Vreni Schneider «Ich bin eine Glucke»

Sie ist ein Skitalent und bringt für ihren Job als Mutter ebenfalls die nötige Leidenschaft mit. Manchmal sogar etwas zu viel, wie die ehemalige Skirennfahrerin und zukünftige Schlagersängerin Vreni Schneider im Interview mit der «Schweizer Illustrierten» erzählt.

Sie ist spät Mutter geworden. Doch das war aufgrund ihrer Skikarriere nicht anders möglich. Vreni Schneider, 47, sieht darin jedoch Vorteile: «Man empfindet es als noch grösseres Glück, dass man Mami werden darf und verzichtet dafür gerne auf anderes.» Ausserdem habe sie nie das Gefühl gehabt, etwas zu verpassen, erzählt die ehemalige Skirennfahrerin im Gespräch mit der «Schweizer Illustrierten». Sogar die schlaflosen Nächte, die ihr Florian, 8, und Flavio, 6, zu Anfang beschert haben, nimmt Vreni Schneider gelassen. Denn «die Nähe zu den Babys war das Schönste für mich», sagt sie. Daher falle es ihr auch besonders schwer, loszulassen. Sie sei eine Glucke, wofür sich besonders der Achtjährige manchmal schämt. Nämlich dann, «wenn ich mich vor seinen Freunden mit einem Kuss von ihm verabschieden will». 

Ihre Familie steht bei Vreni Schneiders an erster Stelle. Das war schon immer so. Ihre Mutter stirbt, als das Skitalent sechzehn Jahre alt ist. «Ein Schock», wie sie erzählt. «Sie hat mir alles gegeben, alles ermöglicht. Plötzlich war sie nicht mehr da.» Diese schwere Zeit schweisst sie noch mehr mit ihrem geliebten Vater Chäp und ihren drei Geschwister zusammen. «Mein Vater war ein wunderbarer Mann. Er hat alles Menschenmögliche getan, um uns die Mutter zu ersetzen», erinnert sich Schneider. Doch vor zwei Jahren musste sie sich auch von ihm verabschieden: «Er hatte schon lange Herzprobleme, meinte aber immer, das bessere wieder. Auch wenn er bereits über achtzig war, fiel ich nach seinem Tod in ein tiefes Loch.» Er fehle ihr noch immer, jeden Tag aufs Neue. «Er hat für seine Familie gelebt, vor allem für uns Kinder und später für die Enkel. Oft hat er für uns ‹Grossvater-Spaghetti› gekocht. Mit Hero-Sugo, Käse und ‹än Huufä Anggä›. Flavio mochte die am lieben jeden Tag.»

Wie es um die Skikarriere ihrer beiden Söhne steht, kann die die Inhaberin einer Skischule nicht sagen. Nur der Ältere plant derzeit, in ihre Fussstapfen zu treten. Hat er Talent? «Genauso viel wie andere Kinder, deren Mami nicht Olympia gewonnen hat.»

Lesen Sie das ausführliche Interview mit Vreni Schneider über ihre Bilderbuchkarriere, ihre Söhne, den Tod ihrer Eltern sowie ihr Gesangstalent in der «Schweizer Illustrierten» Nr. 44. Erhältlich ab Montag, 29. Oktober, am Kiosk - oder auf Ihrem iPad. 

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