Nach kritischen Berichten Nun beziehen Stars doch Position zu No Billag

Die Meinungen zur No-Billag-Initiative gehen auseinander. Nicht nur in der Schweizer Bevölkerung, sondern auch unter den Stars. Laut Berichten der Sonntagspresse lassen Melanie Oesch, Sabina Schneebeli oder Marco Rima die SRG hängen. Nun melden sich einige von ihnen doch noch zu Wort.
Christa Rigozzi in Arena/Reporter.
© SRF/Daniel Winkler

Moderatorin Christa Rigozzi ist ein bekanntes SRF-Gesicht. Seit Juni moderiert sie unter anderem die Sendung «Arena/Reporter».

Bis gestern hüllte sie sich in Schweigen. Obwohl sie eine der prominentesten SRF-Moderatorinnen ist: Christa Rigozzi, 34. Die Karriere der Miss Schweiz 2006 wäre ohne die SRG womöglich nicht so steil gewesen. Schliesslich hat die Mutter zweier Kinder in der Vergangenheit diverse SRF-Sendungen moderiert.

So war sie unter anderem Jurorin bei «Die grössten Schweizer Talente». Auch durch den Swiss Award durfte die Tessinerin mehrere Male führen. Nach den Berichten von «Sonntagsblick» und «Sonntagszeitung» über die Meinungen der Stars zur No-Billag-Initiative (siehe Galerie unten) bricht das «Arena/Reporter»-Aushängeschild jetzt sein Schweigen.

Auf ihrem Facebook-Profil schreibt Rigozzi, wie sie über die SRG denkt und bekennt sich klar als Gegnerin der Vorlage: «Wenn die Initiative angenommen wird, bedeutet es das traurige Ende der Sender und Sendungen, die ich täglich höre und schaue. Ich kann und will mir das nicht vorstellen.» Die 34-Jährige gesteht, dass die SRG zu ihrer wachsenden Bekanntheit beigetragen hat.

Adrian Stern ist stinksauer

Songmates SRF Adrian Stern
© Geri Born

Musiker Adrian Stern wird Nein stimmen.

Während sich Rigozzi differenziert und vorsichtig ausdrückt, ist das Facebook-Statement von Adrian Stern, 42, voller Ärger. Dem Sänger stösst sauer auf, dass die «Sonntagszeitung» schrieb, er hülle sich in Schweigen. Stern sagt, er habe nie eine Anfrage für eine Stellungnahme erhalten.

Natürlich werde er bei der No-Billag-Initiative ein Nein in die Urne werfen, so der «Amerika»-Sänger. «Ich bin für unabhängige Medien, die versuchen, unser Land in seiner Gesamtheit zu repräsentieren. Und hierfür gebe ich gern einen Franken pro Tag aus.»

Melanie Oesch will nicht länger schweigen

Melanie Oesch Trennung von Freund Markus Isler
© Fabienne Bühler

Volksmusikerin Melanie Oesch meldet sich zu Wort.

Ähnlich fällt die Reaktion von Melanie Oesch aus. «Oesch's die Dritten ducken sich weg», schrieb der «Sonntagsblick». Weiter hiess es im Bericht, die Volksmusikanten würden sich nicht politisch äussern wollen. Das ist offenbar nicht die Meinung von Melanie Oesch. Ihre Reaktion auf Facebook könnte deutlicher nicht sein. «FALSCH!», schreibt sie. Auch bläst sie ins gleiche Horn wie Adrian Stern. Oesch's die Dritten seien gar nie zu diesem Thema befragt worden. «Uns auf diese Art und Weise und sogar politisch in eine Ecke zu stellen, finden wir ganz schön frech.»

Ohne für die anderen fünf Bandmitglieder zu sprechen, stellt die 29-Jährige klar: «Ich persönlich werde mit Nein stimmen. Denn ohne die gebührenfinanzierten Sender würde Schweizer Musik im Radio und Fernsehen kaum mehr in dieser Vielfalt und Breite gespielt werden können.»

Fabienne Louves wird Nein stimmen

Fabienne Louves (Ex Rafael Beutl) neuer Freund
© Keystone

Sängerin Fabienne Louves will die Billag-Gebühren nicht abschaffen.

Nachdem sie im «Sonntagsblick» den Stempel «zu beschäftigt» aufgedrückt bekommen hat, ergreift Fabienne Louves, 31, das Wort. Die Gewinnerin der dritten Staffel von «Musicstar» stellt in ihrem Facebook-Post klar, dass sie dagegen stimmen wird.

 

Sandra Studer bekräftigt ihre Haltung

Sandra Studer am Zurich Film Festival 2017
© Getty Images

Sandra Studer ist eine No-Billag-Gegnerin.

Moderatorin Sandra Studer, 48, ist eine Gegnerin von No-Billag. Der «Sonntagsblick» schrieb über die Zürcherin: «Wir schiessen ein Eigentor, wenn wir die SRG versenken.» Studer war das nicht genug. Sie setzt auf Facebook noch einen drauf und veröffentlicht ihre kompletten Antworten auf die Fragen der Journalisten:

Gimma erinnert an den Service public in den vier Landesteilen

Gimma Rapper Tattoo Stefanie Heinzmann
© Fabienne Bühler

Gimma verteidigt den Service Public.

Die Berichte haben auch Gian Schmid, 37, alias Rapper Gimma bewegt. Er macht seinem Ärger auf Facebook Luft: Als Bündner kümmert es ihn, was ein Ja zur No-Billag-Initiative im Nachbarkanton Tessin bedeuten würde. «Fakt ist, dass 90% der fundamentalen Gegner schlichtweg ignorieren, dass die Schweiz vier offizielle Landessprachen hat und gerade in der Rumantschia, der Romandie und im Ticino die Abschaffung besagter Billag durchaus als höhnisches Säbelgerassel seitens der egozentrischen und unpatriotischen Deutschschweiz empfunden wird.»

 

«Meine erste grosse Rolle habe ich der SRG zu verdanken»

Sabina Schneebeli
© Keystone

Sabina Schneebeli nimmt 2009 den Prix Walo entgegen.

Sie hat in der Vergangenheit davon profitiert, dass die SRG Schweizer Filmemacher unterstützt: Schauspielerin Sabina Schneebeli, 54. Die Sonntagspresse hat sie aufgrund ihres Schweigens zum Kreis derjenigen gezählt, die sich nicht für den Service public einsetzen. «Zu beschäftigt» ist sie laut «Sonntagsblick». Die Zürcherin hat offenbar nicht vergessen, wie oft sie auf SRF 1 über den Bildschirm geflimmert ist. Sie nimmt nun in einem Facebook-Beitrag Stellung: «Meine erste grosse Rolle in ‹Die Direktorin› habe ich der SRG zu verdanken. Die meisten Engagements in den darauffolgenden Jahren wurden ebenfalls von derselbigen Anstalt entwickelt und ausgeführt. Ohne die SRG hätte ich diese tollen Erfahrungen, aus denen ich allesamt viel gelernt habe, nicht gemacht.» Ihr Post endet mit: «Deshalb werde ich NEIN stimmen und das auch aus Überzeugung weiterempfehlen!»

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