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Was haben Gwyneth, Elle und Justin Bieber gemeinsam?

Sie alle schwören auf Gua Sha – und das steckt dahinter

Eine Jadeplättchen soll jung, schön und schmerzfrei machen. Kann das sein? Elle Macpherson und Gwyneth Paltrow schwören darauf. Sogar der Bieber ist Fan! Für uns Grund genug, um eine Expertin nach den Fakten zu fragen.

Elle Macpherson und Gwyneth Paltrow
Elle Macpherson und Gwyneth Paltrow Getty Images

Manche reiben sich Eiswürfel ins Gesicht, die nächsten sind von der Wunderwirkung vom Zitronenwasser überzeugt, wiederum andere lassen nur Honig an ihre Haut. Aber was ist denn nun der Schlüssel zur ewigen, faltenfreien Jugend? Schenkt man Model Elle Macpherson, 54, und Schauspielerin/Lifestyle-Guru Gwyneth Paltrow, 46, Glauben, dann lautet das Zauberwort Gua Sha. Wer jetzt «Gesundheit» sagen möchte, der hat offensichtlich den neuesten Beauty-Hype verpennt.

Was ist Gua Sha?

Bei diesem Mysterium handelt es sich ursprünglich um eine Massage-Art aus der traditionellen chinesischen Medizin. «Gua» bedeutet «schaben», «Sha» so viel wie «akute Krankheit». Letzteres soll durch Ersteres behoben werden. Mit einem Porzellan- oder Jadeplättchen wird so oft über eingeölte Haut und Muskeln gestrichen, bis sich die Lymphe aktiviert und Schlacke und andere «Abfälle» aus dem Körper geschleust werden. Durch das wiederholte Schaben können sich unter der Haut punktuelle und fleckenartige Blutungen bilden (je mehr Giftstoffe im Körper, umso dunkler die Flecken). Diese werden dann gezielt ausmassiert und schon kann das Qi, also die Lebensenergie, wieder ungestört fliessen. 
Justin Bieber, der schon oft des öffentlichen Zurschaustellens von Knutschflecken bezichtigt wurde (halloho, das sind medizinische Blutergüsse), ist grosser Fan der Gua-Sha-Methode, bekämpft so Kopf- und Nackenschmerzen.

Tschüss Schmerzen, hallo Schönheit 

An dieser Stelle kommen Elle Macpherson und Gwyneth Paltrow ins Spiel. Auch sie schwören auf Gua Sha. Statt Schmerzen schaben sich die Damen allerdings Falten, Schwellungen und einen fahlen Teint vom Leib. Denn: Die Behandlung mit dem Jadeplättchen soll die neue Hautpflege-Wunderwaffe sein. Hmm … Was da wohl die Experten zu sagen? Wir haben mit einer gesprochen.

Dr. Liv Kraemer, Fachärztin für Dermatologie mit dem Fokus in der kosmetischen, ästhetischen und präventiven Dermatologie, hat für uns den Hype entzaubert:

«Eine leichte Massage entlang der Lymphbahnen kann für einen besseren Lymphabtansport sorgen und somit Schwellungen minimieren. Vorausgesetzte man kennt die Anatomie! Auch eine Art Zupfmassage kann helfen, die Durchblutung in der Haut anzukurbeln und sie damit frischer erscheinen zu lassen. Allerdings sollte das durch eine professionelle Masseurin, Akkupunktur-Spezialistin oder gut ausgebildete Kosmetikerin durchgeführt werden. Denn ist der Druck zu gross, oder streicht man in die falsche Richtung, kann es eher zur Verschlechterung des Hautbildes oder gegebenenfalls mehr Schwellungen beitragen. Mein Fazit: Entweder professionell durchführen lassen oder, wenn man es alleine zu Hause machen möchte: Statt Geld für ein Hilfsmittel ausgeben, lieber die eigenen zwei Hände benutzen und das Gesicht entlang der Lymphabflussbahnen (von innen nach aussen) leicht massieren (streicheln, ja streicheln …). Vielleicht vorher von uns Dermatologen oder einer kosmetischen oder ayurvedischen Fachkraft zeigen lassen. Traditionell durch einen sehr gut ausgebildeten Masseur durchgeführte Gua-Sha-Massagen am Körper können allerdings definitiv Gutes bewirken. So gibt es Studien, die leider nur eingeschränkte Daten haben, aber Hinweise geben, dass eine gut durchgeführte Gua-Sha-Körpermassage positive Effekte auf die sogenannten "perimenopausale" Syndrome (Symptome in den Wechseljahren) haben.

Dr. Liv bei Instagram folgen @drliv

Von Laura Scholz am 7. Januar 2019