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Stark nach aussen – und innen

Wie Power-Dressing uns tatsächlich mehr Macht verleiht

Während einer Rede von Trump setzten weisse Outfits ein wichtiges Zeichen, bei den Golden Globes zogen im vergangenen Jahr schwarze Roben die Aufmerksamkeit auf sich. Unsere Kleidung ist ein Machtwerkzeug – auch im Alltag. 

Wie Power-Dressing uns tatsächlich mehr Macht verleiht
Maria Hatzistefanis gründete die Luxus-Beauty-Brand Rodial. Jetzt erklärt sie in ihrem Buch How to Be an Overnight Success anderen Frauen, wie sie ihr Business aufbauen. Marias Dresscode? Immer stylish, aber nie ohne eine gehörge Portion Power.  Getty Images

Wir schreiben das Jahr 1977. In der Schweiz durften Frauen da gerade mal seit sechs Jahren wählen. Bis zum Bild der erfolgreichen Business Frau auf Augenhöhe mit ihren männlichen Pendants ist es noch ein langer Weg – einer, bei dem wir selbst heute noch nicht ganz am Ziel angekommen sind. Trotzdem tut sich 1977 etwas: John T. Mollow bringt gleich drei Bestseller auf den Markt, die sich mit Power Dressing befassen. Einer davon: «The Woman’s Dress for Success Book».

Kleider machen Karriere

In seinem Werk gibt Mollow Ratschläge für die «richtige» Kleidung im Job – solche, mit der sich Frauen 1977 den Männern ebenbürtig fühlen sollten. Im Klartext hiess das: ein Blazer oder ein Jacket, dazu ein Rock und eine hochgeschlossene Bluse, die die Aufmerksamkeit weg vom Dékollete und hin zum Gesicht lenkt, etwa mit einer Schluppe am Hals. In der heutigen Zeit klingen diese recht exakten Vorschriften wenig zeitgemäss. Bei seiner Recherche hat Mollow dennoch etwas Wichtiges herausgefunden: Kleiden wir uns, als wären wir bereits in einer hohen Position, performen wir professioneller und häufig besser. 2015 bestätigte eine Studie Mollows Beobachtungen: Zwei Gruppen von Studenten bekamen die Aufgabe, einen Test zu schreiben. Die eine Gruppe trug dabei Alltagskleidung, die zweite absolvierte die Aufgaben in formeller Kleidung. Das Ergebnis formulierte der Studienleiter und Psychologe Abraham Rutchick so: «Die formell gekleideten Probanden waren in der Lage, abstrakter und ganzheitlicher zu denken».

Wir werden in Kleidung wie Powersuits, starken Mänteln oder einfach Hemd und eleganter Hose, in denen wir uns professionell und stark fühlen also nicht ohne Grund ernster genommen. Wir verhalten uns auch so.

Diese Ladies haben Power-Dressing verstanden:

Wie Power-Dressing uns tatsächlich mehr Macht verleiht

Power im Alltag

Wie Power-Dressing uns tatsächlich mehr Macht verleiht
Wie Power-Dressing uns tatsächlich mehr Macht verleiht
Wie Power-Dressing uns tatsächlich mehr Macht verleiht
Amanda Alagem, ihres Zeichens Accessories Director at Harper's Bazaar US, weiss um die Wirkung von Power-Dressing und nutzt sie gern.  Getty Images

Kleider machen Politik

Dass Power-Dressing nicht nur die eigene Karriere anschieben kann, haben mittlerweile viele verstanden. Kleidung wird heute als politisches Instrument eingesetzt. Das beginnt bei Hillary Clinton, die mit ihrem feuerroten Hosenanzug in den Wahlkampf gegen Trump zog. An den Golden Globes 2018 waren alle Augen auf die schwarzen Roben der VIPs gerichtet, die mit ihrer Garderobe ein Zeichen für die #TimesUp-Bewegung setzen wollten. Und gearde vor wenigen Tagen sorgten weibliche Demokratinnen für Aufsehen, die zu einer Rede von Donald Trump ganz in weiss gekleidet erschienen. Sie nahmen damit Bezug auf amerikanische Frauenrechtlerinnen, die Anfang des 20. Jahrhunderts ebenfalls in weiss für das Frauenstimmrecht kämpften. Das Medienecho war bei all diesen Aktionen riesig – und stahl den eigentlichen Protagonisten ganz ohne laut zu werden die Show. Die starken Outfits sprachen für sich.

Wie Power-Dressing uns tatsächlich mehr Macht verleiht

Power Momente

Wie Power-Dressing uns tatsächlich mehr Macht verleiht
Wie Power-Dressing uns tatsächlich mehr Macht verleiht
Wie Power-Dressing uns tatsächlich mehr Macht verleiht
Denkt man an den Wahlkampf zwischen Hillary Clinton und Donald Trump, schiesst bis heute sofort das Bild von Clinton im roten Power Suit durch den Kopf.  Getty Images
Von Malin Mueller am 7. Februar 2019