Stéphanie Berger findet ihren Missen-Stempel «brutal» Wie stehen andere zu ihrem Miss-Schweiz-Titel?

Für Stéphanie Berger ist über zwanzig Jahre nach der Wahl zur Miss Schweiz klar: Sie würde am Schönheitswettbewerb nicht mehr teilnehmen. Ist der Stempel «Miss Schweiz» wirklich so brutal, wie es die Komikerin empfindet? Weitere ehemalige Missen haben andere Erfahrungen gemacht.
Teaser Miss Schweiz neu

Von links: Dominique Rinderknecht, Miss Schweiz 2013, Stéphanie Berger, Miss Schweiz 1995, und Linda Fäh, Miss Schweiz 2009.

Ihr Steckenpferd ist seit elf Jahren die Komik. Stéphanie Berger tourt zurzeit mit ihrem dritten Comedyprogramm «No Stress, no Fun!» durch die ganze Schweiz. Doch zum ersten Mal trat die 40-Jährige 1995 in die Öffentlichkeit - in einem ganz anderen Zusammenhang: Sie gewann die Miss-Schweiz-Wahl.

Stephanie Berger Miss Schweiz Wahl 1995
© Keystone

Stéphanie Berger bei ihrem Sieg an der Miss-Schweiz-Wahl 1995.

In einem aktuellen Interview mit der «Zürichsee-Zeitung» (Anm. d. Red.: Artikel nur für Abonennten einsehbar) macht sie klar: Sie würde sich heute auf keinen Fall mehr für die Miss-Schweiz-Wahlen bewerben, wenn sie das Rad der Zeit zurückdrehen könnte.

«Den Stempel der Miss Schweiz zu haben und damit nur aufs Äusserliche reduziert zu werden, ist brutal. Wenn du 17 bist, hast du keine Chance, damit vernünftig umzugehen», so Stéphanie Berger im Interview. Sie habe sehr viele Vorurteile mit dieser Vorgeschichte erlebt und es habe unglaublich viel Durchhaltevermögen gebraucht.

Stephanie Berger Single über Sohn Freund Liebe und Stalker
© Thomas Buchwalder

Heute ist Stéphanie Berger erfolgreich als Comédienne: Aktuell ist sie mit ihrem dritten Comedyprogramm «No Stress, No Fun!» auf Tour.

«Für mich war es ein Türöffner»

Ganz andere Gefühle gegenüber der Miss-Schweiz-Wahl haben andere ehemalige Gewinnerinnen. Linda Fäh, Miss Schweiz 2009, sagt zu SI online: «Für mich war es ein Türöffner.» Sie bereut ihre Teilnahme nicht. «Ich hatte die Chance, mich der ganzen Schweiz zu zeigen, mir einen Namen zu machen und mich zu präsentieren.»

Linda Fäh Miss Schweiz Wahl 2009
© KEYSTONE/Sandro Campardo

2009 bekommt Linda Fäh von ihrer Vorgängerin Whitney Toyloy, 27, die Miss-Schweiz-Krone überreicht.

Heute ist die 30-Jährige erfolgreich als Moderatorin unterwegs, präsentiert unter anderem bereits zum dritten Mal die SRF-Weihnachtsshow «Klingende Weihnachten». Im April 2018 bringt Fäh ausserdem ihr drittes Album als Schlagersängerin auf den Markt. «Hand aufs Herz: Ohne Miss-Schweiz-Titel wäre das alles vermutlich nie entstanden oder so erfolgreich verlaufen», ist sie überzeugt. Zwar sei auch sie in der ersten Zeit nach dem Amtsjahr mit Vorurteilen konfrontiert worden. Die vielen Vorteile des Titels aber hätten dominiert.

Linda Fäh
© SRF

Am 24. Dezember moderiert Linda Fäh bereits zum dritten Mal die SRF-Weihnachtsshow «Klingende Weihnachten».

«Ich würde sofort wieder teilnehmen»

Ähnlicher Erfahrunge wie Linda Fäh hat auch Dominique Rinderknecht, 28, gemacht. Sie wurde 2013 zur Miss Schweiz gekürt. Und bereut die Entscheidung zur Teilnahme überhaupt nicht, wie sie gegenüber SI online sagt. «Klar ist es nicht einfach, sich danach neu zu positionieren. Aber trotzdem war es ein riesiges Sprungbrett.»

Frontteaser Dominique Rinderknecht ist Miss Schweiz 2013 NEU auf Thron
© Keystone

Dominique Rinderknecht bei ihrer Wahl zur Miss Schweiz 2013.

Dominique Rinderknecht arbeitet heute als Markenbotschafterin und Moderatorin. Auf Teleclub Zoom präsentiert sie wöchentlich das Kinomagazin «Zoom Movies». Natürlich habe auch sie mit Vorurteilen zu kämpfen gehabt, sagt Rinderknecht. Aber nicht erst als Miss Schweiz. «Als blonde, junge Frau wurde und werde ich stets unterschätzt und muss mich zuerst beweisen.»

Schweizer Models an der Paris Fashion Week 2017
© Getty Images

Dominique Rinderknecht mit ihrer Freundin Tamy Glauser, 32, an der Paris Fashion Week 2017.

Bessere Chancen auf gewisse Jobs

Dominique Rinderknecht stellt aber klar, dass sie die Wahrnehmung von Stéphanie Berger nicht werte. Sie könne nur von sich sprechen. Für sie sei ihr Miss-Schweiz-Titel nützlich. «Man kann auch als unbekannte Person eine Karriere in der Öffentlichkeit anstreben und erfolgreich sein. Aber es gibt tatsächlich Jobs, auf die ich dank meines Missen-Titels eine bessere Chance habe.»

Wir haben Stéphanie Berger gefragt, ob sie zumindest einen Teil ihrer Karriere dem Miss-Schweiz-Titel zu verdanken hat. Darauf wollte die Komikerin keinen Kommentar mehr abgeben.

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