Die letzten Stunden von Ueli Steck «Sherpas haben ihn beim Sturz beobachtet»

Die Schweiz trauert um einen Ausnahme-Alpinisten: Ueli Steck ist am Sonntag am Mount Everest abgestürzt und gestorben. Als die Sherpas eine halbe Stunde nach seinem Fall bei ihm waren, war er schon tot. Unterschiedliche Menschen berichten über ihre letzte Begegnung mit dem Extrembergsteiger.
Ueli Steck: Nach Sherpa-Streit Freude am Leben verloren
© Kurt Reichenbach

Ueli Steck war alleine unterwegs, als er im Himalaya-Gebirge abstürzte.

Was genau am Sonntagmorgen, 30. April, um etwa 8.30 Uhr passierte, wird man wohl nie erfahren. Denn Ueli Steck, † 40, war alleine aufgebrochen. Und alleine ist er auch verstorben.

Am Freitag hatte er noch mit Ang Tshering Lama einen heissen Orangensaft getrunken. «Wir sprachen über das Leben. Es war ein gutes Gespräch», so der erfahrene Sherpa gemäss «Blick». Und von Bergstieger Szilard Suhajda wurde Steck noch - «wie üblich» - zu einer Csabai-Wurst eingeladen. Doch der Schweizer war in Eile, fragte den Ungarn noch, ob er ihn nicht ein Stück begleiten wolle. Suhajda lehnte ab, die Wurst wollte er dem Schweizer dann bei seiner Rückkehr geben.

Am Samstag stieg Ueli Steck bis ins Camp 1 am Mount Everest auf und entschied sich für eine Trainingstour am nahen 7000er Nuptse. Ohne Seil stürzte er am Morgen darauf auf einer Höhe von 6600 Metern rund 1000 Meter ab. «Sherpas haben ihn dabei beobachtet», sagt Mingma Sherpa zu «Blick». Er hatte die Expedition mitorganisiert. «Sie waren in einer halben Stunde bei ihm, da war er aber schon tot.»

Stecks Witwe ist am Montag in Kathmandu eingetroffen, seine Brüder und Eltern reisen am Dienstag an. Das sagte der Geschäftsführer von Royal Orchid Treks and Expedition, Dendi Sherpa, der «The Himalayan Times». In Nepal soll Steck dann auch beerdigt werden. Er habe das Land geliebt und bei den Sherpa und deren Familien viele Freunde gehabt, so Stecks Sprecher Andreas Bantel gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. In der Schweiz soll es später eine Gedenkfeier geben.

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