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  4. Mauerfall und David Hasselhoff: Looks zur Wende in Deutschland

30 Jahre Mauerfall

Passend zur Wende: Mode, die gut zu wenden ist

Drei Jahrzehnte ist es nun schon her, dass die Mauer, die Deutschland in Ost und West teilte, eingerissen wurde. Ganz vorne mit dabei: David Hasselhoff, der mit geballter Faust nach «freedom» suchte. Und weil der Sänger Ende der Achtziger richtig knusprige Looks aufs Parkett legte, wenden wir uns nun der Mode zu – mit Style-Hacks, die Grenzen sprengen.

LOS ANGELES - JANUARY 11:  Actor and singer David Hasselhoff poses for a portrait on January 11, 1980 in Los Angeles, California. (Photo by Michael Ochs Archives/Getty Images)

Auf der Mauer, auf der Lauer: David Hasselhoff.

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Die älteren deutschen Häschen in der Redaktion können sich noch erinnern: Die Autorin dieses Textes ist in Bayern geboren, weilte aber am 9. November 1989 mit zarten vier Jahren in ihrem Feriendomizil im österreichischen Burgenland. Die Eltern klebten gebannt vorm Fernseher, die Tochter glotzte unwissend mit, hätte sich aber mehr über lustige Neue Deutsche Welle und hübsche Dauerwellen, als über Kundgebungen gefreut. Wie auch immer: Die Berliner Mauer, die Ost- von Westdeutschland getrennt hatte, war gefallen. Und dann kam die Silvesternacht 1989/1990. Da wurde nicht nur die Ära der Nineties eingeläutet, nö nö: Die Mauer am Brandenburger Tor stand noch, hatte aber schon Löcher. Hunderttausende feierten grenzenlos – und dann kam David Hasselhoff auf einer Hebebühne und besang Freiheit. Damit war endlich die anständige Dauerwelle auf der Bildfläche erschienen und mit ihr eine blinkende Lederjacke samt stilvollem Klaviatur-Schal. Die Wende als Wendepunkt des guten Geschmacks?

Wir wollen nun nicht, dass der eigentlich so magische Vorgang des Wendens negative Assoziationen hervorruft. Drum zeigen wir euch nun, wie Wenden auch hip geht.

Ziemlich naheliegend: Die Wendejacke

Dazu gibt es Breaking News von Adidas: Zusammen mit der Agentur Jung von Matt hat die Sportmarke mit ihrer «#breakingwalls»-Kollektion eine limitierte Wendejacke entworfen. Höhöhö, sagt ihr jetzt, super Wortwitz. Naja ... eben tatsächlich. «Wir wollen ein klares Zeichen dafür setzen, dass Wandel, Freiheit und Einheit auch in der heutigen Zeit von gesellschaftlicher Bedeutung sind. Wallbreaker, also Menschen, die durch ihr Denken und Handeln andere dazu inspirieren, Hindernissen entgegenzutreten, prägen auch heute das aktuelle Zeitgeschehen», so Björn Jäger, Vice President Brand Adidas. Unterstützt wird das Projekt unter anderem von deutschen Persönlichkeiten wie den Musikern Sido und Trettmann und Moderatorin Wana Limar. Drum: Einfach mal Jacke auf links drehen und was bewegen.

Charmant: Das falsch anzogene Hemd

Auch ein schöner Rücken kann entzücken. Nun können wir die Zeit nicht zurück-, aber immerhin das Hemd umdrehen. Um es an Ort und Stelle zu halten, empfiehlt es sich, den Saum in Hose oder Rock zu verstauen oder den Wandel von situiert auf experimentell mit einem Gürtel zu fixieren.

MILAN, ITALY - SEPTEMBER 21:  Marine Deleeuw wears a backwards-style button-up shirt and a low pony tail from the show outside the N.21  show during  Milan Fashion Week Spring/Summer 2017 on September 21, 2016 in Milan, Italy.  (Photo by Melodie Jeng/Getty Images)

Model Marine Deleeuw macht viel falsch(rum) und darum alles am Besten.

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Von hinten wie von vorne reizend: Der Cardigan

Überraschungen versüssen das Leben. Zieht man die Strickjacke einfach mal falschrum an, dann macht sie vornerum einen auf Pullover und zeigt erst dann neckisch Dekolleté, wenn man sich umdreht. 

Für Reinsteiger: Das Hemd als Rock

Weil die Welt im Wandel ist, dürfen es auch unsere Klamotten sein. Warum soll ein Hemd bloss ein Hemd sein und sich lediglich auf den Oberkörper beschränken? Wenn es doch so viel mehr kann? Steigt man grossen Blusen nämlich in den Kragen und bindet deren Ärmel in der Taille zu, so steht man im Handumdrehen in einem ganz wunderbar dekonstruierten Rock da. Nicht wall-, aber groundbreaking.

Style

Die Autorin mit falschem Rock am Wendepunkt.

Style
Von Linda Leitner am 09.11.2019