Übers Kiffen, Filmsex und ihre Hochzeit Was Melanie Winigers Nase mit ihren Filmrollen zu tun hat

Frische Ehe, frischer Kinofilm. Bei Melanie Winiger wird im Mai alles neu. Die 38-jährige Schauspielerin verrät, weshalb sie in Filmen oft Araberinnen mimt, wie sie zum Kiffen steht. Und sie erklärt den Trubel um ihre Hochzeit auf Ibiza.
Melanie Winiger Zürich Kinofilm Lommbock
© David Biedert

Wenn Melanie Winiger, 38, gerade nicht in Zürich ist, feilt sie im Ausland an ihrer Filmkarriere.

SI online: Merhaba, Melanie, nasilsin?
Melanie Winiger: Merhaba..., aber dann hört es mit meinem Türkisch schon wieder auf.

In der ARD-Reihe Mordkommission Istanbul spielen Sie eine türkische Pathologin. Wie viel Türkisch haben Sie dabei gelernt?
In meinem Hirn hat es keinen Platz mehr für weitere Sprachen. Ich kann mir nur noch Fluchwörter merken. (lacht)

Im Thriller «Spuren der Rache» sind Sie Marokkanerin. Wie siehts mit Arabisch aus?
Das ist noch schwieriger als Türkisch. Araber kennen drei verschiedene «Ch»-Laute. Schlimmer als Schweizerdeutsch!

Ab Donnerstag läuft «Lommbock» in unseren Kinos. Auch dort haben Sie als Yasemin arabische Wurzeln. Das hat offenbar System.
Ich habe italienisches und indisches Blut. Die Menschen können mein Aussehen nicht richtig einschätzen.

Was an Ihnen ist orientalisch?
Endlich hilft meine markante Nase mal! Wohl wegen ihr bekomme ich Rollen als Araberin.

In «Lommbock» kommen Sie nur während drei Minuten vor. Enttäuscht?
Überhaupt nicht, im Gegenteil: Nach nur einem Jahr konnte mir meine Agentin in Deutschland eine Rolle neben Moritz Bleibtreu verschaffen. Mit ihm zu spielen verursacht bei mir Bibbern und Lampenfieber.

Wie habt ihr euch verstanden?
Wir haben viel herumgedödelt, es herrschte eine super Stimmung. Keine Spur von Allüren.

Was hält er von Ihnen?
In einer Szene bin ich über Skype mit Moritz Bleibtreu verbunden. Einmal vergass er, dass ich ihn noch hören konnte und sagte: «Mann, die Kleene kann was.» Das war mega lässig.

Sex-Szenen mache ich nur mit, wenn sie Sinn machen.

Im Film geht es um Liebe, Freundschaft und Kiffen. Worüber möchten Sie als erstes reden?
Liebe.

Woran denken Sie, wenn Sie einen Schauspielerkollegen küssen?
Nicht an ihn. Wenn 40 Leute rundum stehen und einem Lampen ins Gesicht halten, ist das nicht angenehm. Ich versuche sie wegzudenken.

Melanie Winiger Lommbock Film
© Ascot Elite

Winiger spielt die reiche Yasemin, eine halb Schweizerin halb Araberin in Dubai.

Wie weit gehen Sie bei Sex-Szenen?
Wenn sie in der Dramaturgie Sinn machen, würde ich es tun. Nicht aber, wenn es nur darum geht, zwei Brüste und ein Füdli ins Bild zu bringen.

Mit wem hätten Sie gerne mal Filmsex?
Mit dem britischen Schauspieler Charlie Hunnam.

Wird da Ihr Ehemann Reto nicht eifersüchtig?
Nein. Er weiss, dass ich nie mit Hunnam auf einem Set arbeiten werde. Kein Mann findet es toll, wenn seine Frau einen anderen küsst.

Unsere Hochzeit war gar nicht Hippie!

In «Lommbock» planen Sie als Yasemin Ihre pompöse Hochzeit in Dubai. Gibt es da Parallelen zu Ihrer eigenen Hochzeit auf Ibiza?
Überhaupt nicht. Im Film spiele ich fast das Gegenteil von mir. Ich bin da die Tochter eines sehr reichen Mannes.

Und das Gegenteil einer pompösen Hochzeit ist eine Hippie-Hochzeit?
Unsere war überhaupt nicht Hippie. Das waren Mutmassungen von Medien.

Sondern?
Sie fand einfach auf einer Finca auf Ibiza statt. Die Insel ist mir und meinem Mann sehr wichtig, weil wir seit Jahren regelmässig dort sind.

Sascha Negele hat Videos von der Hochzeit ins Internet gestellt. Ist er noch Euer Freund?
Natürlich! Alle unsere Gäste können bezeugen, dass es nie ein Handy-Verbot gab. Auch diese Medienberichte treffen nicht zu. Vielleicht waren diese Journalisten enttäuscht, weil sie nicht eingeladen waren.

Melanie Winiger Reto Ardour Hochzeit Ibiza
© via Instagram.com

House-DJ Reto Ardour, 34, und Melanie Winiger, 38, geben sich auf Ibiza das Jawort.

Was war sonst noch erfunden?
Dass ich ein kurzes weisses Kleid getragen haben soll. Oder dass Sascha Negele Trauzeuge gewesen sein soll. Trauzeuge war der Bruder von Reto. Sascha hat die Zeremonie zusammen mit Eva Nidecker durchgeführt.

Weshalb die ganze Geheimnistuerei?
Ich habe das Recht, am wichtigsten Tag meines Lebens unter meinen Freunden zu bleiben. Am nächsten Morgen stellten wir immerhin selbst ein Foto von uns ins Netz.

Kiffen macht mich nur müde.

Sie sind doch sonst so extrovertiert.
Natürlich habe ich eine laute, lustige und starke Seite. Aber ich bin auch sehr introvertiert und scheu.

Wie bitte?
Mein Schauspiellehrer in Los Angeles hat diese Seite an mir gespürt und sie mir gezeigt. Das hat mich zuerst völlig schockiert.

In «Lommbock» geht es auch ums Kiffen. Was für Sie?
Nein. Ich habs mal probiert, aber es macht mich nur müde.

Ihr Sohn Noël ist jetzt 15. Was würden Sie machen, wenn Sie ihn beim Kiffen erwischen würden?
Ich rede viel mit ihm über Drogen, erkläre ihm deren Gefahren.

Würden Sie ihm das Kiffen verbieten?
Verbote machen Dinge nur attraktiver. Ich behandle ihn wie einen erwachsenen Menschen. Was er damit macht, habe ich nicht selbst in der Hand.

Sie erhalten immer wieder Rollen in Deutschland. Vermissen Sie beim Drehen Ihren Sohn?
Ja, sehr. Ich bin vielleicht fünf Monate im Jahr weg. Dann telefonieren wir viel.

Ist das ein Problem für ihn?
Hey, er ist 15! Der ist froh, wenn ich mich nicht dauernd melde.

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