Mirjana Zuber exklusiv aus Russland Als Steven das Goal schoss, flippte ich aus!

Mirjana Zuber ist im Fussball-Fieber: Die Frau von Nati-Spieler Steven Zuber berichtet exklusiv für SI online von der WM aus Russland. Dass ihr Schatz gestern Sonntagabend im ersten Spiel gegen Brasilien das Tor zum 1:1 schoss, macht sie unglaublich stolz und glücklich.
Mirjana Zuber und Nati-Spieler Steven Zuber nach WM-Spiel Brasilien-Schweiz 17.06.2018
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Die schönsten Momente der WM halte ich mit meiner Polaroid-Kamera fest.

Was für ein WM-Debüt für die Schweiz! Auf leisen Sohlen hat sich mein Mann Steven Zuber einen Platz in der Startelf erkämpft und in seinem allerersten WM-Spiel gegen Brasilien gestern Sonntagabend das entscheidende Tor geschossen. Ich habe in der Nacht auf heute fast kein Auge zugetan. Aber nun von Beginn an...

Zusammen mit meiner Schwester Jelena, 27, meinen Freunden Marko, 31, und Pema, 26, sowie meinem Grosi, 70, haben wir uns gestern Abend zu Fuss in Richtung Stadion aufgemacht. Der Spaziergang durch Rostov war ein Wahnsinns-Erlebnis! Von den Jubelrufen der Schweizer Fans begleitet, sind wir ca. zwei Kilometer durch die Stadt gelaufen. Mein T-Shirt erregte grosse Aufmerksamkeit. Ich hatte mich entschieden, während Stevens erster WM 100 Prozent Support zu geben. Daher habe ich mir ein Schweizer Trikot mit der Aufschrift «Zuber's Wife» besorgt.

Blog Mirjana Zuber Fussball-WM 2018 in Russland
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Mein T-Shirt war ganz schön auffällig. Die Leute fanden es aber witzig.

Im Nachhinein gebe ich zu: Mein Auftritt in diesem T-Shirt hat mich echt Mut gekostet, aber es hat sich gelohnt. Viele Schweizer haben mich auf offener Strasse erkannt. Rund zwei Stunden vor Spielbeginn sind wir dann beim Stadion eingetroffen. Der Security-Check dauerte gar nicht mal so lange und so nahmen wir unsere Kategorie-1-Plätze ein.

Party mit Fabian Schärs Familie

Die Stunde vor Anpfiff ist die Schlimmste für mich. Ich bin dann immer wahnsinnig nervös und rede noch mehr als sonst. Meine Schwester, meine Freunde und mein Grosi kennen diese Seite von mir und halten mich gut aus. Während dem Match waren meine Augen nach vorne gerichtet.

Blog Mirjana Zuber Fussball-WM 2018 Ehefrau von Nati-Spieler Steven Zuber
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Obwohl ich eigentlich mehr auf Polaroids stehe, habe ich von der Tribüne ein Selfie mit dem Handy gemacht.

Wie in meinem letzten Blog-Beitrag geschrieben, glaubte ich im Vorfeld an einen Sieg der Schweizer Nati. Umso nervöser wurde ich, als die Brasilianer zur Halbzeit mit 1:0 vorne lagen. Als das Ausgleichstor dann in der 50. Minute fiel, war ich mega erleichtert. Im ersten Moment realisierte ich gar nicht, wer das Tor geschossen hat. Unsere Plätze waren links, das Goal passierte rechts. Daher brauchte ich ein paar Sekunden, um überhaupt zu realisieren, dass mein Mann getroffen hat. Als mir das bewusst wurde, bin ich ausgeflippt.

Im gleichen Augenblick wurde ich von Fabian Schärs Familie umarmt. Die Zuber-Familie fusionierte quasi mit der Schär-Familie. Nach diesem Tor machten wir in unserer Reihe Party. Im Anschluss ans Spiel ging ich mit meinen Leuten fein essen.

Blog Mirjana Zuber Fussball-WM 2018 Ehefrau von Nati-Spieler Steven Zuber
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Jelena, Marko, Grosi, ich (Mirjana) und Pema nach dem Spiel Brasilien-Schweiz (v. l.).

Steven realisierte erst später, dass er getroffen hatte

Nach Mitternacht sind wir in Richtung Mannschaftshotel aufgebrochen. Um 01.00 Uhr früh konnte ich meinen Schatz endlich in die Arme nehmen. Er hat sich sehr über unseren Besuch gefreut. Gemeinsam mit anderen Spielern und deren Angehörigen sassen wir in der Hotel-Lobby bei der Reception und haben uns unterhalten.

Sehen Sie in unserer Galerie, wie heiss unsere Nati-Spieler sind:

Steven erzählte mir, dass er es zuerst gar nicht richtig realisierte, dass er das Goal geschossen hatte. Er war so baff! Erst, als seine Mannschaftskollegen ihn von hinten umarmten, sei es ihm klargeworden.

Die Zeit in der Lobby verging wie im Flug. Für viel mehr als ein Küsschen auf die Wange und eine herzliche Umarmung hat es nicht gereicht. Um 01.30 Uhr haben wir uns verabschiedet. Es ist wichtig, dass die Nati-Spieler genug Schlaf bekommen.

Blog Mirjana Zuber Fussball-WM 2018 Ehefrau von Nati-Spieler Steven Zuber
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Der Zuber-Clan steht auf Polaroid-Fotos. Dieses Bild von uns im Mannschaftshotel nach dem Unentschieden gegen Brasilien ist eine besondere Erinnerung.

SMS und Telefonate mit meinem Schatz

Ich selbst war nach diesem Erlebnis noch so aufgeregt, dass ich gar nicht an Schlaf denken konnte. Dass Steven das erste WM-Goal für die Schweiz geschossen hat, macht mich unglaublich stolz. Dieser gestrige Abend war definitiv einer der schönsten und wichtigsten in meinem Leben. Um 03.30 Uhr legte ich mich dann auch schlafen. Ich lag aber noch Stunden wach und hörte früh morgens die Vögel zwitschern. Von mir aus hätte dieser Tag nie enden können. Irgendwann bin ich dann für wenige Stunden eingenickt.

Heute Montagmorgen bin ich gut gelaunt in den Tag gestartet. Die nächsten Tage werde ich Steven fast nie sehen. Aber das ist okay so. Mein Ehemann muss den Kopf zu 100 Prozent bei der Sache haben. Falls wir uns vor dem Match Serbien-Schweiz am Freitag nochmals sehen, freue ich mich natürlich, aber ich rechne nicht damit. Ich weiss nicht, wie sich die Mannschaft die nächsten paar Tage vorbereiten wird.

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Mit diesen T-Shirts werden wir von den Schweizer Fans in Russland schnell erkannt.

Aber ich schreibe und telefoniere natürlich mit ihm, damit er weiss, was ich in Russland so erlebe. Heute mache ich zusammen mit meinen Verwandten und Kollegen Sight Seeing. Ich bin nicht der Typ, der den ganzen Tag im Hotel verbringt. Ich will rausgehen und Dinge erleben. Meine Eindrücke halte ich am liebsten mit der Polaroid-Kamera fest. Diese Bilder sind für mich wertvoller als Handy-Fotos.

Vielleicht unternehme ich auch noch etwas mit Remo Freulers Freundin Kristina Sivcic oder mit Mario Gavranovics Frau Anita. Mit ihnen habe ich einen super engen Kontakt, weil wir uns privat schon kennen. Mit den beiden treffe ich mich auch hie und da in der Schweiz. Kristina und ich wollen uns das Spiel Serbien-Schweiz gemeinsam ansehen. Als gebürtige Serbin werde ich beim zweiten Spiel der Schweizer Nati noch aufgeregter sein.

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