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  4. Der Bademoden-Trend 2019 ist langärmelig

Weil sexy nicht gleich nackt ist

So anziehend kann Swimwear sein

Wer Angst vor Tanlines hat, der klickt bitte sofort weg. Wer aber keine Lust auf Freizügigkeit hat, der liest bitte ganz schnell weiter. Denn heisse Bademode lässt sich nicht am Grad des Entblättertseins, sondern dem des Wohlbefindens messen. Eine Ode an schnelltrocknende Ärmel.

Swimwear
Topmodel Elsa Hosk ist / hat Arm dran. Instagram/solidandstriped

Wann ist weniger mehr? Wenn es um Bescheidenheit geht. Bescheiden heisst auf Englisch «modest». Da wiederum rutschen wir direkt weiter zum Terminus «modest fashion». Und da ist weniger keinesfalls mehr. Unter dieser Begrifflichkeit nämlich versteht man, sich modisch bedeckt zu halten. Das mag für jeden etwas anderes bedeuten, kann sowohl kulturelle, als auch religiöse Beweggründe haben. Muss es aber nicht. Diese textillastige Art sich zu kleiden jedenfalls ist zu einem wichtigen kulturellen Phänomen, einer bestimmten Ästhetik, geworden. Langärmlige Maxikleider und Anzüge mit hochgeschnittenem Oberteil drunter gehören so längst zu unserer Uniform. Nicht alles zu zeigen gilt als smart und sophisticated. Genau das lässt sich auch auf die Bademode übersetzen. Ja, tatsächlich. Für manche mag das ein Sprung ins kalte Wasser sein.

Klar, die nahtlose Bräune wird schwieriger, je mehr Stoff uns von der Sonne trennt. Aber aussehen tut die «modest swimwear» fantastisch. Ein normales Bikinihöschen mit langärmligem Oberteil? Toll! Ein gewisses Ungleichgewicht wirkt immer interessant. Gegensätze ziehen sich ja bekanntlich an. Ein Badeanzug mit Beinchen und Ärmeln? Kennen wir von Surfer Chicks und die sind ja bekanntlich die heissesten Bräute schlechthin.

Nun haben wir letztens erst dafür plädiert, dass der so gehypte, knappe Insta-Bikini-Tanga den weiblichen Körper feiert. Weil sich niemals auch nur eine einzige Frau für ihren Hintern schämen sollte. Genau das Gleiche gilt für klitzekleine Bikini-Oberteile. Sun’s out, buns and boobs out! Auf der anderen Seite zeugt es aber auch von Stärke und Grösse zu sagen: Halt, stop, da mache ich nicht mit. Sei es, weil es nicht gefällt, sei es, weil es dem eigenen Körperbewusstsein nicht entspricht. Nur weil der Rest des Girl Squads gerne Kardashianesque Bikinibilder postet, darf man selbst gerne hochgeschlossen daneben hocken. Und sich verdammt sexy fühlen. Den Sonnenbrand jedenfalls kriegen die anderen.

Eine kleine Kostprobe gefällig? Voilà!

Von Linda Leitner am 3. April 2019