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Ex-Casting-Sternchen spielt jetzt in einer Soap

Leo Ritzmann zeigt seine Junggesellenbude

Zu Besuch bei einem Mann der Gegensätze: Im TV reisst er momentan Mädels auf, privat liebt Leo Ritzmann auch Männer. Als Piercer ist er kaum gepierct und eigentlich wäre der Zürcher auch lieber Musiker statt Schauspieler.

Leo Ritzmann Homestory

In der Casa Ritzmann spielt Leos Gitarre eine zentrale Rolle.

Thomas Buchwalder

«Equality» steht auf seinem schwarzen T-Shirt. Darüber trägt er ein ärmelloses Holzfällerhemd, Jeans und Boots. Gleichberechtigung ist Leo Ritzmann ein Anliegen. Seit er sich 2012 als Bisexueller geoutet hat, setzt er sich aktiv für die Rechte der LGBTQ-Szene ein. 

Im TV spielt der 29-jährige Zürcher momentan eine ganz andere Rolle. Auf RTL2  in «Chartbreaker - die Casting-Soap» gibt er den charmant-machoiden Ladykiller. Privat schläft der Sohn einer Brasilianerin und eines Schweizers jedoch alleine im grossen Boxspringbett.

Leo Ritzmann Homestory

Zurzeit nächtigt Leo alleine. Der einzige Gefährte, der mit ihm ins Bett darf, ist der Laptop mit Netflix drauf.

Thomas Buchwalder

Seit rund sechs Monaten ist Leo wieder Single. «Es geht mir sehr gut», sagt er, während er am Esszimmertisch in seiner 2,5-Zimmer-Wohnung in Zürich Altstetten sitzt und Kaffee trinkt. Seine letzte Beziehung sei nicht im Guten ausgegangen. «Mein Ex-Freund hat mich gestalkt und bedroht, es ging so weit, dass ich die Polizei einschalten musste.» Heute sei er über die negative Erfahrung hinweg. Und geniesst es, alleine zu wohnen. Leos Junggesellenbude ist aufgeräumt, sauber, übersichtlich: «Ich putze jeden Sonntag gründlich», sagt er. 

Erste Amtshandlung daheim: Musik aufdrehen!

In Sachen Einrichtung mag es Ritzmann schlicht: Graues Sofa, weisses TV-Möbel, schwarzer Esszimmertisch, weisse Kleiderschränke, graues Boxspringbett. «Ich bin nicht sehr materialistisch». Wichtiger als Designermöbel ist Leo die Musik. Die schaltet er sofort an, wenn er nach Hause kommt. Am liebsten hört er Hip-Hop und R'n'B. Die Affinität zur Musik wurde Leo in die Wiege gelegt: «Seit ich denken kann, singe ich.» 

Schon mehrere Male setzte der gelernte Detailhandelsfachangestellte auf die Karte Musik. 2008 wird Leo bei «MusicStar» Sechster, 2009 gewinnt er die deutsche Casting-Show «Popstars». Während sechs Monaten bildet er mit Vanessa Meisinger, 27, das Pop-Duo «Some & Any». Nach der TV-Show flachte der Erfolg schnell ab. «Das ist, was viele vergessen: Auch wenn du eine Casting-Show gewinnst, stehst du musikalisch ganz am Anfang.» Nach «MusicStar» und «Popstars» veröffentlichte Ritzmann zwei weitere Male Musik: Einmal bei einem Zürcher Musiklabel, einmal auf eigene Faust. Obwohl er mit den Verkaufszahlen zufrieden ist, bleibt der ganz grosse Durchbruch aus.

Erstes Tattoo kurz nach dem 18. Geburtstag

«Viele wollen mich als Latino-Popstar vermarkten», sagt Leo. Das will er auf keinen Fall. Obwohl er den Traum der grossen Karriere als Musiker nicht begraben hat, würde er sich nur auf einen Plattenvertrag einlassen, wenn er die Musik machen dürfte, die aus seinem Herzen kommt. Sollte es dazu kommen, hängt Ritzmann seinen Job als Shopmanager und Piercer im Zürcher Studio Skinwork Tattoo und Piercing schweren Herzens an den Nagel. «Ich bin seit sechs Jahren hier», sagt Leo. Seine Arbeit sei viel mehr als nur ein Job. «Wir sind richtig gute Freunde, die auch privat abhängen oder zusammen in die Ferien gehen», schwärmt er von seinen Kollegen.

Leo Ritzmann Homestory/Im Tattoo- und Piercingstudio

Seinen Lebensunterhalt verdient sich Leo Ritzmann als Piercer und Manager einer Zürcher Tattoo- und Piercingstudios.

Thomas Buchwalder

Obwohl er sein Geld als Piercer verdient, ist Leo selber kaum mehr gepierct. Dem Hinwiler haben es vor allem Tattoos angetan. Das erste Sujet, einen Notenschlüssel am Arm, liess er sich kurz nach seinem 18. Geburtstag stechen. In der Zwischenzeit sind die Arme fast voll, der Hals, sogar die Kopfhaut. Fertig aber ist Leo noch lange nicht: «Ich will mit 50 noch freie Flächen haben, die ich tätowieren kann.» Welches Tattoo bedeutet dem Beau am meisten? «Musikalisch gesehen sicher die Köpfe von Michael Jackson, Mariah Carey und Stevie Wonder, die auf meinem linken Arm prangen.» Für diese drei Künstler habe er sich entschieden, weil sie ihn als Musiker und Mensch geprägt hätten.

Wieso diese TV-Show?

Leo schwärmt so sehr von der Musik, dass sich die Frage aufdrängt: Warum nur macht er bei «Chartbreaker - Die Casting-Soap» mit? «Ich bin jung und finds cool.» Hätte es sich um eine echte Casting-Show gehandelt, hätte er ausgeschlagen. So aber spielt der Zürcher nur eine fiktive Rolle in einer Casting-Show, was Leo grossen Spass gemacht hat. «Ich sehe mich als Entertainer.»

Die Dreharbeiten auf Gran Canaria haben einen Monat gedauert und seien harte Arbeit gewesen. Was genau erhofft sich der Sänger/Piercer von seiner Teilnahme? «Es ist ganz einfach, ich erwarte nichts oder einfach das Schlimmste, dann wird man nicht enttäuscht.» Jetzt aber mal Hand aufs Herz, Leo!? «Ok, natürlich wäre es cool, wenn ich meinen Bekanntheitsgrad in Deutschland steigern und als Musiker und/oder Schauspieler Fuss fassen könnte.»

«Wer das Schlimmste erwartet, wird nicht enttäuscht!»

Den Kaffee hat er nun ausgetrunken. Bald muss er aus dem Haus. Das Tattoo- und Piercingstudio öffnet täglich um 12 Uhr. Für Leo optimal. «So habe ich morgens Zeit für Sport oder Erledigungen.» Wie eitel ist der Endzwanziger eigentlich? «Früher war mir mein Aussehen sehr wichtig. Heute bin ich gelassener. Ich achte auf eine gesunde Ernährung und trinke viel Wasser.» Am wichtigsten sind Leo aber seine Zähne. Wie wahr das ist, offenbart ein Blick in seinen Kühlschrank: Neben Eiern, scharfer Sauce und Käse finden wir hier ein Zahnbleaching-Mittel. «So hat jeder sein Beauty-Geheimnis», fasst Leo zusammen und lacht.

Leo Ritzmann Homestory

Ein Mann, zwei tätowierte Wörter: «Fuck» und «Love» meint Leo positiv. «Ist ja beides super», sagt er lachend.

Thomas Buchwalder

Leo Ritzmann ist zurzeit täglich von Montag bis Freitag als Lucas Hamm in der Serie «Chartbreaker - Die Casting-Soap» auf RTL 2 zu sehen.

Von Maja Zivadinovic am 14.01.2019