Bligg «Ich wünsche mir eine eigene Familie»

Im Jahr 2012 musste Bligg so einige Schicksalsschläge ertragen - den Tod seiner Halbschwester, die Trennung von seiner Freundin und einen schweren Autounfall, der ihm beinahe das Leben gekostet hat. Wie der Zürcher Rapper die schlimme Zeit überstand und wie das Verhältnis zu seinem Vater ist, erzählt er auf der Couch von Claudia Lässer.
Bligg ist am SwissAward 2011 als erfolgreichster Schweizer Musiker des letzten Jahres in der Kategorie «Show» nominiert.
© SF

«Jede Kehrseite der Medaille hat seine Berechtigung», lautet die Devise von Rapper Bligg.

Seit dem Tod seiner Halbschwester hat sich für Marco Bliggensdorfer - besser bekannt unter seinem Künstlernamen Bligg - vieles im Leben relativiert. «Was mit meiner Halbschwester passiert ist, hat alles unbedeutend werden lassen», sagte der Musiker damals im Interview mit SI online.

Allgemein war das Jahr 2012 für den 37-Jährigen das schlimmste seines Lebens. Auf den Tod seiner jüngeren Halbschwester folgt die Trennung von Freundin Tina Masafret, 26. Kurz darauf erfährt er selbst, an welch seidenem Faden das Leben hängt. Bei einem Autounfall kommt Bligg beinahe ums Leben. «Im Bruchteil einer Sekunde kann sich das Leben komplett ändern», sagt der Musiker zu Claudia Lässer in deren Sendung «Persönlich by Claudia Lässer». «Ich konnte mich drei Monate lang fast nicht bewegen.» Seit dem Unfall wisse er, dass das Leben unberechenbar sei. «Man muss sich den Gegebenheiten fügen, die in unserem Leben oder unserer Welt existieren.» Deswegen laute sein Credo auch «Expect the unexpected.»

Und obwohl er viel durchmachen musste, will Bligg die schlimmen Erfahrungen nicht missen. «Jede Kehrseite der Medaille hat seine Berechtigung. Es war nicht unbedingt das schönste Jahr meines Lebens, aber was dich nicht umbringt, macht dich stärker.» Die Kraft, trotz schlimmer Schicksalschläge weiterzumachen, schöpft der Künstler aus der Musik. Bereits als Kind nutzt er sie, um abzuschalten, wie er in der Sendung erzählt.

Die Kindheit des Rappers war nicht immer einfach, viel Geld hatte die Familie nicht zur Verfügung. «Ich komme aus der Unterschicht. Ich weiss, was es bedeutet, mit knappen Mitteln auszukommen», so Bligg. Deshalb habe er auch schon früh angefangen, sein eigenes Geld - als Sanitärinstallateur, als Call-Center-Agent oder als Kurier - zu verdienen. In einer solch ärmlichen Situation nehme die Musik einfach einen höheren Stellenwert ein.

Wäre sein Papa nicht gewesen, wer weiss, was der Zürcher heute machen würde. «Ich habe ein gutes Verhältnis zu meinem Vater. Durch ihn habe ich zur Musik gefunden», erzählt Bligg und fügt an: «Kein Wunder spielt er in meinem neuen Video ‹Hilf mir› mit. Er ist der Töfffahrer.» Familie ist dem Musiker allgemein wichtig. Und auch wenn er die perfekte Frau noch nicht gefunden hat, möchte er irgendwann Kinder haben. «Klar, wünsche ich mir eine eigene Familie. Schliesslich möchte ich kein alter Papi sein.»

Auf der Couch von Claudia Lässer erzählt Bligg aus seinem Leben und gibt ein kurioses Hobby preis, auf das ihn seine Bandkollegen aufmerksam gemacht haben. «Ich interessiere mich für Horoskope und kenne mich da auch ziemlich gut aus. Ich finde, es gibt in der Tat Parallelen zum echten Leben.» Esoterisch angehaucht sei er aber auf keinen Fall, betont der «Mundart»-Interpret. 

Was Bligg sonst noch erzählt, sehen Sie am Donnerstag, 30. Januar, um 20.15 Uhr in Claudia Lässers Talk-Sendung «Persönlich by Claudia Lässer» auf Teleclub Prime. Ausserdem geht Bligg ab dem 21. Februar auf grosse «Service Publigg»-Tour.

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