewachsen und gewisse Rituale sollte man nicht aufgeben, auch wenn Sonntag ist. Logisch!

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